Kapitel 38

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Jessica und Jonas sprachen an diesem Abend noch lange miteinander. Er erzählte ihr alles was in den letzten Monaten vorgefallen war und er vergaß auch nicht seinen Kampf mit den Statuen an der Niederländischen Küste zu erwähnen.

„Das muss ich jetzt erst einmal verdauen!“, sagte Jessica nachdem Jonas seinen Bericht beendet hatte. Beide saßen in seinem Wohnzimmer auf dem Sofa und am liebsten hätte jeder nach der Hand des anderen gegriffen. Doch beide brachten sie es nicht über sich.

Doch noch viel mehr als die unheimlichen Geschichten die Jonas ihr erzählt und mit denen er eigentlich nur eine Vermutung bestätigt hatte belastete sie etwas ganz anderes.

„Du wolltest also Schluss machen weil du Angst um mich hattest?“, fragte sie zweifelnd.

Jonas nickte. „Ja, es könnte gefährlich für dich sein mit mir zusammen zu sein! Lebensgefährlich!“

„Also hast du dich nicht getrennt weil du mich nicht mehr magst?“, hackte sie noch einmal nach und Jonas nahm sie in seine Arme.

„Um Himmels willen, nein! Darum habe ich mich ganz bestimmt nicht von dir getrennt! Ich liebe dich und ich will am liebsten immer mit dir zusammen sein! Aber da sind noch diese Statuen...“, stammelte er jedoch Jessica nahm sein Gesicht in ihre Hände und küsste ihn.

„Da siehst du was ich von deiner Art mich vor den Statuen zu schützen halte! Nämlich überhaupt nichts!“, sagte sie als sie sich kurz voneinander trennten.

Jonas zog sie noch einmal an sich und küsste sie erneut. „Dann lass uns wenigstens jetzt  nicht daran denken,“ sagte er und sie nickte.

Am nächsten Morgen erwachte Jessica in Jonas Armen in seinem Bett. Sie lächelte beim Gedanken an die vergangene Nacht....

Sie drehte sich zur Seite und hauchte einen Kuss auf Jonas Schulter. Dabei erwischte sie sein Muttermal. 

„Deswegen haben sich tatsächlich früher die Kinder in der Schule über ihn lustig gemacht? Armer Jonas! Das hatte er wirklich nicht verdient,“ dachte sie und lächelte ihn liebevoll an als er erwachte.

„Ich kann heute später in bei der Arbeit anfangen! Ich mache uns gleich erst mal einen Kaffee,“ sagte Jonas und erhob sich.

Bald darauf saßen sie im Wohnzimmer. Jessica saß auf Jonas Schoß und sie fütterten sich gegenseitig mit Brötchenkrümeln.

„Sag mal, woher wusstest du eigentlich von meinem Muttermal, ich meine was es bedeutet?“, erkundigte sich Jonas.

„Mein Opa hat mehrere Aktenordner über die Statue die früher über der St. Andreas Kirche stand.Nachdem seine Tochter dort starb war er wie besessen davon! In den Ordnern steht alles drin!“, erklärte sie ihm. „Wenn du willst kannst du die Ordner haben. Vielleicht ist ja was dabei was du  noch nicht wusstest!“

„Ja, die würde ich mir wirklich gerne einmal ansehen sagte Jonas und wechselte das Thema. Statuen waren das letzte woran er im Augenblick denken wollte.

In der großen Pause stand Sabrina neben den Statuen. Eigentlich hatte sie sich ihnen nie mehr nähern wollen. 

Jedoch dann hatte sie Meike in deren Nähe entdeckt und wollte ihre beste Freundin von dort fort holen.

Selbst wenn die Dämonen bei Tage wohl nicht gefährlich werden konnten sollte man sich ihnen ihrer Meinung nach nicht unnötig nähern.....

Doch Meike zeigte kein sonderliches Interesse an den Statuen. Statt dessen las sie in ihrem Biologiebuch den Stoff nach der in der nächsten Stunde abgefragt werden würde. 

„Meike, komm wir gehen rein! Es klingelt gleich!“, sagte Sabrina und wollte ihre Freundin mit sich fort ziehen. 

Dabei fiel ihr Blick auf Gerrits rechtes Bein. Befand sich dort nicht eine dicke Schürfwunde? Auf jeden Fall sah es wie eine aus. Die hatte er in der vorletzten Nacht noch nicht gehabt.

„Was haben diese Monster mit dir gemacht?“, dachte sie mitleidig. Hatten sie ihr Wut an ihm ausgelassen da sie Christian nicht finden konnten?

„Es tut mir leid! Seit Jahrhunderten musst du das durchmachen und weder ich noch sonst jemand kann etwas dagegen tun! Am liebsten würde ich diese Henker zertrümmern! Gibt es nicht jemanden der so etwas kann? Schließlich stand das in Jessicas Unterlagen! Aber leider weiß ich nicht wer derjenige ist!“, überlegte sie und merkte dass sie wütend wurde.

„Es wird Zeit dass jemand irgend etwas tut! Aber allein kann ich nichts machen! Selbst wenn ich die Aufnahmen nicht gelöscht hätte würde mir niemand glauben! Alle würden wahrscheinlich denken es sei ein Witz oder Trick gewesen!“

Nein, sie brauchte Hilfe wenn sie etwas gegen die Statuen unternehmen wollte. Sie warf einen Blick auf Meike. Diese kam leider nicht in Frage. 

Doch Sabrina wusste an wen sie sich wenden konnte und wer ihr wahrscheinlich glauben würde.....

Nach der Schule hielt Sabrina Lucas zurück als dieser sich auf den Heimweg machen wollte. „Lucas, wir müssen reden! Es ist wichtig!“, sagte sie und bald darauf saßen sie sich in einem kleinen Eiscafe in der Fußgängerzone gegenüber.

„Um was geht es denn?“, fragte Lucas ohne allzu großes Interesse. Er hatte im Augenblick wirklich andere Sorgen als irgend welche Schulprobleme. Um solche ging es doch sicherlich, oder? Er hingegen machte sich Gedanken darum wie er sich Dämonenstatuen vom Hals halten konnte.

„Lucas, es geht um die Statuen auf dem Schulhof! Ich wollte dir nur sagen.....was du uns neulich erzählt hast, also ich glaube dir! Genau genommen habe ich mit eigenen Augen gesehen wie sie zum Leben erwachen und beobachte sie schon eine ganze Weile!“

„Du glaubst mir?“, fragte Lucas fassungslos. „Aber....das glaube ich jetzt  nicht! Ich dachte ihr haltet mich alle für verrückt!“

„Ich nicht!“, versicherte Sabrina ihm eilig. „Am besten erzähle ich dir von Anfang an was ich erlebt habe vorletzte Nacht!“

Mit Staunen hörte Lucas Sabrinas Geschichte. „Du bist tatsächlich Nachts da hin gegangen? Das war zwar mutig aber auch lebensgefährlich!“

„Das hat Gerrit auch gesagt! Für den Armen ist es wirklich schlimm!“, antwortete Sabrina leise. „Lucas, wir müssen irgend etwas unternehmen! Aber ich weiß nicht was!“

„Das weiß ich leider auch nicht!“, sagte Lucas und sah sich um. 

Hoffentlich bekam niemand ihr Gespräch mit! So etwas konnte unter Umständen schlimme Folgen haben! Aber er war der gleichen Meinung wie Sabrina. Sie mussten einen Weg finden um etwas gegen die Statuen zu unternehmen. Leider standen sie allein da und konnten sich niemandem anvertrauen.

Am gleichen Nachmittag stand Direktor Friedrich Engelmann vor der St. Andreas Kirche. Er starrte auf die Stelle an der sich  früher die Dämonenstatue befunden hatte. 

Nun gab es diese nicht  mehr und der ehemaliger Richter bedauerte dies. Jedoch die Zerstörung der Statue bereitete ihm Kopfzerbrechen und er machte sich seine Gedanken. Waren auch seine Statuen in Gefahr?

„Jemand hat sie zerstört! Eigentlich hätte dies niemand schaffen können! Aber damals hat Cornelius, mein Dämonenbeschwörer, mir von Simon dem Auserwählten berichtet! Er besaß angeblich ein Schwert mit dem sich der Dämon bekämpfen ließ und es ging irgendwie verloren. Ein Vorfahre von Cornelius hat ihm Unterlagen darüber hinterlassen! Simon konnte im letzten Augenblick daran gehindert werden den Dämon zu vernichten! Aber was ist wenn....er zurück gekehrt ist? Wenn er sein Schwert gefunden hat? Es gab ein Mal in Form eines Sterns auf Simons Schulter. Ich kenne mich glücklicherweise nach all den Jahrhunderten mit solchen Dingen sehr gut aus und ich bin mir sicher dass Simon, sollte er zurück gekehrt sein, wieder ein solches Mal tragen wird! Daran könnte ich ihn erkennen! Ich sollte mich auf die Suche nach ihm machen! Schließlich will ich doch nicht dass er mir in die Quere kommt und mich daran hindert weiterhin schlechte Menschen zu bestrafen! Wenn ich nur wüsste um wen es sich handelt.....“"

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!