Kapitel 150

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Der Herbergsleiter führte seine Gäste über den Burghof zu einem anderen, kleineren Gebäude, an dessen Tür ein „Betreten verboten“ - Schild hing.

„Versuchen Sie bloß nicht uns irgendwie herein zu legen,“ fuhr Jonas den Mann an und er schüttelte den Kopf.

„Ich sagte Ihnen doch schon, ich habe mir außer dieser Sache mit der Statue nie etwas zu schulden kommen lassen. Ich bin noch nicht mal bei Rot über die Ampel gegangen. Das können Sie von sich bestimmt nicht behaupten.....“

„Ich glaube ich drehe dem Kerl gleich den Hals um,“ dachte Jonas wütend. „Er hilft einem Dämon Menschen zu töten und vergleicht das mit Leuten die bei Rot über die Ampel gehen. Der ist ja fast so wie Engelmann! Das hätte zu dem auch gepasst.“

Der Herbergsleiter schloss die Tür auf und sie betraten einen recht großen Raum. Einige Ritterrüstungen sowie ein paar Lanzen und Schwerter lagen dort herum.

„Hier werden einige der Gegenstände früherer Bewohner aufbewahrt. Ein Teil davon ist für das Museum bestimmt, die machen manchmal Ausstellungen damit. Aber eine Sache hat mir mein Vorgänger gezeigt. Der hat vor mir Futter für den Dämon besorgt.“, erklärte Rufus Bender.

„Futter? So nenne Sie das also?“, fragte Lucas empört aber Herr Bender schüttelte den Kopf. „Das verstehst du nicht. Es ist einfach so, wer die Verwaltung der Burg übernahm der übernahm leider auch den Dämon. Was hätte ich denn machen sollen? Kündigen und wegziehen? Das hätte gar nichts gebracht. Der Dämon hätte mich zu sich gerufen und dann getötet.“

„Es war trotzdem nicht richtig....“, murmelte Julia während sich Rufus Bender bückte und eine große Truhe auf schloss. „Die Sachen wurden der Öffentlichkeit noch nie gezeigt Es handelt sich um den persönlichen Besitz des damaligen Burgherren. Dieser wurde eines der ersten Opfer der Dämonenstatue!“

Der Deckel wurde aufgeklappt und Jonas, Julia und Lucas sahen auf ein paar Schmuckstücke, einen Dolch sowie zwei Schwerter. 

Doch während der Dolch und ein Schwert stumpf, matt und sehr alt aussahen hatte das zweite Schwert etwas besonders an sich. Die Klinge glänzte leicht grünlich und Jonas fragte sich wie so eine Farbe zustande gekommen war.

„Hat dieses Schwert Elisa gehört?“, erkundigte er sich und der Herbergsleiter nickte. „Ja, so hat es mir mein Vorgänger jedenfalls bestätigt. Mit Sicherheit kann man es natürlich nicht sagen...“

Jonas nahm das Schwert aus der Truhe. Halb erwartete er dass es zerbrechen würde, so wie sein eigenes Schwert. 

Aber nichts dergleichen geschah. „Es fühlt sich gut an,“ dachte er und griff nach einem Lappen der auf einem kleinen Klapptisch lag. Damit begann er die Klinge des Schwertes ab zu wischen.

„Schau dir mal den Griff an,“ sagte Julia und ein leiser Schauer lief ihr über den Rücken. Eine grüne Schlange schien sich um den silberfarbenen Griff herum zu schlängeln.

„Das ist eine gute Handarbeit,“ stellte der Herbergsleiter fest. „Man sagt übrigens Elisa habe den Burgherrn damit bedroht als man sie gefangen nehmen wollte. Sie habe ihm alle möglichen Schrecklichkeiten angedroht sollte man ihr etwas antun....“

„Das hat ihr ja nicht mehr geholfen und ihr Versprechen hat sie wahr gemacht,“, sagte Jonas und Herr Bender nickte. 

„Oh ja, das hat sie. Sie kannte sich halt aus in solchen Dingen. Sie hat Dämonen getötet und war zum Teil selbst einer. Es heißt dass viele Männer nötig waren um sie zu überwältigen.“

„Zum Teil ein Dämon?“, erkundigte sich Julia die diesen Teil der Geschichte noch nicht kannte. „Das ist ja ekelhaft!“

„Findest du?“, fragte Jonas und zuckte kurz zusammen während Lucas der jungen Frau einen wütenden Blick zu warf den sie aber nicht verstand. Warum war Lucas böse auf sie? Hatte sie irgend etwas falsches gesagt?

„Das Schwert ist gut, ich glaube ich kann es nehmen. Ob es bei Dämonen wirklich was bringt das wird sich noch zeigen, spätestens wenn mir der Nächste über den Weg läuft,“ sagte Jonas und Herr Bender sah ihn erstaunt an. „Wieso, wollen Sie das Schwert etwa mitnehmen?“

„Ja, natürlich,“ sagte Jonas spöttisch. „Ich brauche es und bei mir ist es besser aufgehoben als in dieser Kiste hier!“

„Ich weiß nicht so recht. Eigentlich kann ich als gewissenhafter Leiter dieser Herberge so etwas nicht zulassen. Zwar wird niemand Anspruch auf dieses Schwert erheben da es offiziell niemandem mehr gehört und mein Vorgänger noch sagte ich solle die Existenz lieber geheim halten. So wäre das schon immer gehandhabt worden. Auf Wunsch des Dämons übrigens. Er habe von irgend einem Vor-vorgänger sogar einmal verlangt es zu zerstören....“

„Kein Wunder, denn damit hätte man ihm sehr schaden können,“ vermutete Jonas und der Herbergsleiter zuckte zusammen. 

„Das Schwert hätte ihm schaden können? Da macht es Sinn dass er es nicht in der Nähe haben wollte. Und mein Amtsvorgänger hier hat sich nicht daran gehalten....“

„Der war wohl ein wenig klüger als sie,“ stellte Lucas wütend fest. „Schade dass keiner die richtigen Schlüsse gezogen hat, dann wären einige Leute vielleicht noch am Leben!“

„Wir sollten jetzt langsam gehen,“ schlug Jonas schließlich mit einem zufriedenen Blick auf sein neues Schwert vor. „Ich habe ja was ich brauche!“

„Ja, gehen wir,“ stimmte Julia mit einem Blick auf den Herbergsleiter zu. „Bei manchen Leuten kann man nur froh sein dass es hier keine Dämonen mehr gibt!“

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!