Kapitel 84

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Mehrere Krankenwagen und Polizeiwagen hatten vor Friedrich Engelmanns Haustür geparkt und verärgert stellte er fest, dass ein Polizist neugierig durch die Büsche in seinen Garten spähte. Der Polizeibeamte hatte diese zur Seite gebogen und sah neugierig in Richtung der Statuen.

„Kann ich Ihnen helfen?“, fuhr Herr Engelmann den Mann unfreundlich an als er vor seine Haustür trat.

„Sie sind der Nachbar?“, erkundigte sich der Polizeibeamte und der ehemalige Richter nickte. „Ja, der bin ich! Und Sie sind hier wegen der Toten! Das ganze Dorf ist deswegen ja schon auf den Beinen!“

„Ganz genau! Fünf tote junge Leute! Es ist einfach entsetzlich!“, murmelte der Polizist und wandte sich an einen Kollegen.

„Hat die Spurensicherung schon was gefunden? Drogen oder Alkohol?“, erkundigte er sich. Der andere Polizist schüttelte den Kopf. 

„Nein, nichts von alledem! Offenbar sind sie alle einem natürlichen Tod zum Opfer gefallen! Keine Gewalt, wahrscheinlich auch keine Drogen! Die anderen Partygäste die die Armen dann gefunden haben sagten ja auch aus dass sie nichts genommen hätten! Aber genau kann man das erst sagen wenn sie genauer untersucht worden sind! In der Gerichtsmedizin!“

„Die Armen? Diese Gäste waren nicht arm! Aber dafür schlechte Menschen! Wer weiß, vielleicht hatten sie doch Drogen genommen! Dann wird man den Tod darauf zurück führen und hoffentlich ist das für die anderen Gäste eine Lehre!“, dachte der ehemalige Richter.

Die beiden Polizisten entfernten sich und Friedrich Engelmann kehrte zufrieden in sein Haus zurück. Dort legte er sich in erneut einen Kühlakku auf seinen dicken Bluterguss der sich an seinen Rippen gebildet hatte. Diesen nahm er aus dem Kühlschrank in seiner Küche.

„Heute Nacht werde ich Gerrit eine Lektion erteilen die er so schnell nicht mehr vergisst!“, dachte er mit einem Anflug von Wut. 

Der Tag hätte so schön sein können wenn seine schrecklichen Schmerzen nicht gewesen wären.

Ein weiterer Wagen fuhr hupend vor und Herr Engelmann sah aus dem Fenster. Dann zuckte er zusammen. 

Das durfte doch  nicht wahr sein! Das Logo eines größeren Fernsehsenders befand sich auf der Tür des Autos und nun stieg tatsächlich Ricky Becker, ein bekannter Reporter dieses Senders gefolgt von einem Kameramann aus. Er stellte sich auf den Bürgersteig und das Nachbarhaus wurde gefilmt während er immer wieder auf das Haus zeigte vor dem die Toten gefunden worden waren. 

„Was machen die denn da?“, dachte Herr Enbelmann erschrocken als Ricky Becker nun neugierig ebenfalls die Büsche zur Seite bog und seinem Kameramann winkte. Dieser filmte tatsächlich die Statuen....

Friedrich Engelmann verließ sein Haus und rannte auf den Reporter zu. 

„Sie wohnen hier? Können Sie uns etwas zu den Toten sagen?“, erkundigte Ricky Becker sich. „Es wird ja vermutet es würde sich um das Trinkwasser handeln denn in der letzten Zeit soll es im Ort weitere unerklärliche Todesfälle gegeben haben!“

Er hielt dem verdutzten Ex-Schuldirektor sein Mikrofon unter die Nase und sah ihn erwartungsvoll an.

„Verschwinden Sie von hier! Ihr Fernsehsender zeigt in den Nachmittagsstunden schlechte Sendungen durch die die Jugend verdorben wird!Zu den Todesfällen kann ich Ihnen nichts sagen!“, fuhr der ehemalige Richter den Reporter an.

Dieser reagierte mit einem Schulterzucken und zog seinen Kameramann hinter sich her. Die Nachbarin, die Mutter von zwei Toten, verließ, gestützt auf zwei Sanitäter, das Haus. Sie war leichenblass und offenbar wollte man sie ins Krankenhaus bringen.

„Frau Mertens! Ihre beiden Töchter sind tot! Können Sie uns etwas darüber sagen?“, rief Ricky Becker ihr zu jedoch ein Polizist hielt ihn zurück.

„Sie sehen doch dass es der Frau nicht gut geht!“, wies er den Reporter zurecht während Herr Engelmann ins Haus zurück kehrte.

„Ein Jammer dass dieser Geier von Reporter gleich wahrscheinlich wieder abreist! Ich würde ihm gerne meine Henker für die Frechheit mich zu belästigen auf den Hals schicken,“ dachte er und krümmte sich zusammen. „Meine Rippen tun so weh,“ jammerte er wütend.

Am Abend wurde der Beitrag zu den Toten noch nicht gesendet. Andere, wichtigere Meldungen aus Politik und der Welt der Stars sorgten dafür dass wohl erst am nächsten Tag im Frühstücksfernsehen  über die seltsamen Todesfälle berichtet werden würde.

„Ich mag es gar nicht wenn ich ins Fernsehen komme! Aber ich habe dem Reporter mein Missfallen ja eindeutig zu verstehen gegeben! Sicherlich werden sie mich nicht zeigen! Und meine Statuen haben ja auch  nichts damit zu tun! Jedenfalls glaubt dieser Einfallspinsel von Reporter das! Sie werden wohl nur die Mutter der missratenen Töchter zeigen,“ dachte der ehemalige Richter als er nach Einbruch der Dunkelheit seinen Garten betrat.

Bis zum frühen Nachmittag hatten Polizisten sowie einige Fotografen die offenbar für die Lokalzeitungen berichteten für Unruhe vor seiner Haustür gesorgt. Dann waren sie endlich davon gefahren und es war wieder Ruhe eingekehrt.

„Verdorbenes Trinkwasser! Ideen haben die Leute,“ dachte er verächtlich und sah zu wie seine Henker und Gerrit zum Leben erwachten.

„Hier war heute sehr viel los!“, teilte Friedrich Engelmann ihnen mit. „Noch um einige Menschen müssen wir uns kümmern, dann sollten wir überlegen ob wir nicht weiter ziehen! Noch ist niemand misstrauisch geworden! Dann werden wir uns längere Zeit ruhig verhalten bevor wir wieder mit unserem guten Werk fortfahren!“

„An deinem Werk ist nichts gut!“, sagte Gerrit und sah den ehemaligen Richter herausfordernd an. 

Der ehemalige Richter gab dem Henker mit dem Schwert einen Wink und dieser schlug Gerrit hart in den Rücken. 

Er stöhnte jedoch trotzdem sah er weiterhin spöttisch auf den Richter. „Wenn dieses Monster mich schlägt ändert das auch nichts daran was du bist! Ein verrückter Mörder! Und auch wenn Jonas nicht mehr in der Lage ist zu kämpfen, irgendwann kommt noch mal jemand wie er und dann ist es vorbei mit dir und deinen beiden Ratten!“

Friedrich Engelmann wurde zuerst weiß und dann rot vor Zorn. „Halt deinen Mund! Wer hat dir überhaupt erlaubt mich zu dutzen? Ich glaube die kurze Zeit in Freiheit hat dir gar nicht gut getan!“

„Doch, sehr gut!“, widersprach Gerrit. „Und wir haben uns jeden Abend über dich lustig gemacht! Wie dumm du bist und dass diese beiden Dinger auch nicht schlauer sind! Ausgelacht haben wir dich!“

„Ich sagte sei still!“, schrie Friedrich Engelmann seinen Gefangenen an und hab ihm eine Ohrfeige.

Dabei zuckte er zusammen da ihm seine Verletzung an den Rippen  wieder zu schaffen machte. Seine Wut steigerte sich und er stürzte sich auf Gerrit und packte diesen grob. Dann gab Engelmann ihm einen Stoß und er schlug mit seinem Kopf hart auf dem steinernen Sockel auf. Reglos blieb Gerrit liegen.

Doch lag, bevor er das Bewusstsein verlor, nicht noch so etwas wie Zufriedenheit in seinem Blick? Was hatte das zu bedeuten?

„Am liebsten würde ich dich töten!“, dachte der Richter und nahm einem der Henker das Schwert aus der Hand. Er holte aus jedoch im letzten Moment hielt er inne und begriff mit einem Mal den Grund für Gerrits Frechheiten der letzten Zeit. „Ich kann ihn nicht töten! Dann sterbe ich auch! Und meine Diener!“

Er reichte dem Henker seine Waffe zurück. „Das wollte er! Darum war er so unverschämt! Richtet ihm aus wenn er zu sich kommt, dass sein Plan gescheitert ist. Er wird niemals entkommen, weder auf die eine noch auf die andere Art.Und gebt ihm eine gehörige Tracht Prügel!“

„Das machen wir!“, stimmten die Henker zu und einer trat gegen das Bein des Bewusstlosen der sich zu rühren begann.

Friedrich Engelmann nickte und sah zum Himmel hinauf. Es sah nach Regen aus. „Ein kleiner Regenschauer wird diesem unverschämten Bengel gut tun!“

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