Kapitel 94

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Friedrich Engelmann wurde auf ein Zimmer gebracht, am nächsten Morgen sollten weitere Untersuchungen statt finden.

„Warum helfen die mir nicht sofort, diese Verbrecher?“, fuhr er zwei junge Krankenschwestern an die ihn in seinem Bett in ein Krankenzimmer schoben.

„Nachts haben wir hier nur eine Notbesetzung, der Doktor wird Sie morgen früh aber sofort ansehen,“ versuchte eine der beiden, sie hatte kurzes rotes Haar, ihn zu beruhigen.

„Ich habe Schmerzen!“, jammerte der ehemalige Richter. „Am liebsten würde ich diesen Arzt hängen lassen!“

„Es wird niemand mehr aufgehängt,“ stellte die rothaarige Krankenschwester kühl fest. „So was macht man doch nicht.“

„Leider ist es nicht mehr so. Aber ich habe schon viele Menschen auf diese Weise bestraft. Auf diese und andere....“, entfuhr es dem ehemaligen Richter. 

Jedoch er schwieg schnell denn die beiden jungen Schwestern wechselten einen verunsicherten Blick. Nicht dass diese beiden ihn am Ende noch für verrückt hielten....

Die Schwestern verließen das Zimmer und Engelmann bemerkte dass ein Schmerzmittel das man ihm verabreicht hatte so langsam seine Wirkung zeigte. Und mit den nachlassenden Schmerzen kehren auch seine Lebensgeister zurück. Er warf einen Blick ins Nebenbett. Dort lag ein Mann in seinem Alter und schlief tief und fest.

Im anderen Bett, ihn hatte man in die Mitte geschoben, lag ein jüngerer Mann. Dieser war wach und schaltete die Lampe über seinem Bett ein. Dann griff er nach einem Buch und begann darin zu lesen.

„Machen Sie das Licht aus! Ich will schlafen!“, schnauzte Engelmann ihn an. 

Der Mann zuckte die Schultern, schaltete das Licht aus und schlurfte aus dem Zimmer. Wollte er dort etwa weiter lesen? Bei Nacht? Das war doch ein Krankenhaus und kein Ort an dem man seinem Privatvergnügen nach gehen konnte. Aber das würde er sich nicht bieten lassen.

Friedrich Engelmann erhob sich aus dem Bett und folgte seinem Zimmernachbarn. Tatsächlich hatte dieser auf einem Stuhl vor dem Zimmer Platz genommen und las in seinem Buch.

„Was machen Sie da?“, fuhr der ehemalige Richter den jungen Mann an. Dieser schaute verwirrt zurück.

„Wonach sieht es denn aus? Ich lese!“, antwortete der Andere unfreundlich.

Der Richter riss ihm das Buch aus der Hand. „Harry Potter? Dieses sündhafte Buch das Zauberei gut heißt und verherrlicht? Das gibt es doch nicht. Sie sind doch erwachsen und müssen verdorbenen Kindern und Jugendlichen ein Vorbild sein!“

Er holte aus und schlug dem irritierten Mitpatienten das Buch an den Kopf. Dieser sackte zusammen.

Jedoch noch bevor der ehemalige Richter noch einmal zuschlagen konnte liefen schon die beiden Krankenschwestern sowie ein kräftiger Pfleger auf ihn zu. Er wurde gepackt und auf einen Stuhl gedrückt. 

„Ich hole den Doktor!“, rief die rothaarige Schwester und lief zum Telefon.

„Ach, jetzt kann er plötzlich kommen?“, erkundigte sich der ehemalige Richter empört jedoch der Pfleger schüttelte den Kopf. „Nein, wir meinen nicht den Doktor der sonst hier Dienst hat. Sondern einen anderen....“

Der niedergeschlagene Patient rappelte sich wieder auf. „Er hat mich geschlagen, nur weil ich Harry Potter lese. So was verrücktes. Warum läuft der frei herum?“

„Wie sprechen Sie mit mir, sie Zauberbücher lesender Verbrecher? Sie sollte man auch hängen lassen, genau so wie den Arzt der sich hier nicht um die Kranken kümmert. Aber sollte ich es jemals schaffen wieder unsterblich zu werden und Dämonen zu rufen dann werde ich mir eure Seelen holen!“, brüllte Engelmann los und vergaß seinen Vorsatz sich mit solchen Bemerkungen zurück zu halten. Er war eben mit den Nerven am Ende nach den schrecklichen letzten Ereignissen.

Schließlich eilten ein Arzt und zwei weitere Pfleger auf den um sich tretenden Engelmann zu. Der Arzt gab ihm eine Spritze.

„Ich glaube dieser Herr sollte in der geschlossenen psychiatrischen Abteilung weiter behandelt werden. Er braucht dringend Hilfe. So ein Schwachsinn, Dämonen, gestohlene Seelen....“, murmelte der Arzt und Friedrich Engelmann wurde in eine andere Abteilung verlegt.

Dort erwachte er am nächsten Morgen und stellte fest dass sich weder die Fenster noch die Tür zu seinem Zimmer von innen öffnen ließen. Ein weiterer Mann lag bei ihm im Zimmer.

„Hallo, wer sind Sie denn?“, erkundigte er sich.

„Ich bin Friedrich Engelmann, ein Richter!“, antwortete Engelmann wütend. Was quatschte dieser Mann ihn an.

„Freut mich Sie kennen zu lernen! Ich bin König Pippin der Kurze...“, antwortete der andere und sah den ehemaligen Richter mahnend an. „Aber verbeugen könnten Sie sich schon wenn sie mit mir sprechen....“

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!