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-Geçmiyor, alışıyorsun tek-

Cesur

Stumm stehe ich vor dem Grab meines Bruders und blicke starr auf seinen Namen herunter. Cüneyt Karasu. Mein Brustkorb zieht sich zusammen und meine Atemwege schnüren sich zusammen.

Ich kann es einfach nicht glauben und nicht wahrhaben, dass mein Bruder einfach tot ist. Mein Bruder, Cüneyt, liegt unter der Erde und ich gebe ganz alleine mir die Schuld dafür.

Er hätte jetzt noch leben können, aber ich war immer so unachtsam, so egoistisch, dass ich nicht Mal gemerkt habe, was für Spielchen Kemal mit uns gespielt hat. Ich habe nicht Mal gemerkt, dass mein Bruder die ganze Zeit meine Hilfe gebraucht hat.

Cüneyt hat stumm nach Hilfe gebeten. Er wollte mir nicht von Kemals Intrige erzählen, aber er hat immer gehofft, dass ich es merke, dass ich die ganze Sache stoppe. Aber ich habe es nicht gemerkt.

Ich war so blind. Geblendet von meiner Trauer. Ich war nicht nur egoistisch, sonder auch noch feige. Nach dem Tod unserer Mutter, war ich so in mich gekehrt, dass ich beim Versuch, meine Familie wieder aufzubauen, gescheitert habe.

Ich war für sie da, während ich innerlich am leiden war, aber dennoch habe ich es nicht geschafft, sie von diesem Schmerz zu befreien. Ich habe alles nur noch schlimmer gemacht.

Mein Vater musste sterben. Cüneyt wurde erpresst und musste einem Hund gehorchen, nur um danach unter der Erde zu liegen und Alara muss so viel leiden. Sie hat jeden verloren und hat nur noch mich.

Ich lasse mich auf die Knie nieder, nehme aber meine Blicke nicht von seinem Grabstein. Meine zitternde Hand führe ich auf die Erde und versuche somit das Gefühl zu kriegen, ihn anzufassen. Ich stelle mir vor, wie ich meine Hand auf seine Schulter lege.

„Mein Bruder." hauche ich erschöpft und öffne wieder meine Augen. „Es sollte dir nicht Leid tun, was du getan hast. Warum bittest du mich um Vergebung dafür, dass du von Kemal bedroht wurdest?" Ich sollte nach Vergebung bitten.

„Du trägst doch keine Schuld. Ich sollte mich bei dir entschuldigen, Cüneyt. Während ich immer gedacht habe, dass du wegen dem Tod unserer Mutter so sehr gelitten hast, habe ich gar nicht gemerkt, wie Kemal dich immer mehr Stück für Stück zerstört hat.

Aber ehrlich gesagt, bin ich etwas sauer auf dich. Wieso hast du mir nie davon erzählt? Ich bin dein älterer Bruder. Ich hätte die Sache mit Kemal zu Ende gebracht. Wieso hast du dir Sorgen um mich gemacht, he?

Dafür sind doch ältere Brüder da! Um die kleinen Geschwister zu beschützen, aber du hast mir nicht die Chance dafür gegeben, Cüneyt! Du hast nicht zugelassen, dass ich dir helfe und dich beschütze. Stattdessen musste ich dich mit eigenen Händen in das Grab legen und muss jetzt mit deinem Stein reden!

Wir hätten jetzt so viel nachholen müssen, du Idiot! Ich will mit dir die ganzen Fußballspiele schauen, mit dir aus Spaß kämpfen und mit dir Alara ärgern. Aber doch nicht das, Bruder!

Wir hätten jetzt gemeinsam in unserem zu Hause abhängen können. Mit Cemre und Yaman. Die hätten sich auch wieder auf dich gefreut. Du musst Mal sehen, was für ein Mann unser Cousin geworden ist, aber immer noch die selbe Nervensäge wie früher auch.

Und Cemre? Sie ist so groß geworden. Sie hat einfach schon geheiratet und ist Mutter geworden. Sie hat sich meinen besten Freund gekrallt und du hättest ihn mit mir zusammen hauen müssen! Meine Schläge haben Fatih doch nicht gereicht.

Und du? Du hast einfach geheiratet. Auch wenn es aus Zwang war, hätte ich gerne auf deiner Hochzeit getanzt. Ich hätte meinen Neffen in den Armen halten können und ich hätte ihm zeigen können, wie man richtig Frauen aufreißt.

H A Y A T - IIWo Geschichten leben. Entdecke jetzt