65| Ende

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-Seni her şeyden çok seviyorum-

Cesur

Gleich ist es endlich so weit. In wenigen Minuten werde ich endlich meine Frau wieder sehen. Meine Frau im Brautkleid. Mein Herz pumpt wie noch nie und ungeduldig warte ich auf den Moment.

Hayat ist schon seit drei Stunden in unserem Zimmer und wird hergerichtet. Nur meine Schwester, Alara, durfte ins Zimmer, aber auch nur, weil sie Hayat helfen musste in ihr Kleid zu kommen.

Vor einer halben Stunde ist auch Ayaz ins Zimmer getreten und keiner der beiden lässt mich rein, damit ich endlich meine Frau sehen kann. In den nächsten Sekunden wird mein Geduldsfaden definitiv reißen, wenn mir keiner die Tür öffnet.

Ich kann es immer noch nicht fassen, wie weit Hayat und ich gekommen sind. Es war ein langer, chaotischer und anstrengender Weg bis hier hin, aber wir haben es dennoch geschafft.

Unglaublich, aber ich werde gleich heiraten. Aus Liebe, weil ich es wirklich will.

Vor einigen Monaten, bevor ich Hayat kennengelernt hatte, kam mir dieser Gedanke so absurd vor. Für mich kam das gar nicht in Frage und dass ich sie damals schon geheiratet hatte, war nicht mal eine ernste Sache für mich.

Ich wollte Hayat nur benutzen, um meine Rache durchführen zu können, um meinem Ziel immer näher zu kommen. Aber Hayat, Hayat hat aus mir einen richtigen Mann gemacht. Sie hat aus mir Cesur gemacht.

Ohne sie wäre ich wahrscheinlich noch so ein emotionsloses Wrack. Ohne sie würde ich noch in der dunklen, endlosen Tiefe und Leere verweilen und da nie wieder raus kommen.

Hayat... Hayat ist mein Leben.

Die Tür öffnet sich, weswegen mein Herz kurz aussetzt, um wie wild zu schlagen. Wie erhofft steht aber nicht Hayat vor mir, sondern Ayaz, welcher mich blöd angrinst.

Ich habe versucht durch die kleine Spalte ins Zimmer zu sehen, damit ich Hayat sehen kann, aber der Idiot und Nichtsgönner hat schnell die Tür hinter sich gezogen, damit ich auch ja nicht schaue.

Ayaz streckt mir seine Hand entgegen und wackelt mit seinen Augenbrauen. Er will Geld. Eine kleine Geste, die bei den Türken zu einer Art Tradition geworden ist. Der Bräutigam zahlt an der Tür Geld an die Geschwister der Braut, damit diese das Haus verlassen kann.

Ich rolle mit den Augen und greife in meine Hosentasche und ziehe einen lila Schein heraus. Ich drücke es in seine Hand, während Ayaz nur seine Augen aufreißt. Mit so viel Geld hat er natürlich nicht gerechnet.

„Das war eigentlich nur Spaß, aber danke alter! Den behalte ich definitiv!" steckt er das Geld in seine Hosentasche und grinst mich dann noch breiter an. Ich schüttele langsam den Kopf. Volltrottel.

„Jetzt lass endlich meine Frau raus!" Er strapaziert meine Nerven nur noch mehr und das an einem so wichtigen und besonderen Tag. Will er unbedingt an Hayats und meiner Hochzeit eine Faust kassieren?

Dieser Tag soll problemlos verlaufen, aber er reizt mich und deswegen kann ich nicht mehr stillhalten. Es zuckt schon in meiner Faust ihn zur Seite zu schlagen und die Tür selber zu öffnen.

Ayaz sieht es, dass ich wirklich kurz davor bin ihn anzugreifen, weswegen er hastig nickt. „Ganz ruhig, Enişte." (Schwager) Er dreht sich um und legt seine Hand auf die Türklinke, ehe er die Tür öffnet und mein Kopf in ihre Richtung schellt.

Es scheint so, als wäre die Zeit stehengeblieben, denn ich nehme nichts und niemanden mehr um mich wahr. Nichts und niemanden, nur Hayat in ihrem weißen Kleid.

H A Y A T - IIWo Geschichten leben. Entdecke jetzt