Kapitel 18

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Julia genoss die Tatsache, dass sie nun gemeinsam mit Sebastian frei hatte in vollen Zügen. 

Zwei Tage vor Silvester beschlossen die beiden gemeinsam mit Britta und Dennis einen Ausflug in die verschneite Eifel nahe der belgischen Grenze zu unternehmen.

„Hoffentlich ist dort nicht alles zu sehr überfüllt,“ seufzte Julia, als sie neben Sebastian auf den Beifahrersitz stieg.

„Damit ist zu rechnen,“ ertönte Dennis Stimme von der Rückbank. „Die Kinder haben doch Ferien, und bei dem Schnee da fahren sicherlich viele von ihnen in die Eifel mitsamt den Eltern. Das haben wir früher auch immer gemacht!“

„Dann müssen wir uns irgendwo ein einsames Plätzchen suchen, wo wir ein wenig unsere Ruhe haben!“, sagte Sebastian. 

Sie hatten beschlossen, einen Spaziergang im Schnee zu unternehmen. Dennis hätte gerne sein Snowboard mitgenommen, das er sich vor einigen Jahren einmal gekauft und bislang nur einmal benutzt hatte. Dieses eine mal hatte ihm einen verstauchten Fuß und zwei Wochen Humpeln eingebracht, daher hatte er sich nun entschlossen, es doch besser daheim zu lassen.

Gut gelaunt fuhren sie etwa zwei Stunden später durch dicht verschneite Hügel und Wälder. Unterwegs waren sie an vielen am Straßenrand und auf überfüllten Parkplätzen abgestellten Autos vorbei gefahren und an den Hügeln tummelten sich unzählige Kinder mit Schlitten.

„Hier brauchen wir mit unserem Spaziergang gar nicht anfangen,“ stellte Britta fest.

Sie hatte sich auf der Rückbank an Dennis gelehnt und er hielt ihre Hand. Seitdem sie ihren Freund fast durch den Dämon verloren hatte hing Britta nur noch mehr an ihm, und auch er schien die Beziehung zu ihr viel ernster zu sehen als vorher.

„Da hat diese ganze schreckliche Geschichte ja wenigstens ein Gutes gehabt,“ dachte Britta und lehnte ihren Kopf an Dennis Schulter, der ihr sanft übers Haar strich.

Kurz darauf stoppte Sebastian auf einem einsamen Parkplatz, den sie fast übersehen hätten, den Wagen und sie stiegen aus.

„Wo genau sind wir hier eigentlich?“, fragte Britta ein wenig verwundert. „Hier kenne ich mich überhaupt nicht aus!“

„Keine Ahnung, aber ich glaube, hier haben wir zumindestens unsere Ruhe, wenn wir einen Spaziergang machen wollen! Hier ist es so wunderschön ruhig und friedlich...,“ stellte Julia fest und griff nach Sebastians Hand.

Sie gingen ein Stück durch einen einsamen Wald und auf einmal erhob sich vor ihnen ein fast zerfallener Turm.

„Das muss mal ein Kirchturm gewesen sein, aber ich wusste gar nicht, dass hier mal ein Dorf stand. Der Turm muss schon sehr alt sein,“ stellte Julia fest.

„Geht lieber nicht zu nahe da dran, sonst fällt noch ein Stein herunter und das war es dann!“, sagte Sebastian und schaute zum Turm hinauf.

„Da oben müssen früher die Glocken gewesen sein, und schaut mal da hinten, da sind noch Überreste von einem älteren Haus,“ sagte er nun und zeigte in die Richtung.

„Überreste, das ist gut,“ lachte Dennis, als sie ein wenig näher gekommen waren. „Nun schau dir das einmal an! Das war einmal ein richtig großes Haus, und auch jetzt ist es noch sehr gut erhalten. Aber zu wohnen scheint hier niemand mehr!“

Die vier jungen Leute gingen näher an das Haus heran, das von einer kleinen Mauer, die zum Teil schon eingestürzt war, umgeben war.

„Das ist fast schon ein wenig unheimlich, im Dunkeln möchte ich nicht hier sein,“ sagte Julia und zitterte ein wenig.

Doch glücklicherweise würde die Dunkelheit noch lange auf sich warten lassen. Es war erst kurz nach Mittag und die Sonne stand noch recht hoch am Himmel.

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