Kapitel 188

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Am nächsten Morgen saßen Jonas und Julia ein wenig verschlafen in ihrem Zimmer, das sie im Gasthof bezogen hatten, vor dem Fernseher und sahen sich die Nachrichten an.

„Gestern Abend kam es überraschend in Bayern zu einem Erdbeben der Stärke 5,1. Glücklicherweise lag das Epizentrum in einer ländlichen Gegend und es gab keine größeren oder nennenswerten Schäden. Verletzt wurde niemand. Im übrigen war das Beben auf einen relativ kleinen Radius von lediglich fünf Kilometern beschränkt. Dies ist für ein Erdbeben sehr ungewöhnlich und die Seismolgen stehen vor einem Rätsel.....“

„Heute morgen war schon ein Reporter hier und wollte Interviews machen. Frau Huber musste vor die Kamera,“ lachte Julia, als die Aufnahmen nun gezeigt wurden.

„Hier fragen wir eine der Einheimischen, eine Gastwirtin,“ sagte ein Reporter und deutete auf Frau Huber. „Gastwirtin, 68,“ wurde eingeblendet und Jonas grinste. 

„Die werden bestimmt noch was zu hören kriegen! Sie ist doch ein bisschen jünger! So was mögen Damen doch gar nicht, wenn man sie ein paar Jahre älter macht!“

Nun befragte der Reporter Frau Huber. „Können Sie uns was zu dem Erdbeben gestern Abend sagen?“

Frau Huber schüttelte den Kopf und sah den Reporter spöttisch an. „Was soll ich da sagen? Es hat halt gewackelt! Mehr war nicht!“

„Aber da haben Sie sich doch sicherlich sehr erschrocken, oder?“, erkundigte sich der Reporter, sichtlich bemüht, die Reportage ein wenig spannender zu gestalten. 

Frau Huber zuckte die Achseln. „Es ging so. Aber fragen Sie lieber mal die Berta, das ist die Frau, der der Hof, einen Kilometer von hier entfernt, gehört. Die Hühner müssen sich so erschrocken haben. Die wollten heute morgen keine Eier legen! Arme Viecher!“

Doch nun war die Reportage beendet, das Leid der Hühner war offenbar keine Sendezeit mehr wert.

Jonas schaltete den Fernseher aus, als ein Bericht über Gartenzwerge mit gepunkteten Mützen, über die sich echte Zwergfreunde aufregten, erfolgte.

„So lange die Zwerge friedlich in ihrem Garten stehen und nachts nicht ihre Besitzer angreifen, hab ich nichts gegen sie,“ stellte Jonas fest und zog Julia an sich heran. 

„Zum Glück sind die Presseleute wieder weg,“ sagte diese. „Jetzt können wir wenigstens bis morgen eine ruhige Zeit hier verbringen. Dann müssen wir ja schon wieder zurück. Schade eigentlich.

„Ja, wirklich schade,“ sagte Jonas. „Wir beide müssen wirklich mal richtig schön Urlaub machen. Und jetzt ist die Gegend hier ja auch wieder Dämonenfrei. Dabei fällt mir ein, vielleicht sieht Stefan ja den Fernsehbeitrag und zieht irgendwie ein paar Schlüsse, dass was Unnatürliches hinter dem Beben steckte. Dann ärgert er sich wieder, dass ihm ein Auftrag durch die Lappen gegangen ist.“

„Solange du ihn dann nicht wieder am Hals hast, geht es ja!“, antwortete Julia besorgt und strich über Jonas Wange. 

„Ich habe mir gestern Abend wirklich Sorgen gemacht. Ich dachte ernsthaft darüber nach, was ich machen soll, wenn du nicht zurück kommst. Ist das jedes Mal so, wenn du so was machst?“

„Ich fürchte ja. Meine letzte....Freundin wollte ich da nie mit rein ziehen und hab ihr gar nicht erst gesagt, wenn ich mal wieder los gezogen bin. Das hat sie mir, ich hab es dir schon mal erzählt, dann übel genommen, denn irgendwie ist es doch immer wieder raus gekommen. Darum möchte ich jetzt wissen, soll ich es dir sagen, wenn noch mal so was in der Art ist?“, fragte Jonas ernst.

Julia nickte. „Ja, ich will das trotz allem wissen. Und ich will auch irgendwie in deiner Nähe sein. Nicht zu nahe dran. Ich fürchte, ich würde nur im Weg stehen. Wenn man bedenkt, wie feige ich mich bei den Statuen von Engelmann verhalten habe, bin ich keine große Hilfe. Aber ich möchte doch wissen, was Sache ist.....“

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!