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-Büyük seven kalbin acısı küçük olmaz-

Cesur

Ich spüre eine tiefe, eine sehr tiefe Leere in mir. Ich kann weder meinen Herzschlag spüren, noch spüre ich die Müdigkeit. Ich bin seit Tagen hellwach, kriege kein Auge mehr zu.

Ich weiß nicht mehr weiter. Ich war noch nie in meinem Leben so hilflos und so verzweifelt, wie jetzt. Ich will schreien, aber kein Ton verlässt meinen Mund.

Wer wird mich denn schon hören?

Ich will gehört werden. Nur von Hayat. Nur von ihr. Ich brauche sie gerade so sehr. Verdammt! Nur sie kann mich wieder heilen. Nur neben ihr kann ich in Ruhe schlafen.

Ich fühle mich schwach, einfach nur schwach. Aber für meine Frau muss ich mich wieder sammeln, denn nur so werde ich auch diesen Krieg gewinnen. Ich werde gewinnen, komme was wolle.

Wenn ich Hayat dort nicht heilend raushole, dann gebe ich mir auf der Stelle die Kugel. Ohne Hayat gibt es mich nicht. Ohne Hayat kann ich nicht weiter leben, kann ich nicht atmen.

Denn ich könnte mir das niemals verzeihen und erst recht könnte ich nicht mit dem Gedanken weiter leben, dass sie meinetwegen sterben musste. Ich hole sie da raus!

Ich werde Kemal noch zeigen, was es heißt meine Familie anzugreifen. Er kann mir meine Schwester und meine Frau nicht einfach so nehmen. Er will Krieg? Den kann er sowas von haben.

Ich lasse meinen Kopf hängen, da mir die Fahrt so unendlich lang vorkommt. Wir haben eine Adresse bekommen. Ich weiß nicht von wem und ich weiß auch nicht ob das die richtige Adresse ist, wo sich Hayat aufhält.

Aber ich hoffe einfach nur, dass die Adresse stimmt. Falls sie nicht stimmen sollte, dann ist es für alles viel zu spät. Meine Zeit läuft ab und ich bin immer noch nicht bei Hayat.

Ich spüre einen kräftigen Druck an meiner Schulter, weswegen ich mich leicht nach hinten drehe. Ich blicke geradewegs in die Augen von Selim, die mich so sehr an die von Hayat erinnern. Ich seufze auf.

„Beruhig dich, Cesur." Ich kann nicht. Wie kann er mir das so einfach sagen? Und wie kann er selber so ruhig bleiben dabei? Liegt es an seinem Job? Als Polizist sollte man doch immer ruhig bleiben.

„Wir werden Hayat definitiv finden!" Ich schiele zu Fatih, welcher das Auto fährt. Er nickt kräftig auf die Aussage von Selim. Ich sollte mich echt beruhigen.

Mit Hass, Wut und Trauer werde ich doch alles nur schlimmer machen. Auch nur ein Fehler und ich könnte Hayat für immer verlieren.

Ich schaue wieder nach hinten zu Selim. „Ich werde es versuchen. Für sie." Er nickt mir zu und ich erkenne das leichte Lächeln auf seinen Lippen.

Selim weiß von allem Bescheid. Ich habe es ihm erzählt. Alles. Von A bis Z. Wieso ich Hayat eigentlich entführt habe und das ich sie wirklich über alles liebe.

Er hat mich geschlagen.

Er hat mich sowas von geschlagen und ich habe es zugelassen. Er ist ihr Bruder. Ich konnte mich nicht dagegen wehren. Es ist sein gutes Recht mich zu schlagen.

Aber er akzeptiert es.

Er akzeptiert, dass ich Hayat wirklich liebe. Er akzeptiert unsere Heirat, unser gemeinsames Kind. Und ich bin mehr als nur glücklich darüber.

Hayat musste viel leiden und das wegen mir. Ich habe sie von ihrer Familie getrennt, habe sie alleine gelassen. Aber jetzt werde ich alles noch besser machen.

H A Y A T - IIWo Geschichten leben. Entdecke jetzt