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-Gitme dememle kalsan ne olur, gönlün çoktan yola çıkmış bir kere-

Seit fünf schmerzvollen Tagen bin ich nun wach aus dem Koma und bin durchgehend am schlafen. Ich bin dauerhaft müde und habe nichtmal die Kraft mit den anderen zu reden. Noch ein Grund, warum ich die Karasu Familie ignoriere.

Aber der eigentliche Grund ist eigentlich, dass mich die Schuldgefühle richtig plagen. Wegen mir hat Cesur sie verlassen, verdammt! Und ich kann einfach nicht mit ihnen reden, als wäre es nicht meine Schuld.

Und es ist doch sowas von klar, warum Cesur weg ist und nicht mehr das Haus betritt. Er will mich nicht mehr sehen und nichts mehr mit mir zu tun haben. Auch wenn ich noch im Krankenhaus liege.

Ich bin zu weit gegangen. Viel zu weit. Ich habe so egoistisch gehandelt. Ich habe überhaupt nicht an Cesurs Gefühle gedacht, obwohl er mir so sehr vertraut hat. Denn ich wusste ganz genau, wie zerbrochen er doch innerlich ist. Und bevor ich ihn überhaupt ganz heilen konnte, habe ich ihm eine weitere Wunde verpasst.

„Hayat?" Die sanfte Stimme von Cemre, die gerade das Zimmer betreten hat, bringt mich dazu meine Augen feste zusammen zu kneifen und so zu tun, als würde ich schlafen. Ihre warme Hand kommt in Berührung mit meiner Stirn und sanft streicht sie meine Haare aus dem Gesicht.

„Hayat." Sie rüttelt leicht an mir und ich weiß, dass ich nicht länger so tun kann, als würde ich schlafen. Denn früher oder später muss ich ja ‚wach' werden. Also öffne ich langsam meine Augen und blicke stumm in ihre. Dass ich sie alle ignoriere und kein Wort mehr mit ihnen rede, nimmt sie alle mit.

Und auch mich nimmt es mit, denn ich liebe diese Leute. Sie sind meine Familie. Aber ich muss es tun. Wenn Cesur nicht mehr mit ihnen reden kann, wegen mir, dann habe ich nicht das Recht dazu.

„Du wirst heute entlassen." Ich rege mich kein Stück und auch kein Wörtchen verlässt meinen Mund. „Ich packe jetzt deine Tasche zusammen." Und als ihr bewusst wird, dass ich auch nicht darauf antworten werde, dreht sie sich um und öffnet den Schrank.

Während sie also meine ganzen Sachen zusammenpackt, stehe ich mit ganz viel Mühe auf. Sofort machen sich die Schmerzen am ganzen Körper bemerkbar und ich zische auf.

„Hayat." ruft Yaman glücklich und betritt das Zimmer. Er ist der einzige, der nie sein Grinsen verloren hat. Auch wenn ich ihn komplett aus dem Weg gehe und es vermeide Wörter mit ihm auszutauschen, verhält er sich wie immer gegenüber mir.

Er reißt seine schlechten Witze und Anmachen, trägt immer seine Euphorie mit sich und versucht gute Laune in den Raum zu werfen. Tja, aber dank mir kriegt keiner mehr gute Laune. Oder liegt das gar nicht an mir?

„Lass mich dir helfen." Er geht vor mir auf die Knie und hilft mir dabei meine Schuhe anzuziehen. Ich bin ihm ziemlich dankbar, da ich mich niemals bei diesen Schmerzen bücken könnte, aber ich zeige es ihm nicht.

„Komm." Er hilft mir aufzustehen und will meinen Arm um seine Schulter legen, damit er mich stützen kann, aber ich weiche ihm aus. Stumm blicke ich in seine Augen, die mich verletzt anschauen und drehe ihm meinen Rücken zu.

Mit den ganzen Schmerzen humpele ich aus dem Zimmer und verziehe bei jedem Schritt immer mehr das Gesicht. Das ist eine Riesen Qual für mich, aber ich ziehe es durch. Ich muss mich an diese Schmerzen gewöhnen. Ob Cesur auch so starke Schmerzen hat wie ich?
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Zu Hause angekommen, steige ich sofort die Treppen rauf und zugegeben, ich habe fünf Minuten gebraucht um oben anzukommen. Denn bei jeder Stufe habe ich angehalten, laut auf gezischt und vor mich hin geflucht.

Dabei habe ich die Blicke der anderen hinter mir gespürt. Yaman und Fatih sind sogar zu mir geeilt und wollten mich hochtragen, aber ich habe sie weggeschubst und ihnen einen warnenden Blick zu geworfen. Ich wollte ihre Hilfe nicht, denn diese habe ich nicht verdient. Wenn Cesur seine Schmerzen alleine verkraften kann, dann kann ich das auch.

H A Y A T - IIWo Geschichten leben. Entdecke jetzt