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-Öleceksin ve kimse hatırlamayacak seni-

Cesur

Zurück zu Hause habe ich mich sofort an die Arbeit angesetzt und kümmere mich um die Sache mit Kemal. Auch wenn ich es Hayat versprochen habe, kann ich es nicht mehr länger halten.

Es tut mir sehr leid für sie, weil ich es brechen muss, aber ich kann ehrlich nicht mehr stillhalten. Sobald ich mit Hayat im Bett liege, fühlt es sich so an, als würden drei LKWs über mich fahren.

Und obwohl meine ganzen Gedanken nichts wiegen, habe ich das Gefühl unter ihrer Last zu zerbrechen. Dieser Mann verschwindet nicht mehr aus meinem Kopf und macht mich noch ganz verrückt, weil ich nur noch seinen Tod vor Augen habe.

Diese Last auf meinem Körper, weil ich nur noch an Kemal denke und ihn endgültig vernichten will, belastet mich langsam immer mehr. Ich muss es endlich beenden.

Ich will einfach nur, dass Hayat mir weiterhin vertraut. Ich spüre es. Dieses Mal wird alles so klappen, wie ich es will. Dieses Mal werde ich es schaffen, Kemal umzubringen.

Wäre ich mir da nämlich nicht so sicher, dann würde ich es mit Hayat auch nicht so weit treiben. Aber ich bin mir sicher, dass alles wieder besser wird. Und damit auch alles besser wird, muss ich Kemal umbringen.

Der Gedanke, dass er nur hinter Gitter sitzen wird, macht mich ganz verrückt. Dieser Mann hat den Tod verdient, denn hinter Gitter zu sitzen ist keine gerechte Strafe.

Und sobald er tot sein sollte, wünsche ich mir, dass unser Kind gesund auf die Welt kommt. Denn erst dann werde ich so richtig zu frieden und glücklich mit Hayat.

Dann kann ich mit der Vergangenheit abschließen.

Es klopft an der Tür und ehe ich die Person hereinbitten kann, wird die Tür auch schon geöffnet. Ein breit grinsender Fatih tritt herein und setzt sich mir gegenüber.

„Kaum bist du zurück aus Griechenland, sieht man dich gar nicht mehr." Ich zucke nur mit den Schultern. Kemals Tod kommt nicht von alleine. „Erzähl Mal, wie war es so? Die Mädels kichern schon die ganze Zeit über Hayats Erzählungen."

Ich muss schmunzeln und ein raues Lachen entfährt meinen Lippen. Ob Hayat den anderen wirklich erzählt hat, dass wir Sex hatten? Reden Frauen untereinander eigentlich auch über so etwas.

„Interessiert dich nicht." Fatih lacht. „Ich kann mir schon denken was ihr so getrieben habt." wackelt er dreckig mit seinen Augenbrauen und grinst mich dann an.

„Ich muss dir was sagen." Ich schaue ihn fragend an und als er sich verlegen am Nacken kratzt, hebe ich eine Augenbraue in die Höhe und mustere ihn neugierig.

„Ich werde wieder Vater." Meine Mundwinkel zucken in die Höhe und überrascht blicke ich ihn an. „Herzlichen Glückwunsch, Bruder. Freut mich ehrlich für euch."

Ich stehe auf und schlage bei ihm ein, ehe ich ihn brüderlich umarme. Damit habe ich nicht gerechnet, aber ich freue mich, dass unsere Familie immer größer wird und wächst.

Und hoffentlich sind Hayat und ich demnächst dran.

„Ich bin so aufgeregt, als wäre es mein erstes Kind." Ich lache über seine Aussage und setze mich wieder an meinen Platz. „Ich schwöre es dir, es ist so ein schönes Gefühl."

Ich bin gespannt, wie sich dieses Gefühl anfühlt. Hoffentlich nicht mehr lange und ich werde es auch zu spüren bekommen. Ich werde einfach Vater.

Dieser Gedanke ist noch immer so komisch, aber dennoch fühle ich mich so gut. Auch wenn bei Hayat noch keine Anzeichen für eine Schwangerschaft anstehen, freue ich mich jetzt schon Vater zu werden.

H A Y A T - IIWo Geschichten leben. Entdecke jetzt