*Psst* Notice anything different? 👀 Find out more about Wattpad's new look!

Learn More

Kapitel 70

86 7 0

Dankbar dafür dass er an diesem Montag pünktlich Feierabend machen konnte verließ Jonas am Nachmittag seinen Arbeitsplatz und betrat kurz darauf seine Wohnung.

Er genehmigte sich eine Dosensuppe ehe er müde und erschöpft ins Bett fiel und einschlief. Zwei Stunden später weckte ihn Jessica die an der Tür klingelte. 

Mühsam erhob sich Jonas aus dem Bett und zog sich schnell einen Pullover mit langen Ärmeln an. Den Verband an seinem Oberarm musste Jessica nicht unbedingt bemerken und er hoffte dass sie seine schlecht Ausrede schlucken würde.

Jonas öffnete die Tür und bemühte sich nicht zu müde zu wirken.

Jessica gab ihm einen Kuss zur Begrüßung auf die Wange und betrat seine Wohnung. Fragend sah sie ihn an. 

„Jonas, was war gestern los? Ich konnte dich den ganzen Abend über nicht erreichen und heute morgen bei der Arbeit wollte ich dich nicht anrufen weil meine Chefin so was auch nicht so gerne hat!“

„Mein Akku war leer! Tut mir leid! Aber ich war unterwegs!“, antwortete Jonas ausweichend.

„Unterwegs? Wo hast du gesteckt?“, hackte Jessica nach. Irgend etwas stimmte doch nicht. 

Andererseits, was war an ihrer Beziehung zu Jonas schon normal? Was verlief schon so wie es sollte? 

„Ich bin durch die Gegend gefahren! Ich musste über einiges nachdenken und war erst sehr spät zurück!“, antwortete Jonas. 

Dass es eher früh als spät gewesen war als er zurück kehrte erwähnte er vorsichtshalber nicht. Und auch nicht dass es ihn bis nach München verschlagen hatte.

„Aber ich habe dir was mitgebracht! Ich musste tanken und da hab ich dir das gekauft! Ich fand ihn niedlich und wenn ich mal nicht da bin dann soll er auf dich aufpassen!“,sagte Jonas und griff nach dem Teddybären den er in der letzten Nacht an der Tankstelle gekauft hatte.

Jessica nahm ihn entgegen und drückte ihn kurz an sich. „Danke, der ist wirklich süß! Aber du sagst mir nicht die Wahrheit! Ist alles in Ordnung? Du hast nichts gemacht was gefährlich ist? Nichts was in irgend einer Art und Weise mit Statuen zu tun hat?“

„Nein,“ log Jonas sie an. „Ich musste wirklich nur allein sein und hielt es in der Wohnung nicht mehr aus! So viel ist passiert in der letzten Zeit und da musste ich einfach ein wenig abschalten! Tut mir leid wenn du dir Sorgen gemacht hast und es wird auch nicht mehr vorkommen!“

Jonas umarmte Jessica und drückte sie feste an sich. Jessica erwiderte seine Umarmung zögerlich und er unterdrückte ein schmerzhaftes Aufstöhnen als sie seinen verletzten Oberarm berührte. 

„Du sagtest du hättest etwas herausgefunden?“, erkundigte sich Jonas als sie sich voneinander lösten. 

Jessica nickte. „Ja, das habe ich! Dieses „Wo die Mutter über sie wacht“ ging mir nicht aus dem Sinn. Und durch die Erwähnung von diesem Merlinus kam mir eine Idee!“

„Was für eine Idee denn?“, erkundigte sich Jonas und setzte sich neben sie aufs Sofa.

„Ich habe früher gerne Fantasy-Romane gelesen, „Die Nebel von Avalon“ und solche Dinge. Geschichten von König Artus und auch solche Filme mag ich ganz gerne. Und da hab ich mich auch mal ein wenig mit der Hintergrundgeschichte beschäftigt. Jedenfalls mit dem was davon bekannt ist. Merlinus beispielsweise könnte wirklich mit Merlin zusammen hängen. Und dieser wiederum geht auf viel ältere Mythen zurück. Magische Waffen passen in dem Zusammenhang auch irgendwie. Denk nur mal an das Schwert von König Artus das in den Geschichten vorkommt.

Das brachte mich auf einen anderen Gedanken. Früher verehrten viele Völker, unter anderem auch unsere Vorfahren hier in der Gegend, verschiedene Götter. Unter anderem auch Muttergottheiten.“, berichtete Jessica und schweig einen Augenblick.

„Und du meinst damit könnte es etwas zu tun haben?“, erkundigte sich Jonas. 

Jessica nickte. „Ja, könnte es tatsächlich! Und zwar wurden viele christliche Kirchen auf alten Heiligtümern errichtet. Damit fiel den Gläubigen auch der Übergang von Heidentum zu Christentum leichter, dort hatten sie früher ihre Götter verehrt und jetzt verehrten sie statt dessen Heilige. Manchmal waren die sogar noch für das gleichen Dinge zuständig! Um manche dieser Kirchen entstanden auch Klöster. Und jetzt kommt es. Ich habe einmal vor ein paar Jahren, es war in der 6. Klasse, eine Klassenfahrt gemacht in ein Kloster. Um sich über Wasser zu halten haben die wenigen Schwestern die es heute dort noch gibt eine Jugendherberge in einem Teil des Klosters eingerichtet. Da waren wir damals auch. Und jetzt rate einmal um welches Kloster es sich dabei handelt und wo es lag!“

„Ich habe keine Ahnung! Es sei denn....dieser Walther erwähnte doch ein Kloster in seinem Buch. Das St. Anna Kloster und er war befreundet mit der Äbtissin!“, vermutete Jonas.

Jessica nickte. „Ganz genau um das Kloster handelt es sich. Und an Stelle des Klosters, eine der Schwestern erzählte damals davon, befand sich bereits in vorchristlicher Zeit ein Heiligtum. Dort wurde eine Göttin verrehrt. Die Christen machten daraus die heilige Anna, die Mutter Marias. Aber jetzt lies mal was ich über sie gefunden habe:

Anna, die "Ahnin", ist die mythische Mutter der Jungfrau Maria. Auch sie hat ihren Ursprung im Kult der Muttergottheiten, nehmen wir nur als Beispiel Diana oder genauer Syriens "Di-Ana", also "Göttin Ana",auch noch unter anderen Namen bekannt, in unserem Raum als jungfräuliche Variante und für die Jagd zuständig bekannt.* 

„Das habe ich im Internet gefunden. Passt doch irgendwie, oder? Und im Mittelalter wussten viele Leute trotz aller gegenteiliger Bemühungen seitens der Kirche noch wer ursprünglich an manchen Orten verehrt wurde und wer sich hinter den Heiligen verbarg! Und dieses Kloster liegt in der Nähe von Walthers Dorf, keine drei Kilometer entfernt! Außerdem war er mit der Abtissin befreundet. Na, ist das ein Hinweis oder nicht?“

„Es könnte ein Hinweis sein,“ gab Jonas zu. „Vielleicht sollte ich in den nächsten Tagen einmal zu diesem Kloster fahren! Wenn die sogar Teenager beherbergen dann sind die vielleicht auch bereit mit uns zu reden oder so. Aber ich fürchte sie werden nicht zulassen dass wir ihr Kloster durchsuchen....“

„Fragen kostet ja nichts und einen Versuch ist es auf alle Fälle wert! Übrigens habe ich vorhin mit Lucas telefoniert. Er rief an und macht sich auch Sorgen weil er dich gestern nicht erreichen konnte! Ich habe ihm gesagt dass ich möglicherweise eine Idee habe wo die Waffen sein könnten! Er möchte mitkommen!“, antwortete Jessica. 

Jonas schüttelte den Kopf. „Ich möchte Lucas da am liebsten gar nicht mehr mit hineinziehen! Er sollte eigentlich seine Ruhe haben!“

„Lucas ist kein Kleinkind! Außerdem ist es nicht gefährlich was wir vorhaben!“, erwiderte Jessica ernst. 

„Na gut, dann kommt ihr beiden von mir aus mit! Aber sonst niemand!“, stimmte Jonas schließlich gähnend zu und schloss die Augen während Jessica ihm besorgt dabei zu sah wie er sich auf dem Sofa zurück lehnte und kurz darauf einschlief.

„Was hast du nur gemacht dass du so kaputt bist? Wirklich nur die Nacht durchgemacht? Aber ich werde schon noch dahinter kommen!“

* Diesen Hinweis auf die Göttin Ana gibt es tatsächlich im Internet und habe ihn da auch übernommen. Bei Interesse einmal Muttergottheiten oder keltische Muttergottheiten und Ana eingeben....

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!