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-Belki yanımda değilsin, ama hep aklımdasın-

Can Demir ist auf der Welt. Er ist nun seit fünf Tagen, mit einer Frühgeburt, auf der Welt. Der kleine Mann hätte erst in zwei Monaten kommen müssen, aber anscheinend konnte er nicht auf Mama und Papa warten.

Ich habe ihn noch nicht gesehen und Cemre und Fatih habe ich nur per FaceTime gratuliert. Erstens, weil ich noch nicht sofort auf sie drauf stürzen will. Cemre ist sowieso schon erschöpft, weil das Baby nun in einem Brutkasten versorgt wird.

Und zweitens, weil ich noch nicht bereit bin Cesur zu sehen. Ich habe Angst. Angst davor, dass er mich wieder ignorieren wird. Dass er mich wieder wie Luft behandeln wird. Als wäre ich nicht da.

Diese Trennung, dieser Abstand zerreißt mir sowieso das Herz und dann soll ich noch zu sehen, wie er mir aus dem Weg geht? Das ist so wie, wenn ich mir selber ein Messer ins Herz ramme.

Aber es tut mir auch total Leid für Cemre. Während ich wie eine Egoistin nur auf meine Gefühle achte und versuche nicht im Krankenhaus aufzutauchen, während Cesur auch da ist, wartet Cemre auf mich, bis ich sie endlich besuchen komme.

Ich weiß, dass sie mich braucht und seelische Unterstützung von Tuana und mir erwartet. Tuana ist jeden Tag bei ihr, während ich mich drücke nicht dorthin zu fahren.

Aber lange hat mein zögern nicht gehalten, denn nach fünf Tagen sitze ich nun im Auto neben Yaman und fahren mit ihm ins Krankenhaus.

„Du musst meinen kleinen Neffen mal sehen." gibt er aufgeregt von sich. „Er kommt ganz nach mir. Wie der Onkel, so der Neffe." Ich lache leicht auf. Gott. Ich bin echt gespannt, ob es stimmt.

„Er ist noch so klein und niedlich." Frühgeburten sind meistens doch immer kleiner und dünner. „Wie ist seine Lage?" Yaman nickt hastig. „Gott sei Dank gut. Der Arzt ist der Meinung, dass Can nicht mehr lange im Brutkasten versorgt werden muss. Der kleine kann bald schon alleine trinken und auch atmen."

Erleichtert atme ich auf und lächele leicht vor mich hin. Ich bin froh, dass seine Lage besser wird. Denn diese gute Nachricht tut auch Cemre gut. Welche Mutter würde sich denn nicht freuen, wenn das Baby ganz bald in ihren Armen liegen kann?

Yaman parkt seinen Sportwagen in eine freie Lücke und zieht dann den Schlüssel heraus. Wir schnallen uns beide ab und steigen dann aus. Sofort spüre ich die Nervosität in mir und wie mein Herz schneller schlägt.

Wie soll ich denn reagieren, wenn Cesur auch da ist? Wenn ich ihn wie die anderen begrüße, wird er es erwidern? Oder wird er mich wieder ignorieren? Sollte ich ihm einfach auch aus dem Weg gehen und so tun, als wäre er nicht da?

Ist er denn überhaupt da? Ich muss Yaman fragen, denn als er mich abholen gekommen ist, war er schon im Krankenhaus. Cemre hat ihn losgeschickt, um mich zu holen.

„Wer ist alles da?" versuche ich nicht so auffällig zu fragen. Bitte Yaman checkt meine Andeutung auf Cesur nicht. „Ach, wir sind nur unter uns." Danke Yaman, für so eine schwache Antwort.

Woher soll ich wissen, ob Cesur jetzt da ist oder nicht? „Wer denn genau?" Er schaut nachdenklich zu mir rüber und drückt dann auf den Knopf für die zweite Etage.

Plötzlich erhellt sich sein Gesicht und er grinst mich an. „Ach, du meinst ob Cesur da ist." Ich schaue schnell weg und er stupst mich mit seinem Arm an. „Heute ist er noch nicht gekommen."

Oh nein. Wenn er noch nicht da war, dann heißt es doch, dass er noch kommen wird, oder? Verdammt! Cesur konntest du nicht einfach heute Morgen da sein?

Unsicher, mit Herzrasen, steige ich aus dem Fahrstuhl, nachdem er uns die Türen aufgemacht hat. „Hier lang." geht Yaman vor und ich werde immer nervöser und nervöser.

H A Y A T - IIWo Geschichten leben. Entdecke jetzt