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-Kırılmışsın ama bilsinler istemezsin-

Ich weiß nicht, wie viel Uhr wir haben und ob der nächste Tag schon angebrochen ist. Das einzige was ich weiß, ist, dass ich die ganze Zeit schon wachliege und kein Auge zu drücken kann. Ich muss die ganze Zeit, immer wieder, an die Worte von Cüneyt denken.

Hayat, wenn einer sterben wird, dann bin ich das.

Kemal wird mich hiernach niemals am Leben lasse.

Er wird mich dafür mit dem Tod bestrafen.

Ich wollte in deinen Augen nicht dieser ehrlose Verräter sein, verdammt!

Also bitte tue mir den Gefallen und hab mich immer gut in Erinnerung. Bitte, Hayat

Ich habe das verdient, Hayat.

Ich presse meine trockenen Lippen aufeinander und wimmere leise auf. Ich will aufschreien, aber kein lauter Schrei will meinen Mund verlassen. Als wären meine Lippen zugeschnürt, als würden sie aufeinander kleben.

Der Druck auf meiner Brust quält mich schon die ganze Zeit über und raubt mir ab und zu Mal die Luft zum Atmen, weshalb ich mich aufsetzen muss, um wieder nach Luft ringen zu können.

Der dunkle Raum erscheint in meinen Augen plötzlich so klein, dass ich das Gefühl habe eingeengt zu werden. Als würden die Wände auf mich zu kommen, um mich gleich danach einzuquetschen.

Ich drücke mich an die Ecke meines Bettes und schnappe hastig nach Luft. Laut atme ich schnell ein und aus, aber mein Atem will sich nicht normalisieren.

„Nein." wimmere ich auf und lege meinen Kopf auf die Knie und versuche mich somit vor den aufkommenden Wänden zu schützen. Ich kriege Platzangst.

Die Tür öffnet sich, was ich gerade noch so mitbekomme, aber ich kann mich nicht regen. Mein Körper wie versteinert und alles tut mir auf einmal so weh, weil ich mich zu sehr verkrampfe.

„Hayat." Ich spüre eine Hand auf meiner Schulter. Ich schrecke zusammen und kreischend schlage ich die Hand weg. Schweratmend hebe ich den Kopf an und blicke in das Gesicht von Aleyna.

Ich halte erschrocken den Atem an und kann sie nur mit leicht offenem Mund anstarren. Sie füllt das Glas, welches auf dem Tisch liegt mit Wasser und überreicht es mir.

Mit zitternder Hand nehme ich ihr das Glas ab und sie setzt sich an die Bettkante. Mit zwei gierigen Schlücken leere ich das Glas und sie nimmt es mir wieder ab.

Sie streckt sich vor und legt das Glas wieder auf den Tisch. Sie räuspert sich kurz, als sie sich wieder aufrecht setzt und mir unsicher in die Augen blickt. Nervös streicht sie sich eine Haarsträhne hinter das Ohr.

„Ich wollte mit dir reden." Ich kann nicht antworten, weswegen ich einfach nur schwer schlucke und kaum merkbar nicke. Was will sie mit mir reden?

Mein ganzer Körper zittert und ich weiß nicht, was jetzt auf mich zu kommen wird. Ich kann sie und ihren monotonen Blick nicht einschätzen. Wird sie jetzt rumbrüllen, oder wird sie normal mit mir sprechen?

„Ich weiß, was du von mir denkst." Ach echt? Sie weiß also, dass ich sie für eine geldgierige Schlange halte? Schön. Vielleicht wird ihr ja dann auch bewusst was sie ist.

„Ich kann es nachvollziehen, dass du mich für eine geldgierige Nutte, oder sonst was, hältst." Nutte? Ja, dass könnte auch gut zu treffen! Gott! Sie macht mich gerade so wütend.

Wie lustig, dass sie mich einfach von meiner Schockstarre reißt und mich von null auf hundert so wütend macht. Ich könnte gerade echt auf sie springen und ihr die Haare aus dem Kopf reißen.

H A Y A T - IIWo Geschichten leben. Entdecke jetzt