Kapitel 53

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Eigentlich hatte Direktor Engelmann am Vorabend seinen Henkern den Befehl geben wollen, sich auf die Suche nach Julia Becker zu machen. Jedoch er kam nicht mehr dazu denn kurz vor Schulschluss, er hatte gerade einen rauchenden Jungen mit einem zehnseitigen Aufsatz bestraft, wurde er von heftigen Magenschmerzen heimgesucht. 

Er musste sich sogar ein Taxi rufen und nach Hause fahren. Dort verbrachte er eine schlaflose Nacht in seinem Bett und wälzte sich vor Schmerzen hin und her.

Aufgrund der immer schlimmer werdenden Beschwerden saß Direktor Engelmann am nächsten Tag in einer Arztpraxis im Wartezimmer. Er hielt eine Hand auf den Magen gepresst und starrte mit schmerzverzerrtem Gesicht auf die anderen Patienten. Bei ihnen handelte es sich um zwei ältere Damen sowie einen männlichen Teenager, der einen Schal um den Hals trug.

„Wegen ein paar Halsschmerzen schwänzt dieser Bengel den Unterricht und faulenzt hier herum! Das darf doch einfach nicht mehr wahr sein! So einem Drückeberger sollte ich meine Henker schicken, damit sie ihm eine Lektion erteilen!“, dachte der ehemalige Richter wütend. 

Wie sehr er diese faule, rücksichtslose und nur an sich selbst denkende Jugend doch hasste! Mit Gerrit war es genau das gleiche gewesen! Während dieser seine unverdiente Freiheit genoss litt er Höllenqualen....

„Herr Niesen, Sie können jetzt zum Doktor rein gehen!“, riss ihn die Stimme einer Arzthelferin aus seinen Gedanken und der Junge erhob sich. Jedoch dann fiel sein Blick auf Herrn Engelmann. „Dem Herrn hier geht es sehr schlecht! Ich kann noch ein bisschen warten! Nehmen Sie ihn doch bitte zuerst dran,“ sagte er und nach einem kurzen Zögern stimmte die Arzthelferin zu und winkte den Schuldirektor aus dem Wartezimmer heraus.

„Das war aber nett von dem jungen Mann! Ich sage es ja immer, unsere Jugend ist viel besser als ihr Ruf! Denen wird teilweise richtig unrecht getan!“, sagte sie während der ehemalige Richter ihr ins Behandlungszimmer des Arztes Dr. Grün folgte.

„Das ist aber nicht Herr Niesen, oder?“, fragte der Arzt strinrunzelnd und die Arzthelferin klärte ihren Chef über die neue Patientenreihenfolge auf.

„Ah ja, das ist wirklich sehr nett von Herrn Niesen, dass er sie vorlässt! Aber nehmen Sie doch bitte Platz! Sie sehen ja wirklich nicht gut aus!“, stellte der Arzt fest und sah Herrn Engelmann besorgt an.

„Mir geht es auch schlecht! Ich leide schon seit langem unter Magenschmerzen! Lange Zeit hatte ich meine Ruhe und jetzt holt mich mein altes Leiden wieder ein!“, klagte Friedrich Engelmann und legte sich auf eine Liege während der Arzt seinen Bauch abtastete. 

„Das sieht aber gar nicht gut aus,“ murmelte dieser und dem Schuldirektor wurde es Angst und Bange. War er tödlich erkrankt? Der Arzt zu seinen Lebzeiten hatte es gesagt.....

„Das sieht mir nach einem oder mehreren Magengeschwüren aus! So was kann gefährlich werden, so was kann auch bösartig sein. Aber ich will Ihnen keine Angst machen! Ich schlage vor dass sie im Krankenhaus eine Magenspiegelung machen lassen! So etwas kann viele Ursachen haben. Was ist denn Ihr Beruf? Sind sie dort sehr viel Stress ausgesetzt?“, erkundigte sich der Arzt nachdem er den ehemaligen Richter untersucht hatte.

„Ja, ich muss mich mit schrecklichen Verbrechern herumschlagen! Diese stehlen mir sogar die Nachtruhe! Ich ärgere mich über Diebe, Betrüger und Menschen, die alte Kunstgegenstände ermord...ähm zerstören!“, antwortete Friedrich Engelmann.

„Arbeiten Sie beim Gericht oder bei der Polizei? Sie sollten lernen, Beruf von Privatem zu trennen und die Arbeit nicht am Abend mit ins Bett nehmen,wenn Sie verstehen was ich meine! Sie sollten versuchen, ruhiger zu werden! Ich werde Ihnen jetzt etwas gegen die Magenschmerzen aufschreiben! Das sind gut verträgliche Tropfen und die nehmen Sie bitte dreimal täglich! Aber die Magenspiegelung sollten Sie so schnell wie möglich machen lassen! Nicht dass es mit den Geschwüren noch schlimmer wird!“, riet der Arzt seinem Patienten und schickte ihn zur Praxisanmeldung zur Abholung seines Rezeptes.

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