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-Ben mutluluğu senden öğrendim-

Cesur

Mit Hayat in meinen Armen liegen wir eingekuschelt im Bett und genießen unsere Zweisamkeit. Es beruhigt mich total, wenn ich einfach nur neben ihr bin und ihren regelmäßigen Atem lauschen kann.

Mit ihrem kleinen Zeigefinger malt sie kleine Muster auf meine Brust, während ich ihre Haare behutsam nach hinten streiche. Ihre Berührungen auf meiner nackten Brust verpassen mir eine Gänsehaut. Eine angenehme Gänsehaut.

„Wie geht es Resul?" Ich schaue zu ihr herunter. „Gut." Ihm geht es wirklich gut, nur ist da noch immer die Sache mit Asya und seinem Sohn, welche ihn belasten. Aber ansonsten sieht er gut aus.

„Asya hat das Kind auf die Welt gebracht." Ich weiß nicht, ob es richtig ist, wenn ich es Hayat erzähle. Vielleicht ruft es Erinnerungen in ihr hervor, wie wir unseren Sohn verloren haben. Wie er ihr vor ihren Augen einfach weggenommen wurde.

„Echt?" hebt sie ihren Kopf an und schaut mich mit großen Augen an. „Ist es ein Junge oder ein Mädchen." Noch kann ich nichts von ihrer Trauer erkennen, was auch gut so ist.

„Ein Junge." Sie lächelt augenblicklich auf, aber es ist ein schwaches Lächeln. Sie schaut von mir weg und legt ihren Kopf wieder auf meiner Brust ab. Dieses Mal regt sie sich nicht. Sie malt keine Muster mehr auf meine Brust.

„Wo ist er jetzt?" Nachdem ich Resul von Cüneyt's Tod erzählt habe, habe ich das Thema mit seinem Sohn wieder angesprochen. Er will nicht, dass wir ihn adoptieren, bis er oder Asya wieder frei ist.

„Im Waisenhaus." Ihr Kopf schellt wieder zu mir rauf und schaut mich mit großen Augen an. „Oh nein." haucht sie traurig. „Was ist mit Resul's Vater, oder hat Asya keine Familie?"

Ich schüttele langsam den Kopf. „Asya hat nichts mehr mit ihrer Familie zu tun und Resul will nicht, dass er bei seinem Vater aufwächst." Sie schaut mich lange nachdenklich an und formt dabei ihre Augen zu Schlitzen.

„Und was ist mit uns beiden, Cesur?" Sofort erhellt sich ihr Gesicht auf und sie blickt mich mit leuchtenden Augen an. Ich will ihr das Leuchten der Augen nicht nehmen, aber ich kann nur verneinend den Kopf schütteln.

Ich muss sofort an die Worte von Resul denken und er hat verdammt Recht.

„Denk an mein Kind und an Hayat, Cesur. Wenn ihr meinen Sohn jetzt adoptieren würdet, dann würde er mit einer Lüge aufwachsen. Was für ein Gefühl muss es für ein Kind sein, wenn es nach Jahren erfährt, dass die leiblichen Eltern im Knast waren, ihn aber jetzt bei sich wollen? Sag mir Cesur, wie soll mein Sohn es verkraften?

Und Hayat? Hast du Mal an sie gedacht? Wie würde Hayat sich fühlen, wenn ihr meinen Sohn jetzt adoptieren würdet? Ihr habt gerade einen Sohn verloren und sie würde sich an das Kind binden. Wie kann ich ihr nach dem Knast das Kind nehmen? Wie Cesur?

All die Jahre, in denen Asya und ich sitzen müssen, wird Hayat all ihre Liebe meinem Sohn schenken. Und wie muss es für sie sein, wenn sie einen weiteren Sohn verliert?"

„Warum denn nicht, Cesur?" Seufzend blicke ich zu ihr herunter. „Resul will es nicht." Zum Glück geht sie nicht weiter drauf ein und belässt es einfach dabei. Ich weiß, wie gerne sie das Kind aufnehmen will, aber Resul hat wirklich Recht.

Hayat würde sich zu sehr an Yahya gewöhnen und sie würde dieses Muttergefühl in sich aufbauen. Wie sollen wir dann Hayat und Yahya von einander trennen?

„Denkst du ich werde eine gute Mutter?" Ich schaue sofort zu ihr herunter und runzele die Stirn. Was ist das denn für eine Frage? „Natürlich." antworte ich ihr ehrlich.

H A Y A T - IIWo Geschichten leben. Entdecke jetzt