Kapitel 43

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Die Nacht hatte so viel versprechend für Friedrich Engelmann angefangen. Er hatte seinen Statuen befohlen zum Leben zu erwachen und ihnen seine Pläne für die Nacht mitgeteilt.

„In dieser Nacht werde ich einen sehr schlechten Menschen bestrafen und dadurch hoffentlich auch einem möglichen Feind der noch nichts von uns weiß einen Schlag versetzen! Ihr beiden werdet mir folgen, ich möchte selbst dabei sein wenn Lucas seine gerechte Strafe erhält! Er ist ein Dieb und ein Verbrecher, genau so wie du einer warst, Gerrit!“, sagte der ehemalige Richter und schlug seinen Gefangenen heftig mit der Faust ins Gesicht.

Dieser zuckte nur leicht zusammen.

„Ich glaube du bist schon zu sehr daran gewöhnt! Ich muss mir härtere Maßnahmen einfallen lassen! Sonst machen dir meine Strafen viel zu wenig aus!“, sagte Friedrich Engelmann ungehalten und gab dem dritten Henker den Befehl bei Gerrit zu bleiben.

„Diese kleine Ratte soll keine Zeit haben sich auszuruhen! Lass dir in der Zwischenzeit ruhig etwas einfallen wie du ihm eine Lektion erteilen kannst! Wir drei machen uns jetzt auf den Weg zu Lucas! Sicherlich wartet er zitternd zu Hause und weiß was auf ihm zu kommt! Seine armen guten Eltern glauben ihm natürlich nicht!“, lachte der ehemalige Richter. „Wahrscheinlich hat er sie schon zu oft belogen!“

„Könnt ihr ihn rufen? Er soll sein Haus verlassen und dort auf uns warten!“, erkundigte sich der Mann bei seinen Statuen.

Schweigend sahen diese in die Nacht hinaus. „Er wehrt sich dagegen! Wahrscheinlich müssen wir näher an ihn heran kommen!“, antwortete schließlich der Henker mit dem Schwert.

Der Direktor und die beiden Statuen standen bald darauf vor dem Haus in dem Lucas lebte. Im Wohnzimmer brannte noch Licht und er sah zwei Schatten dort umher gehen. Handelte es sich um die armen Eltern dieses Verbrechers? Sicherlich konnten die unglücklichen Menschen nicht schlafen da der Bengel ihnen solche Sorgen bereitete. Jedoch damit würde es bald vorbei sein und sie würden ihren Frieden finden.

„Obwohl der Vater irgendwie doch an seinen Söhnen zu hängen scheint auch wenn die das nicht verdienen,“ dachte Friedrich Engelmann mit säuerlicher Miene. 

„Aber die Mutter hat die beiden durchschaut und gesehen dass sie Verbrecher sind! Der Ältere scheint noch schlimmer zu sein als Lucas! Er würde mich sicherlich daran hindern Gerechtigkeit zu üben wenn er wüsste wer ich bin und dass meine Statuen zu denen gehören die er so grausam verfolgt!“

„Ruft Lucas hinaus! Er wird es schaffen zu uns zu kommen ohne dass die Eltern etwas merken!“, lachte der Direktor und sah die beiden Henker auffordernd an.

Leider ging in diesem Moment in einem anderen Haus das Licht an und ein Mann mit einem Dackel verließ das Haus. Das Tier zog an der Leine und begann zu bellen.

„Fehlt mir noch dass der Köter alles verdirbt,“ dachte der ehemalige Richter wütend. Tiere witterten seine Statuen meist lange bevor Menschen sie bemerkten. Die waren entsetzlich einfältig....

So verhielt es sich auch mit dem Mann. Er zog den Hund in die andere Richtung. „Komm schon, Waldemar, dein Lieblingsbaum ist doch da hinten!“, sagte er und jaulend folgte ihm der Hund.

„Der Junge ist nicht im Haus!“, sagte der Henker mit der Axt wütend.

„Er ist also geflohen? Dazu war er viel zu verängstigt! Natürlich wird er noch da drinnen sein!“, antwortete Herr Engelmann und gemeinsam mit den Statuen näherte er sich weiter dem Haus bis sie im Vorgarten standen.

Dort befand sich ein frisches Blumenbeet das liebevoll mit Stiefmütterchen bepflanzt worden war. Einer seiner Henker stand inmitten dieser und zertrat vier Blümchen.

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