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-Benim sana ihtiyacım var-

Es sind nun genau vierzehn Tage vergangen, in denen ich zu letzt mit Fatih gesprochen habe. Und in diesen vierzehn Tagen hat er mich auch nur zwei mal besucht, da es Cemre wohl nicht so gut gehen soll mit der Schwangerschaft.

Ehrlich gesagt, mache ich mir schon große Sorgen um sie und das Kind. Ich hoffe alles wird wieder gut, so dass das Kind gesund auf die Welt kommt.

Und in diesen vierzehn Tagen ist der Postbote jeden Tag aufgekreuzt und hat mir immer einen Riesen Karton in die Hand gedrückt. Wie immer das Gleiche. Eine weiße Rose und eine kleine Notiz, die mich immer zum Lächeln bringt.

Die ersten vier Rosen, die herunterhängen, habe ich in eine andere Vase ohne Wasser gesteckt. Ich will diese Rosen nicht wegschmeißen. Nicht wenn sie von Cesur kommen.

Ich lege die frische Rose von heute in die andere Vase mit Wasser und den noch frischen Rosen und streiche sanft darüber. Die kleine Notiz packe ich in eine kleine Kiste zu den anderen Notizen.

Ich höre erst auf dich zu lieben, wenn auch mein Herz aufhört zu schlagen.. -C

Ich schließe den Deckel der Kiste mit einem fetten Lächeln auf dem Gesicht und verstaue die Kiste wieder in der Kommode.

Ich nehme mir die schwarze, dünne Tagesdecke zur Hand, die ich auf meine eigentliche Decke gelegt habe. Ich steuere auf den Balkon zu, öffne die Tür und lege die Decke um meine Schultern.

Ich betrete den Balkon, setze mich auf den einen Stuhl und lege meine Füße mit auf den Sitz. Ich ziehe meine Beine eng an meine Brust und decke mich komplett mit der Tagesdecke zu.

Es ist relativ kalt geworden draußen und die kalte Abendluft peitscht gegen mein Gesicht. Auch wenn mir trotz der Decke kalt ist, liebe ich es hier draußen zu sitzen und die frische Luft zu genießen.

Ich lege meinen Kopf schief auf meine Knie und schaue rauf auf den dunklen Himmel, der mit wenigen Sternen besetzt ist. Ich schaue einfach nur rauf und genieße die Dunkelheit.

Ich erinnere mich an die alten Tage zurück. Ich hatte mich öfters einfach in der Dunkelheit mit einer Decke nach draußen gesetzt und den Nachthimmel beobachtet. Ich hatte es öfters getan, wenn es mir mal nicht gut ging.

Wenn ich meine Mutter mal vermisste, tat ich dies öfters. Alles vor der Zeit mit der Karasu Familie. Wo ich nicht mal Cüneyt kannte. Und die einzige Person die mich jedes Mal dabei erwischte und mir kein Wort glaubte, als ich bewusst log und meinte dass es mir gut ginge, war Ayaz.

Ayaz. Mein Zwilling. Meine bessere Hälfte. Meine Seele. Und jetzt gerade wünsche ich mir nichts mehr, als ihn an meiner Seite zu haben. Ich wünsche mir, dass er sich neben mich setzt, mir die Decke wegzieht und sich mit mir einkuschelt. Dass er mir einfach nur stumm zuhört und mir versichert das alles wieder gut wird.

Aber ich habe ihn verlassen. Nicht nur ihn. Nein, meine ganze Familie. Ich habe Ayaz einen Teil von ihm genommen, obwohl wir uns immer geschworen haben, dass wir uns niemals im Stich lassen werden.

Ich habe es gebrochen. Ich habe es bewusst gebrochen, weil ich wie immer nur egoistisch war. Ich habe nur auf meine Gefühle geachtet. Ich war so sehr von Cesur geblendet, dass ich nicht mal gemerkt habe das wir niemals glücklich werden miteinander.

Und trotz das ich es weiß, würde ich immer wieder zu ihm laufen und es erneut versuchen. Nennt es Naivität, Dummheit, aber ich nenne es Liebe. Ich habe mich so sehr in diesen Mann verloren, dass nur noch er zählt.

Aber dann gibt es da noch diesen Teil in meinem Herzen, der meine Familie so sehr vermisst. Ich vermisse sie, die alten Zeiten wo meine Mutter noch da war. Wo wir alle wirklich glücklich waren.

H A Y A T - IIWo Geschichten leben. Entdecke jetzt