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Kapitel 76

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Jonas erwachte am frühen Morgen und die Ereignisse des letzten Abends fielen ihm wieder ein. Sie hatten die Dolche gefunden und für einen kurzen Augenblick hatte er in die Augen der Göttinnenstatue geblickt.

Etwas war ihm bewusst geworden. Etwas das ihn zutiefst erschreckt hatte. Bereits seitdem sie Walthers Buch gelesen hatten wusste er es.....

Aber hatte nicht auch dieser Magier geschrieben dass manche Menschen wussten wenn sie das Ende ihres Lebens erreicht hatten?

„Du wirst sie bekämpfen und siegen aber letztendlich wird es dein Tod sein,“ dachte Jonas an das was ihm mit einem Mal bewusst geworden war. Hatte die Göttinnenstatue ihm diese Worte zugeflüstert?

Jonas sah neben sich. Seine Freundin griff im Schlaf nach seiner Hand und kuschelte sich an ihn. „Sie ist so niedlich wenn sie schläft!“, dachte Jonas und drückte einen Kuss auf ihre Nasenspitze. Sie öffnete verschlafen die Augen.

„Müssen wir schon aufstehen?“, nuschelte sie verschlafen und drehte sich noch einmal um.

„Nein, wir haben noch eine Stunde Zeit! Schlaf noch ein bisschen!“, flüsterte Jonas uns strich sanft über ihren Rücken.

„Noch vor dem Sommer wird es so weit sein,“ murmelte Jonas. Die schönen heißen Tage an denen Jessica mit ihm zum Badesee fahren wollte würde er nicht mehr erleben....

Aber alles schien so unwirklich! Er war gesund, fühlte sich bis auf die bereits fast verheilte Verletzung an seinem Oberarm gut und er war verliebt in seine Freundin. Vielleicht irrte er sich ja auch und redete sich nur irgend etwas ein. 

„Ich möchte bei Jessica bleiben! Gerade jetzt ist es doch erst richtig schön mit uns!“, dachte Jonas und lehnte sich zurück. 

Mit einem Mal bekam er Angst. Wie würde es zu Ende gehen? Würde der Direktor ihn töten? Eine der Henkerstatuen? Ein anderer Dämon dieser Art?

Vielleicht würde er auch einfach nur einem Unfall zum Opfer fallen wenn er wie in München nach einem Kampf übermüdet nach Hause fuhr. 

Sein Traum in dem er sich blind durch die Gegend tastete und letztlich tödlich verletzt wurde kam ihm wieder in den Sinn. Sah so seine Zukunft aus? Er wusste nicht was er machen sollte. Das vernünftigste wäre es sicherlich gewesen die Dolche und sein Schwert einem Museum zu spenden oder aber bei Ebay zu versteigern. Vielleicht sollte er sie auch Franz, Julias ehemaligem Kollegen für seine Sammlung schenken.

Aber er wusste bereits dass er es nicht tun würde. Was hatte Lucas doch so treffend bemerkt? Er hatte Blut geleckt.

Zwei Stunden später setzte Jonas Jessica vor der Zahnartzpraxis in der sie ihre Ausbildung machte ab und gab ihr einen Kuss. „Wir sehen uns morgen Abend, einverstanden?“

„Ja, gerne! Heute Abend kann ich leider nicht! Aber wenn die Chefin schon einmal zum Essen einlädt dann muss man da hin gehen! Außerdem ist sie ja nett und es wird vielleicht ganz lustig!“, antwortete Jessica und strich über seine Wange.

Kurze Zeit später betrat Jonas seinen Arbeitsplatz und schaltete seinen Computer ein. 

Glücklicherweise wartete an diesem Morgen nur wenig Arbeit auf ihm und er freute sich bereits darauf früher Feierabend machen zu können. Daher machte er sich wieder auf die Suche nach Nachrichten im Internet. Er klickte auch noch einmal eine Seite mit Münchner Lokalnachrichten an. Glücklicherweise verlief die Sache mit der dortigen Statue bereits im Sande und niemand zeigte mehr Interesse daran.

Jedoch dann erschrak Jonas. Er las einen Bericht der ihn alarmierte. 

„Tote Wanderer in alter Burg gefunden! Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr fand man Spaziergänger tot auf. Die Burg liegt auf einem Berg im Raum Stuttgart und die Einheimischen sprechen von zu dünner Luft und meiden diese Burg bereits seit jeher in der Nacht. Der Geist eines unheimlichen Henkers soll dort seit 500 Jahren umgehen, eine Statue dieses Scharfrichters befindet sich noch im Burghof......

Ein Henker! Gab es da vielleicht sogar einen Zusammenhang mit dem Richter? Handelte es sich um eine seiner Statuen? Hatten sie dort früher bereits ihr Unwesen getrieben und waren nun zurück gekehrt? Die 500 Jahre stammten nicht so ganz überein mit Richter Engelmann aber dabei konnte es sich ja auch um einen Irrtum handeln. Vielleicht wusste niemand mehr wann es begonnen hatte...

„Vielleicht kann ich etwas für Gerrit tun und das ist eine ganz heiße Spur!“, dachte Jonas.

„Ingo! Ich muss heute früher Feierabend machen! Ist das in Ordnung für dich?“, erkundigte sich Jonas bei seinem Kollegen. 

„Warum das denn? Gehst du wieder Statuen jagen?“, frage Ingo spöttisch. Jonas dachte kurz darüber nach seinen Kollegen ein zu weihen jedoch dann entschied er sich dagegen. 

„Nein, ich muss zu einer Familienfeier! Tut mir leid, ich hätte früher Bescheid sagen sollen! Mein Vater hat Geburtstag!“

„Na gut, dann geh halt was früher! Hier ist ja heute nicht so viel zu tun,“ stimmte Ingo schließlich zu und Jonas beschloss zeitig nach Hause zu gehen. Vielleicht würde er ja noch ein wenig Schlaf bekommen, glücklicherweise stand das Wochenende bevor.

Jonas legte sich zu Hause hin und versuchte noch ein wenig Schlaf zu bekommen. 

„Ich muss vor Einbruch der Nacht in Stuttgart sein, so vier Stunden fahre ich da bestimmt! Mehr als eine Stunde ist nicht drin,“ dachte er. 

Flüchtig fuhr es ihm in den Sinn dass diese Statue vielleicht seine letzte sein könnte......

Es klingelte und überrascht öffnete Jonas die Tür. Eigentlich kam ihm ein Besuch nun sehr ungelegen, schließlich wollte er bald aufbrechen. „Ich muss sehen dass ich denjenigen ab wimmle,“ dachte er und starrte auf den unerwarteten Besucher.

„Lucas? Was machst du denn hier?“, fragte er seinen Bruder der sich an ihm vorbei in die Wohnung drängte.

„Was ist? Ich will dich begleiten! Schließlich feiert unser Vater doch heute Geburtstag! So sagte es jedenfalls Ingo als ich dich anrufen wollte !“, antwortete Lucas unfreundlich und sah seinen Bruder traurig an. 

„Du hast dir darum früher frei genommen weil du wieder irgendwo Dämonen jagen willst! Gibt es wenigstens zu!“

„Ja, stimmt! Ich muss nach Stuttgart! Auf einer Burg steht ein Henker und der hat es auf Spaziergänger abgesehen! Wenn ich mich beeile bin ich noch da bevor es dunkel wird!“, sagte Jonas und stritt sein Vorhaben nicht ab. 

„Dann komme ich mit!“, antwortete Lucas bestimmt!

„Das geht nicht! Das ist viel zu gefährlich! Du bleibst hier!“, lehnte Jonas Lucas Angebot ab.

„Dann sage ich Jessica wo du hin gehst! Ich rufe sie auf der Stelle an und sage ihr dass du auch in München warst!“, versuchte Lucas es mit Erpressung.

„Das kannst du nicht machen! Dann verlässt sie mich auf der Stelle oder ist wenigstens stinksauer!“, sagte Jonas und funkelte Lucas an. „Ich habe mir ja immer Geschwister gewünscht! Aber langsam verstehe ich warum diejenigen die welche haben sich wünschten sie wären Einzelkinder!“

„Bist du aber nicht mehr und ich komme auf alle Fälle mit! Ich warte auch ganz brav im Auto! Aber wenn du bis zum Morgen nicht zurück bist dann kann ich kommen und wenigstens das von der auflesen was noch übrig ist!“, antwortete Lucas.

„Na gut, dann komm mit! Aber in die Burg gehe ich ganz alleine! Du bleibst wirklich im Auto oder am besten irgendwo in Stuttgart oder einem anderen Ort! Ich setze dich da irgendwo in einem Café ab während ich zu dieser Burg gehe!“ stimmte Jonas schlielich zu.

Er und Lucas packten alle Waffen zusammen und verstauten sie im Auto.

Dämonische StatuenLies diese Geschichte KOSTENLOS!