Kapitel 89

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Überrascht öffnete Hedwig am Abend die Tür und ein Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Ihr Ehemann Georg stand vor ihr und er trug sogar einen schicken Anzug.

„Georg! Komm doch rein!“, sagte Hedwig und Georg betrat wortlos das Haus. 

„Ich muss dringend etwas mit dir besprechen Hedwig, ich komme direkt von der Arbeit oder vielmehr von der Polizei! Aus Köln! Ich bin dort mit einem Anwalt hin gefahren um unserem Sohn beizustehen!“

„Aber damit muss Jonas doch allein fertig werden! Stell dir nur einmal vor jemand der uns kennt hätte dich bei der Polizei gesehen!“, klagte Hedwig. „Das fällt doch auf mich zurück!“

„Hedwig! Wenn du nicht auf der Stelle die Klappe hältst dann drehe ich durch und werfe Möbel durch den Raum! Am besten direkt in den Garten in deine Stiefmütterchen! Weißt du eigentlich was du angerichtet hast? Man hat unseren Sohn wie einen Schwerverbrecher bei der Arbeit abgeholt! Du legst doch immer so viel Wert auf die Meinung anderer! Aber was jetzt Jonas Chef und seine Kollegen von ihm denken ist dir ja anscheinend gleichgültig!“, sagte Georg wütend und trat leicht mit seinen Schuhen gegen das weiße Sofa im Wohnzimmer. 

Zufrieden sah er dass sich ein grauer Fußabdruck auf dem hellen Stoff zeigte.

„Georg! Was redest du denn da? Natürlich ist es nicht schön für Jonas dass er von der Polizei bei der Arbeit abgeholt wurde! Und ich hoffe wirklich dass das keiner unserer Bekannten oder Freunde heraus findet! Aber er hat es sich doch selber zuzuschreiben! Warum muss er denn auch Statuen kaputt machen? Das hat er doch auch bei Herrn Engelmann gemacht! Den habe ich übrigens im Fernsehen gesehen! Er wohnt jetzt in Hedenburg bei Hamburg! Und seine Statuen waren auch zu sehen!“

„Es ist mir egal ob dieser Kerl aus welchen Gründen auch immer im Fernsehen auftritt! Hier geht es um unseren Sohn Jonas!“, brüllte Georg seine Frau an und sie zuckte zusammen.

Allmählich kam es ihr in den Sinn dass Georg sich nicht ihretwegen nett angezogen hatte sondern einfach nicht mehr dazu gekommen war sich umzuziehen....

„Und ich dachte dir liegt etwas an unserer Ehe,“ schluchzte sie mit einem Mal. 

„Ich dachte du kommst zu mir damit wir gemeinsam eine Lösung finden, auch für Jonas! Und wenn es sein muss hätte ich es sogar zugelassen dass Lucas wieder hier einzieht! Aber du bist nicht meinetwegen gekommen! Zumindestens nicht um unsere Ehe zu retten!“

„Nein, das bin ich ganz sicher nicht,“ sagte Georg wütend und zerrte an seinem Ehering. 

Er hatte ihn seit seiner Hochzeit nicht vom Finger genommen und diese waren im Laufe der Jahre dicker geworden. Doch nachdem er eine Weile an dem Ring gezerrt hatte hielt er ihn in der Hand und legte ihn mit einem Knall auf den Tisch. 

„Hier, den brauche ich ganz bestimmt nicht mehr! Ich werde direkt morgen meinen Anwalt noch einmal aufsuchen! Den Anwalt der schon unserem Sohn heute half! Aber dieses Mal geht es um mich! Ich werde ihn beauftragen die Scheidung einzureichen! Wegen dem Haus müssen wir uns irgendwie einigen, zum Glück ist es weitgehend abbezahlt!“

„Das kannst du doch nicht machen!“, schluchzte Hedwig und fiel Georg um den Hals. „Ich bin doch deine Frau! Du hast damals in der Kirche sogar vor Gott geschworen dass du für immer mit mir zusammen bleiben willst! Aber ich weiß schon warum du gehst! Dieser kleine Bastard Lucas und unser so genannter Sohn Jonas haben dich gegen mich aufgehetzt! Aber du musst dich entscheiden! Entweder ich oder deine beiden Söhne!“

Hedwig hatte sich immer mehr in Rage geredet und Georg sah sie einen Augenblick sprachlos an. 

„Hedwig, was redest du da? Hast du nicht zugehört? Ich habe mich bereits entschieden! Und zwar gegen dich! Meinetwegen habe ich mich auch für meine Söhne entschieden! Für beide! Aber für uns gibt es keine gemeinsam Basis mehr!“

Georg drehte sich um und verließ das Haus. Auf dem Weg zum Wagen grüßte er freundlich seinen Nachbarn der mit seinem Dackel Waldemar spazieren ging. 

„Guten Tag, Herr Schneider! Auch mal wieder hier?“, erkundigte sich Waldemars Herrchen.

„Ja, aber nicht mehr lange! Die Hedwig und ich, wir lassen uns scheiden!“, antwortete Georg und schämte sich einen Augenblick lang. 

Er wusste dass dieser Nachbar eines der schlimmsten Klatschmäuler der Nachbarschaft war. Spätestens morgen Mittag wusste die ganze Straße dass Hedwig und er sich endgültig trennen würden....

„Aber ich musste zu ihr gehen und es ihr selber sagen! Nicht am Telefon! Und ich wollte ihr den Ring zurück geben,“ dachte Georg und stieg in seinen Wagen. 

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