Kapitel 199

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Bernd und Alex waren wütend auf den Türsteher der Disco „Mallorca“. Sie hatten einen anderen Gast aus „Versehen“ mit Bier überschüttet, nachdem dieser sich geweigert hatte, ihnen ein Bier auszugeben.

Daraufhin waren sie auf einmal von hinten gepackt und vor die Tür gesetzt worden.

„Mit euch beiden gibt es hier immer nur Ärger,“ sagte der Türsteher. „Ihr habt hier ab jetzt Hausverbot! Macht, dass ihr weg kommt!“

„So ein Mist,“ fluchte Alex. „Wir sind doch keine Verbrecher! Wir wollten doch nur ein Bier haben. Das mussten wir uns selbst kaufen, weil der Typ uns das nicht zahlen wollte.“

„Ja, war doch ein faires Angebot. Wir rammen ihm nicht unsere Faust in den Magen, wenn er uns was zu trinken ausgibt. Und dann haben wir ihn nur was abgegeben....“, maulte Bernd und schlug seinem Kumpel auf die Schulter. „Aber mach dir nichts draus. Gehen wir halt wo anders hin! Zum „Zündholz“ zum Beispiel....“

„Da haben wir seid letzter Woche auch Hausverbot,“ klagte Alex schlecht gelaunt. „Da dürfen wir auch nicht mehr hin gehen. Bleibt nur noch der „Weinkeller“. Aber da gehen so versnobte Typen hin und die Tussis sind nicht so knackig wie im „Mallorca!“, beschwerte sich Bernd.

„Guck mal, da ist wieder diese blöde Kirche. Da, wo wir an dem Abend, als wir mit diesem Kerl aus deiner Klasse abgerechnet haben, gegen einen Geist gekämpft haben! Mit leeren Dosen! Das war doch cool!“, freute sich Bernd mit einem Mal und deutete auf den Kirchturm der St. Andreas Kirche.

„Und guck mal da, die haben das Ding wieder repariert! Die Statue steht wieder da!“

Alex sah erst Bernd an und dann zur Kirche. „Wo denn? Da ist keine Statue! Solltest nicht so viel trinken und lieber dein Bier anderen über die Klamotten kippen! Da ist keine Statue!“

„Tatsächlich nicht. Ich dachte gerade, ich hätte sie kurz gesehen! War wohl eine Halluzination. Mein Opa hat, als er was getrunken hat, den Osterhasen in seiner Wohnung gesehen! Da besteht er bis heute drauf,“ lachte Bernd und griff nach einem kleinen Stein.

Den warf er in hohem Bogen Richtung Kirche. „So, wenn da eine Halluzination stand, hab ich sie erwischt. Bestimmt in den Magen. Ich bin schon klasse, was? Nehme es sogar mit Steinstatuen auf!“

Gemeinsam machten sich Bernd und Alex auf den Weg zum „Weinkeller,“ der einzigen Kneipe in der näheren Umgebung, in der sie noch kein Hausverbot hatten.

Sie ließen sich ihr Bier schmecken und torkelten anschließend, es war mittlerweile drei Uhr am Morgen, zum Taxistand und fuhren nach Hause. 

Zuerst stieg Alex aus und schleppte sich in die Wohnung seiner Eltern, die ihm sicherlich wieder einmal die Hölle heiß machen würden.

Daran zumindest dachte Bernd, als er kurz darauf vor seiner Wohnung aus dem Taxi stieg und den Fahrer bezahlte.

„Der Alex hat schon Pech. Bestimmt sagen die wieder so Sachen wie, dass er sein Arbeitslosengeld nicht versaufen soll. Und dass er sich Arbeit suchen soll. Erst mal können, wenn man keinen Führerschein mehr hat!“

Bernd suchte, während das Taxi davon fuhr, nach dem Schlüssel. „Mist, wo hab ich den jetzt eingesteckt? Ach hier, in der Jackentasche. Ist ja richtig kalt geworden, und jetzt ist es auch noch nebelig....

Bernd zog seinen Schlüssel heraus, als sich von hinten eine Hand auf seine Schulter legte. Er blickte rot glühende Augen und schrie auf, als sich eine Hand auf seine Brust presste und ein heftiger Tritt seines Gegners sein Schienbein brach....

„Du beleidigst niemanden mehr!“, ertönte eine Stimme, die aus der Hölle zu stammen schien.....

Am nächsten Morgen verließ Herr Herbert, ein Rentner, gegen sechs Uhr morgens seine Wohnung, um seine morgendliche Joggingrunde zu drehen. 

Er hatte in der Nacht zuvor überraschend gut geschlafen, obwohl es die Nacht von Samstag auf Sonntag gewesen war.

Für gewöhnlich randalierte sein schrecklicher junger Nachbar, Bernd Kunze, immer im Treppenhaus, wenn er am Wochenende Nachts aus der Disko zurück kehrte.

Er hatte einmal gegen drei Uhr Nachts, als er auf der Toilette gewesen war, geglaubt, den jungen Mann schreien zu hören. Doch offenbar hatte dieser sich dann entschieden, doch den Mund zu halten und Rücksicht zu nehmen.

„Er hat auch die Musik nicht noch mal laut aufgedreht, als er nach Hause gekommen ist,“ freute sich Herr Herbert und öffnete die Haustür.

Er fasste sich an die Brust. „Das darf doch nicht wahr sein....das ist doch der Kunze! Was ist denn mit ihm los?“

Das linke Bein war seltsam verdreht und die Hose war blutig. Ragte dort ein Knochen durch den Stoff?

Der Rentner griff nach seinem Handy, das er eigentlich als modischen Schnickschnack betrachtete. Doch in diesem Fall war er dankbar für das Geschenk seiner Tochter und seines Schwiegersohns, die meinten dass es nichts schaden könne, eins dabei zu haben, wenn er morgens seine Joggingrunde drehte.....

Kurz darauf traf ein Krankenwagen ein und eine junge Notärztin kümmerte sich mehr um Herrn Herbert als den vor dem Haus liegenden Toten. Dass dieser tot war, und dies schon seit ein paar Stunden, hatten die Ärztin sehr schnell festgestellt und die Polizei gerufen.

Herr Herbert, geht es Ihnen einigermaßen gut?“, fragte sie besorgt.

Der Rentner nickte. „Ja, mir geht es gut. Das hätte ich diesem schrecklichen jungen Mann auch nicht gegönnt. Jemand hat sein Bein kaputt getreten. Das sieht man doch ganz deutlich. Aber woran ist er denn gestorben?“

Die Notärztin schüttelte den Kopf. „Das kann ich noch nicht sagen. Dafür sind jetzt die Polizei und die Gerichtsmediziner zuständig. Ich weiß, das ist kein schöner Anblick. Aber bitte versuchen Sie sich ein wenig zu beruhigen! Haben Sie ihre Tochter erreicht? Die wollte doch gleich vorbei kommen!“

„Ja, meine Sonja kommt gleich,“ murmelte der Rentner. „Der arme junge Mann! Ich konnte ihn nicht leiden, immer hat er nur Krach gemacht, mich beschimpft und die Treppe nicht geputzt. Aber so was.....“

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