Kapitel 55

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Aufgewühlt verließ Julia Brittas Wohnung. Sie konnte und wollte sich nicht mehr auf das Buch konzentrieren. 

Ihr Freund hatte sich gerade von ihr getrennt und es war ganz allein ihre Schuld! 

„Warum musste ich mich auch so zickig benehmen ohne ihn wenigstens einmal anzusprechen! Ich und mein ewiges Misstrauen!“, dachte sie unglücklich und stieg in ihr Auto. 

Mit einem Mal sehnte sie sich danach sich in ihrem Bett zu verkriechen und zu weinen. 

„Als ob wir nicht schon genug Probleme hätten! Jetzt trennt sich auch noch Sebastian von mir! Er hatte nichts Schlimmes gemacht und ich habe mich aufgeführt wie eine Idiotin!“, dachte Julia und startete den Motor.

Einsam lagen die Straßen da und ein leichter Nebel war aufgezogen. Nebel, hatte das nicht meist etwas zu bedeuten? Jedoch das war egal! Sie hatte andere Sorgen als sich über das Wetter Gedanken zu machen!

Während sie nach Hause fuhr beruhigte Julia sich ein wenig. Direkt am nächsten Tag würde sie zu Sebastian fahren und noch einmal mit ihm reden! Vor allem würde sie sich bei ihm entschuldigen.

„Ich benehme mich wie ein dummes Kind, ich hätte das sofort tun sollen,“ dachte Julia und ärgerte sich als sie in ihre Handtasche griff und feststellte dass sie ganz offenbar ihr Handy in Brittas Wohnung vergessen hatte.

„Mist, das ist mal wieder typisch! Im ungünstigsten Moment ist das Ding weg! Ich hätte Sebastian anrufen und die Sache vielleicht sofort mit ihm klären können!“, dachte sie und ärgerte sich erneut über sich selbst. 

„Und wenn er nicht mehr mit mir reden will? Wenn er tatsächlich genug von mir hat? Ich liebe ihn doch! Das wird mir erst jetzt richtig klar wo es vielleicht zu spät ist,“ dachte Julia unglücklich und stoppte den Wagen als sie ihr Elternhaus erreichte. 

Julia griff sich ihre Tasche und stieg aus. Sei wühlte nach ihrem Hausschlüssel und ärgerte sich erneut.

Sie erinnerte sich jetzt ihn in Brittas Wohnung aus der Tasche genommen und nervös damit herum gespielt zu haben. Bei ihrem übereilten Aufbruch hatte sie ihn ebenfalls vergessen.....

Leider waren ihre Eltern zur Zeit nicht daheim sondern am Vortag nach Gran Canaria zu einem zweiwöchigen Urlaub aufgebrochen. 

„Jetzt komme ich nicht mal rein,“ dachte sie und grübelte einen Augenblick nach. „Ich fürchte ich muss zurück zu Brittas Wohnung fahren und meinen Schlüssel und mein Handy holen! Aber vielleicht habe ich jetzt wenigstens einmal Glück und Sebastian ist noch da!“

Julia wollte bereits zu ihrem Auto zurück kehren als sie hinter einer etwa zwei Meter hohen Hecke die das Grundstück ihrer Eltern vom Nachbargrundstück trennte eine Bewegung wahrnahm. Alle Alarmglocken schrillten und sie unterdrückte nur mühsam einen Schrei als zwei Henkersstatuen auf sie zukamen....

Rot glühten die Augen und sie hatten drohend die Axt und das Schwert erhoben. 

Julia erwachte aus ihrer Erstarrung und lief davon so schnell sie konnte. Sie wollte zum Auto rennen jedoch der Schlüssel fiel ihr aus der Hand. 

Zum Bücken blieb keine Zeit mehr denn sie hörte dass auch die beiden Dämonenstatuen ihre Schritte beschleunigt hatten. 

„Ich muss weg hier,“ dachte sie panisch. Was sollte sie nun tun? Beim einem der umstehenden Häuser klingeln und hoffen dass man sie hinein lassen würde? Versuchen in eine belebtere Gegend zu kommen? Mitlerweile war es später Abend und die meisten Menschen waren daheim und schliefen zum Teil bereits. 

Auch blieb zu so etwas keine Zeit mehr denn während sie langsamer wurde und nach Luft schnappte gewannen die Dämonen an Tempo. 

„Ich kann bald nicht mehr,“ dachte sie japsend und verfluchte ihre schlechte Kondition.

Dann wurde sie von hinten gepackt und herum gerissen. Sie sah in die rot glühenden Augen eines dämonischen Henkers.....

„Jetzt haben wir dich!“, erklang eine unheimliche Stimme.

Nach Julias übereiltem Aufbruch stellte Britta fest dass ihre Freundin ihr Handy und ihren Schlüssel vergessen hatte.

„Sie kommt bestimmt bald noch mal zurück und holt ihre Sachen! Dann sprichst du dich mit ihr aus, Sebastian!“, sagte sie zu dem jungen Mann der unglücklich drein sah.

„Ich will eigentlich nicht mehr mit ihr sprechen! Sie....vertraut mir kein bisschen!“, antwortete Sebastian leise.

„Wundert dich das wirklich? Immerhin warst du nur allzu bereit dich auf eine One-Night-Stand mit Katja einzulassen! Kein Wunder dass Julia da misstrauisch ist und sich fragt ob du so was dauernd machst!“, fuhr Britta ihn an während Dennis an ihrem Ärmel zog und sie zum Schweigen zu bringen versuchte.

Sebastian wurde blass. „Was geht dich da denn an? Aber wenn wir schon mal dabei sind, ich mache so was nicht andauernd! Bevor ich mit Julia zusammen kam hatte ich zwei Jahre lang ein- und dieselbe Freundin und mit der war ich ein halbes Jahr auseinander als ich Katja traf! Es war das erste Mal dass ich mich auf so was eingelassen habe und hinterher tat es mir leid! Nicht nur weil sie gestorben ist sondern auch weil ich mit ihr mit gegangen bin! Aber was wollt ihr eigentlich alle von mir? Damals war ich mit niemandem zusammen und habe auch niemanden betrogen!“

„Reg dich nicht auf! Britta hat es nicht böse gemeint!“, versuchte Dennis den anderen zu beschwichtigen. „Außerdem brauchst du uns das nicht zu erklären! Sprich morgen mit Julia darüber! Und klärt diesen Mist! Sie hat sich halt vertan als sie dich mit deiner Schwester gesehen hat! Aber darauf ist sie eben nicht gekommen! Schließlich kannte sie Lena nicht!“

„Ich denke wir machen für heute Schluss mit unseren Recherchen! Jetzt sind wir alle zu aufgeregt um uns über irgend welche Dämonentöterwaffen Gedanken zu machen! Am besten treffen wir uns morgen wieder! Nachdem du mit Julia gesprochen hast, Sebastian!“, sagte Britta ernst an Sebastian gewandt.

„Gut, ich spreche morgen mit ihr!“, gab dieser schließlich nach.

Zufrieden sah Direktor Engelmann auf die junge Frau die seine dämonischen Diener zu ihmauf den Schulhof brachten.Leider ließ die Wirkung seines Medikaments langsam nach und seine Magenschmerzen wurden wieder schlimmer.

„Julia Becker! So sieht man sich außerhalb der Arbeitszeit wieder! Wobei ich noch erwähnen möchte dass ich darüber Bescheid weiß dass Sie und Frau Hellenberg weiterhin heimlich Kaffee trinken! Das ist nicht in Ordnung!“

Julia versuchte sich aus dem Griff des Dämons der sie in erstaunlicher Geschwindigkeit durch die Stadt gebracht hatte zu befreien. 

Mehrmals hatte sie um Hilfe gerufen jedoch niemand hatte reagiert. Entweder waren die Menschen zu gleichgültig oder aber man konnte sie in Begleitung der Dämonen nicht hören. 

Vielleicht lag es auch einfach daran dass niemand bei dem schlechten Wetter zu dieser Zeit unterwegs war. Aber im Grunde genommen machte es keinen Unterschied. Wenigstens hatten die Dämonen sie noch nicht getötet und ihr ihre Seele gestohlen....

„Was wollen Sie von mir?“, fragte Julia und sah dass in einiger Entfernung drei Jungen die ihr vage bekannt vor kamen standen.

„Jetzt kommen wir der Sache schon näher! Ich habe Sie nicht wegen dem Kaffee holen lassen! Und sie sind auch nicht sonderlich überrascht! Daraus schließe ich dass Sie über meine Diener und ihre Art Bescheid wissen! Waren Sie vielleicht dabei als im letzten Oktober bedauerlicherweise eine Dämonenstatue bei der St. Andreas Kirche zerstört wurde von Jonas Schneider? Oder waren Sie dabei als einer meiner treuen Diener getötet wurde vor nicht zu langer Zeit? Sie wussten doch wie sehr ich an meinen Statuen hänge und dann sehen Sie einfach dabei zu wie man sie zerstört!“, erkundigte sich der Dirktor spöttisch und Julia zuckte zusammen.

Der ehemalige Richter lächelte zufrieden. „Sehr gut, Sie wissen Bescheid! Das erspart uns einige Umwege! Ich möchte eigentlich auch nur eine Kleinigkeit von Ihnen wissen! Wo hält sich Jonas auf? Und vor allem, wo ist Gerrit?“

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!