Kapitel 79

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Jonas und Lucas machten sich auf den Heimweg und bald darauf schlief der Jüngere auf dem Beifahrersitz ein. Die Waffen waren wieder im Kofferraum verstaut worden.

„Armer Lucas, das war alles ein bisschen zu viel für ihn! Aber vielleicht verzichtet er ja künftig freiwillig darauf mich zu begleiten,“ dachte Jonas mit einem mitleidigen Blick auf seinen jüngeren Bruder. „Jetzt muss ich ihn nur noch versprechen lassen Jessica nichts davon zu erzählen! Sonst will sie das nächste Mal auch mit! Oder sie ist wirklich böse auf mich und trennt sich sofort!“

Aufgrund der späten Stunde herrschte kaum Verkehr auf der Autobahn und gegen zwei Uhr in der Nacht betraten Lucas und Jonas erschöpft die Wohnung in Köln.

Lucas ließ sich auf das Sofa fallen während sein Bruder ihm die Schuhe auszog und ihm eine Decke reichte. 

Dann ging er selbst ins Bett und fiel kurz darauf in einen tiefen Schlaf in dem er glücklicherweise von Alpträumen in denen Statuen eine Rolle spielten verschont blieb.

Am nächsten Morgen erwachte Jonas erst gegen neun Uhr und freute sich dass sein Bruder bereits Kaffee aufgesetzt hatte.

„Danke, das ist gut! Den brauche ich jetzt!“, stellte Jonas fest und goss sich eine Tasse ein. Dann sah er Lucas ernst an. „Noch mal kommst du aber nicht mit wenn ich so etwas mache!“

„Doch, es war zwar grässlich aber natürlich komme ich mit! Vor allem wenn wir irgendwann vielleicht tatsächlich Engelmann finden! Und ich helf dir weiterhin beim Suchen nach ungewöhnlichen Nachrichten!“, antwortete Lucas. Dann stellte er eine andere Frage.

„Es ist gut dass du zwei Dämonen vernichtet hast die dir bei der Suche nach Engelmann über den Weg gelaufen sind! Aber was ist wenn wir ihn irgendwann finden und du in besiegst oder vielmehr seine beiden Henker tötest? Wenn es uns gelingt Gerrit zu helfen? Wirst du danach aufhören?“

„Ich weiß nicht! Ich möchte es gerne! Aber ob es dazu kommt weiß ich nicht!“, sagte Jonas mit einem Mal sehr unglücklich. „Dann lebe ich vielleicht nicht mehr und kann mich nicht mehr um Dämonen kümmern! Noch vor dem Sommer müssen wir es schaffen....“, fügte er in Gedanken hinzu.

„Jonas, ist alles in Ordnung mit dir?“, erkundigte sich Lucas besorgt. Irgendetwas lag Jonas doch auf der Seele und der Jüngere wünschte sich sein Bruder würde damit heraus rücken.

„Ich kann so was nicht zu Lucas sagen. Wie klingt das denn? Ich werde weiterhin Dämonen jagen aber nur noch bis zum Sommer denn dann bin ich tot? Das geht nicht! Und ich hoffe ja immer noch dass ich mir da was einrede und es nicht so weit kommt! Nicht wenn ich es verhindern kann!“, dachte Jonas und mit einem Mal war er entschlossen es dem Schicksal oder den Dämonen nicht zu leicht zu machen.

„Es ist alles in Ordnung mit mir! Die ganze Sache nimmt mich natürlich ein wenig mit! Aber du brauchst dir darum keine Gedanken zu machen!“, antwortete er seinem Bruder und versuchte zuversichtlich zu klingen.

Britta saß neben Julia auf dem Bett und zeigte ihr ein Ultraschallbild. 

„Das ist aber süß,“ sagte Julia und versuchte vergeblich auf dem Bild etwas zu erkennen. „Ich meine es sieht aus wie Dennis!“

„Ja, das finde ich auch!“, freute sich Britta und steckte das Bild wieder in ihre Handtasche. 

„Ich hoffe nur ich passe noch in mein Brautkleid im Mai! Aber im Laden meinten sie schon dann würden sie es mir ein wenig weiter machen! Meine Mutter hat sich übrigens auch langsam von dem Schock dass ich früh mit dem Kinderkriegen anfange beruhigt. Sie hat mir gestern sogar einen Strampler gekauft!“

„Und wenn mein Gips weg ist gehen wir beide auch einmal Babysachen einkaufen!“, schlug Julia vor.

Britta nickte. „Ja, das machen wir! Aber mal eine andere Frage, hast du noch mal was von Jonas gehört? Ich habe neulich Jessica von weitem mal kurz beim Einkaufen gesehen aber wir hatten keine Zeit um uns zu unterhalten! Dennis fragt von Zeit zu Zeit schon mal nach!“

„Nein, bei mir hat sich Jonas nicht mehr gemeldet! Ich fürchte dieses Bekanntschaft ist endgültig abgeschlossen! So richtig miteinander aus kamen wir ja auch nie!“, sagte Julia mit Bedauern. „Ich wünschte es wäre anders gekommen!“

„Ich weiß nicht so recht, wirklich leiden konnte ich ihn nie! Damals in der Schule nicht und auch heute nicht! Er hatte bei mir einige Pluspunkte weil er damals Dennis gerettet hat als er diese Statue zerstörte. Aber dann war er beim letzten Mal so fies und hat mir den ganzen Spaß genommen von dem Baby selbst zu erzählen!“, antwortete Britta. 

„Er ist halt manchmal ein Ekel! Erinnerst du dich noch an die Schulzeit? Damals in der 10. Klasse? Damals haben wir ihn schon gar nicht mehr so sehr geärgert aber dann sollten wir doch Vierergruppen für diese Referate bilden...“

„Ja, das weiß ich auch noch,“ erinnerte sich Julia an einen Vorfall der nun schon fast fünf Jahre zurück lag.

Julia, Britta undKatja saßen nebeneinander und sahen sich suchend um. Die Deutschlehrerin Frau Mertens bestand leider darauf dass sie sich zu viert mit einem Referat beschäftigen sollten. Einzig und allein Jonas und Dieter, ein schüchterner Junge mit dem auch keiner so recht etwas zu tun haben wollte den man aber im allgemeinen in Ruhe ließ waren übrig geblieben.

„Also, Jonas, Dieter, dann macht ihr beiden eben bei den drei Mädchen mit! So haben wir eine Fünfergruppe die etwas über das Leben von Tieren im Tierheim schreibt!“, forderte Frau Mertens die beiden übrig gebliebenen Jungen auf.

„Mit Katja, Britta und Julia?“, erkundigte sich Dieter schüchtern und setzte sich zu ihnen an den Tisch. Es war offensichtlich dass der schüchterne Junge sich am Ziel seiner Träume wähnte.

„Muss das sein dass Jonas auch mitmacht?“, erkundigte sich Katja spöttisch und die beiden anderen Mädchen kicherten.

Zwar hatten sie es mittlerweile weitgehend aufgegeben ihn zu ärgern aber mit Jonas zusammen arbeiten? Das war zumindestens einen Spruch wert!“

„Ja, ihr arbeitet zusammen und ich hoffe ihr vertragt euch miteinander!“, forderte Frau Mertens ihre Schülerinnen ungeduldig auf. 

Dann wandte sie sich an Jonas der nach wie vor an seinem Platz saß. „Was ist mit dir? Willst du dich nicht zu den anderen setzten? Bis Ende der Woche müssen die Referate fertig sein und du willst deins doch nicht als einziger allein machen, oder? Das ist viel zu viel Arbeit!“

„Doch, ich mache meins allein!“, antwortete Jonas schlecht gelaunt. 

Was sagst du da? Das ist doch Unsinn! Nun sei doch ein wenig teamfähiger!“, forderte die Lehrerin ihren Schüler auf.

Katja und Britta kicherten. „Der und teamfähig? Nie im Leben kann man mit dem zusammen arbeiten!“

„Da lege ich auch gar keinen Wert drauf,“ sagte Jonas leise. 

In letzter Zeit hatte er begonnen sich gegen dumme Bemerkungen zur Wehr zu setzten.

„Dann mach doch was du willst! Wir wollen dich auch gar nicht dabei haben! Nicht so wie den lieben Dieter!“, stellte Julia fest und lächelte Dieter lieb an. Dieser wurde rot vor Verlegenheit.

Einige Tage später trug Jonas sein Referat vor was natürlich von Zwischenrufen und weniger freundlichen Bemerkungen begleitet wurde. 

Als er sich beim Lesen ein wenig verhaspelte flogen ihm ein paar Papierkugeln an den Kopf als Frau Mertens nicht hinsah.

„Der Inhalt ist gut aber der Vortrag war eine Katastrophe, Jonas! Das gibt eine vier!“, stellte die Lehrerin fest.

Als nächstes las Dieter das Referat vor das er mit den Mädchen hatte erarbeiten sollen. Katja zeigte einige Fotos die Dieter zu einem Plakat zusammen gestellt hatte.

Für die gute Arbeit erhielt die Vierergruppe eine zwei. Dabei verschwiegen Katja, Julia und Britta wohlweislich dass sie Dieter die ganze Arbeit hatten allein machen lassen.....

Von Dieter hörten sie nach Schulschluß nie wieder etwas, es hieß dass er nun in Berlin lebe und dort in einem Supermarkt arbeiten würde.

„Kein Wunder dass Jonas nicht allzu gerne mit uns zusammen arbeiten möchte, damals so wenig wie heute,“ sagte Julia leise und Britta grinste. „Er war und ist eben nicht allzu teamfähig!“

„Wir aber auch nicht!“, antwortete Julia ernst.

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