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-Yaralarım acıyor be, bastırma-

Ich habe kein Zeitgefühl mehr. Nachdem Alara weggebracht wurde, hat mich Cüneyt in dieses kleine Zimmer eingesperrt. Ich weiß nicht, wie lange ich hier schon sitze. Eine Stunde? Vielleicht sogar fünf? Ich weiß es nicht.

Dieses kleine Zimmer hat nicht mal ein Fenster. Hier steht lediglich nur ein Bett, mit einer ungemütlichen Matratze und ein Tisch mit einem Holzstuhl.

Ich fühle mich so eingeengt hier und die Dunkelheit macht es nicht besser. Die kleine Glühbirne, die einfach so an der Decke herunterhängt, gibt nicht so viel Licht ab.

Seit Stunden sitze ich mit dem Rücken an der Wand auf dem Bett und habe meine Beine an meinen Bauch gezogen. Mein ganzer Körper ist am zittern.

Mir ist total übel und sobald ich meinen Kopf auch nur ansatzweise bewege, dreht sich alles um mich. Ich habe starke Bauchschmerzen, weswegen ich leise wimmere. Irgendetwas stimmt nicht mit mir.

Noch nie ging es mir so beschissen wie jetzt. Diese Bauchschmerzen sind nicht normal. Nein. Irgendetwas ist so anders. Das Stechen und das Ziehen sind so anders und lassen mein Bauch sehr stark schmerzen.

Ich presse meine Lippen aufeinander und schlinge meine Arme um meinen Bauch. Voller Schmerzen schließe ich die Augen und lehne meinen Hinterkopf an die kühle Wand.

„Dir wird nichts passieren. Mama passt schon auf dich auf." flüstere ich leise und streiche sanft über mein Bauch. Ich werde nicht zulassen, dass der Zustand meines Kindes immer schlimmer wird.

Eine warme Träne rollt mir über die Wange, welche ich schnell wegwische. Wieso nur? Wieso tust du uns und dir selber das an Cüneyt? Was ist passiert, dass aus dir so ein gefühlsloser Mann geworden ist?

So habe ich ihn nicht kennengelernt. Er ist nicht Cüneyt. Nein! So war er nie. Er war doch immer der liebevolle, er hat seine Geliebten immer beschützt. Wo ist dieser, der echte Cüneyt nur hin?

Die Tür wird aufgerissen und ich lasse sofort von meinem Bauch ab. Wenn sie erfahren das ich schwanger bin, dann nehmen sie mir bestimmt mein Baby weg. Das darf nicht passieren!

Cüneyt blickt mich für einige Sekunden stumm an, ehe er das Gestell vor mich stellt und die Kamera aufbaut. Mit gerunzelter Stirn blicke ich zu ihm rauf.

Was soll das werden? Wird er ein Video machen? Oh nein. Wird er mich wie bei Alara auch zwingen irgendetwas zu sagen und es dann Cesur schicken? Verdammt! Dieses Video darf nicht zu Cesur kommen.

Cesur.. Er wird durchdrehen. Er wird alles in seiner Macht stehende liegen lassen, um mich hier raus zuholen. Aber das kann ich nicht zu lassen. Sie werden ihn umbringen, verdammt!

Nachdem er die Kamera aufgestellt hat, drückt Cüneyt mir ein Zettel in die Hand, welche ich neugierig entgegen nehme. Ich habe schon angst, was darauf stehen könnte.

Meine Augen wandern über seine saubere Handschrift und desto weiter ich lese, desto enger fühlt sich mein Brustkorb an. Mein Herz rast wie verrückt und schluckend schaue ich Cüneyt an.

„Nein." hauche ich fassungslos. „Das werde ich nicht sagen." Cüneyt schaut mir ernst in die Augen und ich erkenne die Wut darin. Seine Wut ist mir gerade so egal, denn diese Worte werden nicht meinen Mund verlassen.

„Doch! Du hast keine andere Wahl." Ich zerknülle das Blatt in meiner Hand und werfe es quer durch den Raum. „Niemals!" rufe ich laut. Das kann ich Cesur nicht antun.

„Hayat!" knurrt er gefährlich auf und ballt seine Hände zu Fäusten. „Mach was ich dir sage!" Ich schüttele hastig den Kopf und trotzig verschränke ich meine Arme vor der Brust.

H A Y A T - IIWo Geschichten leben. Entdecke jetzt