Kapitel 12

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Am 21. Dezember war es endlich so weit, der letzte Schultag vor den Weihnachtsferien und zugleich die Abschlussfeier des alten Direktors war gekommen.

Am Nachmittag würden Diana und ein paar andere ehemalige Schulkameraden kommen und den Klassenraum, in dem die Klasse des Jahrgangs 2002/03 das letzte Schuljahr verbracht hatte für das Klassentreffen am Abend vorbereiten.

Auch Julia freute sich sehr, denn sie hatte in den Weihnachtsferien Urlaub genommen, diesen hatte ihr alter Direktor ihr freundlicherweise genehmigt, immerhin war er in letzter Zeit bester Laune. Ein langes Arbeitsleben von über 40 Jahren lag nun hinter ihm und er freute sich auf seinen wohlverdienten Ruhestand.

Nun stand er neben Frau Hellenberg und Julia und sah auf einen verhüllten großen Gegenstand, der in einer Ecke des Schulhofes aufgestellt worden war.

„Den müssen die letzte Nacht heran geschafft haben, darunter soll sich eine sehr interessante Statue befinden, die der neue Direktor der Schule gewissermaßen ausleihen will für die  nächsten Jahre. Es handelt sich um seinen persönlichen Besitz und sie stand wohl schon an der letzten Schule, an der er unterrichtet hat. Nun soll sie uns hier Glück bringen,“ sagte Herr Mauser.

„Das ist doch sehr freundlich von ihm,  nicht wahr?“

„Ja, sehr freundlich,“ presste Julia mühsam heraus. Bei dem Wort „Statue“ war sie zusammen gezuckt und etwas, das dem neuen Direktor gehörte konnte ihr eigentlich nicht gefallen. Aber sie wollte auch nicht vorschnell urteilen.

„Vielleicht sollte ich ihm eine Chance geben und er ist gar nicht so schlimm,“ dachte die junge Frau.

„Wann wird die Statue denn enthüllt?“, erkundigte sich nun Frau Hellenberg. 

Auch sie war bereits in Weihnachtstimmung und trug einen Wollpullover, auf den Rentiere aufgestickt waren.

„Nachher, während der Abschieds- und Willkommensrede, die wir im Freien vor allen Schülern und Schülerinnen sowie sämtlichen Lehrern halten werden, Herr Engelmann und ich haben das genau geplant, und glücklicherweise hat der Hausmeister ja auch schon das Rednerpult aufgebaut und das Mikrofonkabel ausgerollt!“, antwortete der scheidende Direktor fröhlich.

Julia sah auf die Uhr. Noch anderthalb Stunden, und die Schule würde für dieses Jahr enden. 

Sie sah in einiger Entfernung Lucas, Andy, Sabrina und ein anderes Mädchen, Meike?, stehen.

„Ich glaube, die vier haben meinen Rat befolgt und sich miteinander verbündet,“ dachte sie zufrieden.

Nun sah sie, dass Lucas nach der Hand von Meike, wenn es sich denn um sie handelte, griff. „Allmählich lernt er wohl doch was über Mädchen,“ dachte Julia schmunzelnd und wieder kam sie zu dem Schluss, dass er sie irgendwie an Jonas erinnerte.

„Jonas würde die Statue bestimmt auch gerne sehen, aber vielleicht kommt er ja zum Klassentreffen. Er mag die Dinger doch fast so sehr wie uns!“, dachte sie mit einem Anflug von Sarkasmus.

Dann fing sie einige Gesprächsfetzen von vier Mädchen, die in ihrer Nähe standen, auf. „Meine Mutter hat mir das Taschengeld gestrichen, und ich darf nicht mehr in die Disko wegen der dicken Sabrina!“, klagte eine von ihnen.

„Und mein Vater sagt, Mirko wäre ein schlechter Umgang für mich, der ist echt voll gemein und ich soll mich bei Sabrina entschuldigen! Hoffentlich müssen wir wegen der nicht in den Knast!“, antwortete nun ein anderes der Mädchen.

Offenbar handelte es sich um die Schulkameradinnen, die sich den üblen Scherz mit der armen Sabrina geleistet hatten und Julia grinste. 

„Bei mir bekämen die auch kein Taschengeld mehr und Ausgehen wäre auch erst mal gestrichen!“

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