Kapitel 165

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Georg ging unruhig auf und ab und sah von Zeit zu Zeit aus dem Fenster. Mittlerweile war es bereits später Abend geworden.

„Ich sehe nichts mehr von diesem Stefan. Vielleicht habe ich mich ja doch getäuscht und er war es gar nicht. Schließlich habe ich ihn nur ein einziges Mal im Krankenhaus gesehen und da hatte ich eigentlich andere Dinge im Kopf.“

„Darauf würde ich mich nicht verlassen. Wenn jemand der so aussieht wie Stefan etwas mit Hedwig zu besprechen hat dann hat das ganz bestimmt was zu bedeuten. Ich bin mir sicher dass er es war,“ sagte Lucas heftig.

Georg sah seinen Sohn überrascht an. Warum reagierte dieser so angespannt? „Lucas, was ist eigentlich los?“

„Du willst nur nicht glauben dass deine Frau wieder was im Schilde führt. Sie war doch hier und wollte dich wieder zurück haben. Und jetzt überlegst du ob sie sich vielleicht geändert hat. Ob es ihr mittlerweile leid tut was sie getan hat. Du weißt schon was ich meine. Dass sie dich umbringen wollte, dass sie Jonas mit ihren Tabletten vergiftet hat, der Terror den sie gemacht hat seitdem du dich getrennt hast...“, antwortete Lucas wütend und äußerte seine schlimmsten Vermutungen. 

„Du überlegst ernsthaft ob du wieder zu ihr zurück gehen sollst. Wahrscheinlich könnte sie mit einer Knarre hier auftauchen und Jonas und mich erschießen. Bestimmt würdest du sie nicht mal anzeigen...“

„Lucas, es reicht,“ wies Georg seinen Sohn zurecht. „Ich habe nie gesagt dass ich zu Hedwig zurück gehen werde. Falls du dich erinnerst, ich habe die Scheidung eingereicht. Aber entschuldigte bitte vielmals dass ich über zwanzig Jahre Ehe nicht einfach so von heute auf morgen weg werfe und mir weiterhin Gedanken um meine Frau mache. Vor allem dann wenn es ihr nicht so gut geht und sie offensichtlich große Probleme mit sich selber hat.“

„Das verstehen wir ja auch. Immerhin ist sie meine Mutter. Aber sie hat wirklich schon einiges angerichtet und die Vorstellung dass sie irgend etwas mit Stefan planen könnte gefällt mir ganz und gar nicht. Aber ich weiß was ich machen werde. Ich werde zu ihr fahren und mit ihr sprechen. Vielleicht erfahre ich ja etwa von ihr,“ sagte Jonas nachdenklich während Lucas diese Idee überhaupt nicht gut zu finden schien.

„Du willst freiwillig zu deiner Mutter gehen? Was ist wenn sie mit einer Axt auf dich los geht? Oder wenn sie dir wieder vergiftetes Essen andreht?“

„Ich werde bei ihr ganz bestimmt nichts mehr essen,“ sagte Jonas mit einem schiefen Grinsen. „Und ich werde schon mit ihr fertig sollte sie mich mit einem Beil angreifen, außerdem, kleine Blessuren heilen doch jetzt viel schneller seitdem....na, du weißt schon.“

„Seitdem was?“, fragte Georg und sah seinen Sohn erstaunt an. „Was heißt das Verletzungen heilen bei dir schneller? Was ist eigentlich los?“

„Ach, das hab ich nur so daher gesagt. Es kommt mir wohl so vor.....“,murmelte Jonas und griff nach seinem Schwert. „Ich fahre jetzt zu ihr. Vielleicht treffe ich da auch auf Stefan und wir können diese Sache irgendwie klären.

„Sollen wir die Polizei anrufen wenn du nicht zurück kommst?“, erkundigte sich Lucas beunruhigt und Georg sah seine Söhne kopfschüttelnd und fast schon verzweifelt an. „Das ist doch alles Wahnsinn. Wir sprechen hier immerhin von meiner Frau und Jonas Mutter....was ist nur aus uns allen geworden?“

Bitter fügte er hinzu: „Und da denken manche Promi-Paare oder Mitglieder irgendwelcher Königshäuser sie hätten Probleme mit ihren Ex-Partnern!“ 

Stefan reichte Hedwig die Tasse Kaffee die sie ihm serviert hatte und zog sich seine Schuhe wieder an die er auf ihr Geheiß hatte ausziehen müssen um nicht den weißen Teppichboden zu verschmutzen.

Er verstand dies sogar, schließlich hatte er sich auch geärgert als Jonas und Lucas mit Schuhen durch sein Wohnzimmer gelaufen waren.

„Ich werde mich jetzt dem Problem annehmen. Sie wissen noch wo Sie morgen früh nachsehen müssen?“, erkundigte sich der Dämonenjäger ein wenig ungeduldig. Die Frau würde anschließend sicherlich Schwierigkeiten bekommen aber das war ihm ziemlich gleichgültig.

Hedwig nickte. „Ja, das weiß ich noch...aber....ach, egal. Das geht Sie nichts mehr an. Ich frage mich nur warum ich nicht sofort mitkommen darf!“

„Weil ich ein paar.....Freunde da haben werde die mir helfen. Und diese Freunde sind ein wenig aggressiv um es genau zu sagen. Denen wollen Sie wirklich nicht begegnen. Außerdem ist es dunkel und Sie könnten stolpern und sich verletzten!“, sagte Stefan und grinste Hedwig belustigt an. „Aber wenn Sie meinen Sie müssten dort vorher auftauchen dann beschweren Sie sich bloß nicht bei mir!“

Stefan verließ Hedwigs Haus und stieg in seinen Wagen. Hedwig lächelte beim Gedanken an den Plan. „Das wird diesem Bengel eine Lehre sein. Und Georg wird wissen dass er mit ihm nur Ärger hat. Aber vielleicht lässt er sich doch wieder einwickeln? Vielleicht sollte ich.....“

Hedwig kehrte nachdenklich ins Haus zurück und fasste einen Entschluss als es klingelte. „Das ist bestimmt dieser Stefan. Hat er was vergessen?“, dachte sie verärgert und öffnete die Tür.

Überrascht sah sie auf den Besucher. „Jonas, was hast du denn hier zu suchen?“

„Darf ich rein kommen? Ich muss mit dir sprechen,“ sagte Jonas und schob seine Mutter zur Seite. Im Wohnzimmer sah er sich um. „Also, wo steckt er? Ist er bei der?“

„Wer soll bei mir sein?“, erkundigte sich Hedwig empört. „Hast du wieder Wahnvorstellungen? Und wie sprichst du überhaupt mit deiner Mutter die du seit Wochen nicht gesehen hast? Du könntest mal fragen wie es mir überhaupt geht. Aber das ist ja mal wieder so typisch für dich. Du denkst immer nur an dich!“

„Ich will wissen wo Stefan steckt,“ ließ sich Jonas nicht beirren und Hedwig zuckte zusammen.

„Ich liege also richtig, er war oder ist hier. Also, was plant er übles? Will er mich verprügeln? Will er ein paar Steine ins Fenster werfen? Sag besser was Sache ist sonst überleg ich mir das mit der Polizei noch mal. Du weißt schon, wegen dieser Kaffeegeschichte mit mir und Papa. Auch wenn er deswegen keine Anzeige machen will, ich könnte das auch tun.“

Hedwig wurde blass. „Was habe ich da nur groß gezogen? Und das nachdem ich meinen Beruf und meine Karriere für dich geopfert habe und jetzt wo dein Vater mich verlässt vor dem Nichts stehe! Stefan ist nicht da! Er ist vor ein paar Minuten erst weg gefahren. Keine Ahnung wo er hin möchte und was er vor hat. Aber du musst ihn mächtig verärgert haben. Kein Wunder, wenn man bedenkt wie du dich mir gegenüber immer benimmst. Damit bekommt man eben nur Schwierigkeiten! Aber auf diesen Eindringling Lucas ist er mindestens genau so wütend.“

Jonas warf seiner Mutter noch einen bösen Blick zu eher er in der Küche nach schaute ob Stefan dort irgendwo steckte. Flüchtig überlegte er ob er das Haus absuchen sollte aber dann kam ihm ein erschreckender Gedanke. 

„Er ist auch wütend auf Lucas. Er und Georg sind allein zu Haus. Was ist wenn Stefan da hin unterwegs ist? Wenn wir uns knapp verpasst haben?“

Jonas lief aus dem Haus und stieg in seine Auto während Hedwig ihm nach sah. „Was hat er jetzt vor?“, dachte sie verunsichert. Irgendwie waren sie doch alle verrückt, oder?

Jonas beeilte sich mit dem Wagen zu Georgs Wohnhaus zurück zu kehren. Dort angekommen stoppte er sein Auto, griff sich sein auf dem Beifahrersitz liegendes Schwert und lief zu Georgs Wohnung. 

Glücklicherweise stand die Tür zum Treppenhaus offen doch als er sich der Wohnungstür näherte sah er dort Herrn und Frau Velten, Georgs direkte Nachbarn an der halboffenen Tür stehen.

„Herr Velten wandte sich um. „Wir haben vorhin Geräusche und laute Stimmen gehört. Irgendwas stimmt da nicht. Die Tür steht offen....sollen wir rein gehen?“

„Natürlich gehen wir rein,“ sagte Jonas mit einem flauen Gefühl im Magen und stieß die Tür zur Wohnung ganz auf.

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