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Kapitel 10

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Am 8. Dezember, einem Samstag, stand Jonas mit einem großen Blumenstrauß und einer blauen, hübsch in Papier verpacken Vase, vor seinem Elternhaus und drückte auf die Klingel.

Es handelte sich um ein hübsches Einfamilienhaus, in das er mit seinen Eltern im Alter von drei Jahren eingezogen war und das von seiner Mutter liebevoll gehegt und gepflegt wurde. Nicht ein Stiefmütterchen im Vorgarten stand schief, das hätten sich die Blümchen auch gar nicht gewagt.

Wer schief wuchs wurde gnadenlos aus gerupft.

„Alles muss immer perfekt sein!“, dachte Jonas mit einem Anflug von Verachtung, auch wenn er sich ein wenig schämte, in dieser Weise von seiner Mutter zu denken.

Die Türe wurde geöffnet und Hedwig Schneider, seine Mutter, schloss ihn in die Arme. „Jonas, mein Junge, schön, dass du da bist! Deine Oma, die Müllers und die Schnitzlers sind auch schon da! Außerdem ist auch Frau Krause vorbei gekommen!“, teilte sie ihm mit und führte ihn ins Wohnzimmer, wo sich die anderen Gäste bereits versammelt hatten.

Er überreichte seiner Mutter den Blumenstrauß und die Vase, die genau zu der dazu gehörenden Gießkanne, die auf dem Fensterbrett stand, passte.

„Jonas, das wäre doch nicht nötig gewesen!“, sagte die Mutter überschwänglich vor Freude. Dann wandte sie sich an die Nachbarn. „Mein Sohn ist immer so lieb zu mir und wir verstehen uns so gut!“

Jonas zwang sich zu einem Lächeln. Also würde er heute Abend wieder den geliebten Sohn, der ein wunderbares Verhältnis zu seiner Mutter hatte, spielen müssen. 

Aber so war es ja schon immer gewesen, wenn andere Leute, insbesondere Nachbarn, dabei waren, wurde eben der schöne Schein gewahrt.

„Hallo, Jonas!“, spielte nun auch noch sein Vater das Spiel mit. „Natürlich willst du dir auch den Geburtstag deiner Mutter nicht entgehen lassen, nicht wahr? Wartet, ich hole meinen Fotoapparat und  mache ein schönes Erinnerungsfoto von euch beiden!“

„Ich hasse dieses Heile-Welt-Theater, aber immerhin ist es ihr Geburtstag,“ dachte Jonas und ließ sich von seiner Mutter in die Küche ziehen, in der einige Schüsseln mit verschiedenen Salaten standen.

„Hilf mir bitte, die ins Wohnzimmer zu tragen! Und bitte, blamiere mich heute Abend nicht! Ich möchte, dass es ein schöner Abend wird und ich will nicht, dass die Nachbarn und Oma merken, dass mit dir etwas nicht stimmt!“

„Mit mir stimmt alles!“, antwortete Jonas unfreundlich. Es sollte keiner sagen, er hätte es nicht probiert, aber wenn seine Mutter schon wieder so anfing....

„Jonas, bitte! Mach mir keinen Ärger heute Abend!“, zischte sie ihn unfreundlich an, während er ihr mit einer Schüssel, in der sich Nudelsalat befand, ins Wohnzimmer folgte.

„Nun stellt mal die Schüsseln weg, und dann leg mal einen Arm um deine Mutter, damit ich ein schönes Bild von Euch machen kann!“, forderte sein Vater ihn und die Mutter auf.

Gehorsam stellten sie sich nebeneinander und lächelten in die Kamera.

„Wisst ihr was, jetzt stellt sich Georg auf Hedwigs andere Seite, und dann machen wir ein schönes Familienfoto!“, bot nun Herr Schnitzler, ein älterer Nachbar, mit dem die Schneiders schon seit ihrem Einzug vor vielen Jahren befreundet waren, an.

Jonas und sein Vater nahmen Hedwig in die Mitte und ein weiteres Bild wurde gemacht.

„Noch eins?“, bot Herr Schnitzler an, jedoch Jonas schüttelte den Kopf.

„Machen Sie doch nur eins von den beiden!“, forderte er den Mann auf uns setzte sich neben seine Oma auf das Sofa. Diese drückte seine Hand.

„Es ist ihr Geburtstag, nur heute, dann hast du es bis Weihnachten wieder hinter dir!“, versuchte die ältere Dame ihn zu trösten.

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!