Kapitel 110

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Sebastian beeilte sich an einem regnerischen Maitag nach Hause zu kommen. Es war bereits spät, er hatte sich zu lange bei seiner Mutter die ihm ins Gewissen geredet hatte, aufgehalten.

Anschließend war er so unvorsichtig gewesen noch Zigaretten die er für den Abend und die kommende Nacht dringend benötigte im Supermarkt zu besorgen. 

„Die machen jetzt Abends so lange auf. Sehr unvorsichtig, vor allem im Winter, wenn es früh dunkel wird....wissen die denn nicht was sich dann alles herum treiben kann? Aber früher war ich ja auch dumm und ahnungslos,“ hatte er gemurmelt als er den Supermarkt verließ.

Sebastian musste den Weg zu Fuß zurück legen denn zwei Wochen zuvor hatte ihn die Polizei angehalten und eine Alkoholkontrolle vorgenommen. Er hatte in der Nacht zuvor, als er nicht schlafen konnte, mehrere kleine Gläser Mariacron getrunken.....

„Die haben was von Restalkohol gesagt und leider bin ich meinen Lappen nun los. Nicht dass es so schlimm wäre, immerhin gehe ich ja nicht mehr arbeiten. Ich brauche eigentlich kein Auto und keinen Führerschein mehr. Außer wenn ich zur Gärtnerei muss um neues Eisenkraut zu kaufen. Aber da fährt mich zum Glück mein Schwesterchen Lena,“ dachte er und erreichte endlich die Haustür des Mehrfamilienhauses in dem er lebte.

„Gleich wird es dunkel und der geht noch raus, ein Grund sich keinen Hund anzuschaffen,“ dachte Sebastian als er einem Nachbarn, der seinen Schäferhund an der Leine führte, im Treppenhaus begegnete.

Andererseits konnte so ein Tier vielleicht einen Dämon wittern bevor er selbst ihn bemerkte. Aber hatte man vor der St. Andreas Kirche nicht vor einigen Jahren einen toten Hundebesitzer gefunden während das Tier die Statue ankläffte? Genutzt hatte der Hund also auch nichts.

Leider hatte Sebastians Weg vom Haus seiner Eltern zum Supermarkt ihn an eben dieser Kirche vorbeib geführt. Glücklicherweise war die Statue fort, trotzdem war er so schnell wie möglich dort vorbei geeilt obwohl es da noch heller Tag gewesen war und sich mindestens 10 andere Menschen in seiner Nähe befunden hatten. Ahnungslose Menschen die nicht wussten was dort einst geschehen war.

„Zum Glück muss ich nicht an meiner ehemaligen Schule vorbei gehen. Zwei Orte an denen ich Statuen sah, das wäre wirklich zu viel an einem Tag für mich gewesen. Auch wenn sie weg sind. Ich will mich nicht immer daran erinnern,“ dachte Sebastian und betrat seine unaufgeräumte Wohnung.

„Wenn meine Mutter das sehen würde dann bekäme sie einen Schlag. Und Julia auch. Als ich noch mit ihr zusammen war habe ich immer aufgeräumt. Aber es ist besser dass wir uns getrennt haben. Auch sie hat mich immer an das erinnert was geschehen ist. Denn sie war ja auch dabei,“ dachte der junge Mann und suchte im Schrank vergeblich nach einem sauberen Glas.

Sie alle standen, neben zwei schmutzigen Aschenbechern, in der Spüle. Er nahm sich ein Glas und spülte es kurz unter fließendem Wasser ab ehe er sich einen Schlummertrunk einschenkte.

Mit seinem Glas Mariacron setzte sich Sebastian anschließend vor den Fernseher und zündete sich zusätzlich noch eine Zigarette an. 

Sicherlich würde er im Laufe der nächsten Stunden den Inhalt der halben Packung rauchen ohne seine Nerven wirklich beruhigen zu können. Das schaffte auch der Alkohol nicht wirklich. 

Aber ab einem bestimmten Zeitpunkt, der immer später eintrat und für den er immer mehr Mariacron benötigte fand er die Vorstellung von einer Statue angegriffen und seiner Seele beraubt zu werden nur noch komisch und konnte darüber lachen.

Dann schlief er meistens auf dem Sofa oder im Sessel ein. Er wusste nicht wann er das letzte Mal in seinem Bett geschlafen hatte. Am Anfang, als er begonnen hatte seine Nächte so zu verbringen, war er am Morgen noch unter die Dusche gestiegen und hatte seine zerknitterte Kleidung gewechselt. Doch die Mühe machte er sich nun nicht mehr.

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