Kapitel 95

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In den frühen Morgenstunden erreichten Gerrit und Jonas dessen Wohnung in Köln und Jonas machte sich daran Gerrits zahlreiche Verletzungen ein wenig zu verarzten.

„Du hast ja überall Blutergüsse. Aber hier mit der Salbe müsste das ein wenig besser werden,“ sagte er und bot seinem Gast anschließend sein Bett an.

„Das ist ein bisschen weicher als das Sofa. Und ich muss auch in zwei Stunden zur Arbeit. Ich dusche jetzt und dann versuche ich noch ein wenig Schlaf zu bekommen. Gerne lasse ich dich  nicht zurück. Aber Engelmann dürfte eigentlich nicht hier aufkreuzen,“ sagte Jonas und ging ins Badezimmer während Gerrit in Jonas Bett versuchte eine halbwegs bequeme Schlafposition zu finden.

Jonas legte sich kurz darauf mit einer Decke auf sein Sofa und mit einem Mal glitt ein Lächeln über sein Gesicht. „Ich habe es geschafft! Die beiden Henker sind fort und Gerrit ist frei. Ich weiß nicht genau was Engelmann eigentlich für Probleme mit seinem Magen hat. Aber es sah ernst aus. Trotzdem werde ich versuchen heraus zu finden was aus ihm geworden ist.“

Jonas döste ein und viel zu schnell musste er wieder aufstehen um zur Arbeit zu gehen. Noch einmal wollte und durfte er dort auf keinen Fall fehlen. „Das wird heute sicherlich Ärger geben. Hoffentlich feuern sie mich nicht...“, dachte er besorgt und legte Gerrit ein belegetes Brötchen mit Wurst und einen Becher Saft auf den Küchentisch. Dieser schlief noch, aber er warf sich unruhig hin und her.

„Der Arme. Sicherlich tut ihm alles weh. Aber das kann ja eigentlich nur noch besser werden. Wenigstens mit seinem Arm das kommt wohl wieder in Ordnung,“ überlegte Jonas als er die Wohnung verließ und sich auf den Weg zur Arbeit machte.

„Auch mit Jessica wird es noch Schwierigkeiten geben...“

Als Jonas seinen Arbeitsplatz betrat wurde er bereits von Ingo erwartet. 

„Wo hast du gesteckt? Hier war der Teufel los. Der Cremer ist stinksauer auf dich. Ich übrigens auch. Was hast du gemacht?“

„Ich habe die beiden Henker erledigt. Und Gerrit geht es auch so weit gut,“ antwortete Jonas leise. Was sollte er es noch verheimlichen? Ingo zumindestens konnte er es sagen.

„Du hast es wirklich durchgezogen! Allein? Bist du eigentlich verrückt?“, sagte Ingo ebenso leise. Jedoch dann lächelte er. „Wenigstens geht es Gerrit gut. Und was wird nun aus ihm? Geht er zurück nach Raichelbach? Frau Huber würde sich sicherlich sehr freuen. Sie fragt öfters nach ihm und ruft mich von Zeit zu Zeit deswegen an.“

„Das müssen wir erst noch sehen was aus ihm wird. Wenn er nach Raichelbach möchte dann soll er ruhig dahin gehen. Ich glaube dort ist er am Besten aufgehoben und er hat sich sehr wohl dort gefühlt...“, antwortete Jonas als er unterbrochen wurde.

„Herr Schneider! Kommen Sie in mein Büro! Sofort!“, rief Herr Cremer, sein Chef, ihm zu.

Jonas seufzte und trat seinen schweren Gang an. „Das war es jetzt wohl. Bestimmt gibt er mir direkt die Kündigung. Kriege ich eigentlich Arbeitslosengeld? Muss ich am Ende zurück nach Hause ziehen? Zu meiner Mutter? Da sind doch irgendwie jetzt die Gesetzte für jüngere Arbeitslose geändert worden....“, dachte er und nahm vor dem Schreibtisch seines Chefs Platz.

„Herr Schneider, ich weiß wirklich nicht mehr was ich mit Ihnen noch anfangen soll. Sie waren lange Zeit fort. Zwar gab es eine Krankmeldung aber warum Sie sich ausgerechnet in Bayern auskurieren mussten war und ist mir ein Rätsel. Außerdem ist die Polizei hier aufgetaucht und hat für Unruhe unter den Mitarbeitern gesorgt. Vielmehr Sie haben dafür gesorgt. Und zu allerletzt haben Sie gestern gefehlt. Ohne Krankmeldung. Herr Steingruber meinte es ginge um etwas Persönliches. Ich sage es ganz ehrlich, eigentlich müsste ich Ihnen kündigen!“

Jonas zuckte zusammen. Herr Cremer hatte ja Recht mit seinen Vorwürfen. Schließlich kannte er die Hintergründe nicht.

„Aber Sie haben bislang sehr gute Arbeit geleistet. Das weiß ich auch. Daher werde ich es bei einer Abmahnung belassen. Dieses eine Mal noch. Beim nächsten Mal sind sie weg hier! Ist das klar?“, erkundigte sich Herr Cremer und Jonas nickte erleichtert.

Wenigstens warf man ihn nicht hinaus und er landete im Heer der Arbeitslosen....

Jonas verließ mit wackeligen Knien das Büro seines Vorgesetzten. Schweigend nahm er an seinem Schreibtisch Platz und kurz darauf gesellte sich Ingo zu ihm.

„Hat er dich gefeuert?“, erkundigte der Kollege sich besorgt?

Jonas schüttelte den Kopf. „Nein, ich bin noch mal mit zwei blauen Augen davon gekommen. Eine Abmahnung und ich darf mir nichts mehr zu Schulden kommen lassen.“

Ingo nickte. „Da hast du wirklich Glück gehabt. So sauer wie der Cremer gestern war. Puh, da habe ich einen weiten Bogen um ihn gemacht. Aber jetzt zu dir. Sag genau was geschehen ist.“

Jonas berichtete von den Ereignissen der letzten Nacht und Ingo hörte ihm mit blassem Gesicht zu.

„Armer Gerrit, da richtet ihn dieser Direktor übel zu und der Bekloppte schießt auf ihn. Aber du warst mindestens genau so dämlich. Wie war das noch mal mit dem Allein gegen Dämonen kämpfen? Das wird deiner Freundin gar nicht gefallen....“, stellte Ingo fest.

Jedoch Joans hatte mit einem Mal genug davon sich rechtfertigen zu müssen.

„Ich glaube ihr habt alle noch nicht begriffen worum es hier eigentlich geht. Um Dämonen. Und es ist lebensgefährlich. Hier geht es doch nicht darum dass ich ständig ohne Jessica los ziehe um Party zu machen oder allein in die Disko gehe. Hier geht es darum dass ich gegen Dämonen kämpfe. Das ist doch kein Spiel.“, fuhr Jonas Ingo an.

„Natürlich nicht, aber...,“ begann Ingo jedoch Jonas unterbrach ihn.

„Ich weiß ihr macht euch alle Sorgen um mich. Aber es ist wirklich meine Sache. Ich bin nun mal der der dieses blöde Muttermal und dieses Schwert hat. Und darum gerissen habe ich mich weiß Gott nicht. Stellt dir doch mal vor ich wäre Polizist und würde nachts in einem gefährlichen Bezirk auf Streife gehen. Oder ich wäre bei der Feuerwehr oder ein Sprengstoffexperte. Meinetwegen auch ein Soldat auf einem Auslandseinsatz in einem Kriegsgebiet. Da könnte auch keiner von euch mitkommen und auf mich aufpassen.“

„Aber da wärst du nicht allein...“, sagte Ingo ernst und Jonas nickte. 

„Nein, bei der Polizei hätte ich jemanden dabei der genau so wie ich in Lebensgefahr gerät. Bei der Feuerwehr oder im Kriegsgebiet auch. Das kann und werde ich vermeiden. Tut mir leid wenn ihr damit alle nicht klar kommt.“

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!