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-Acılarla kederimi, sinirimi, öfkemi üzülürsün diye, senden gizledim-

Cesur

Er steht vor mir und blickt mich voller Hass an. Seine Augen sind zusammengekniffen und ich erkenne Tränen an seiner Wasserlinie. Tränen, die wegen seiner Wut ausbrechen wollen.

Seine Hände hat er zu Fäusten geballt und ich erkenne die Adern an seinen Armen und an seinem Hals. Adern, die wie wild pochen und jeden Moment platzen könnten.

Sein Gesicht ist rot angelaufen und ein lauter Schrei verlässt seine Kehle. Ein Schrei, der seine ganzen Schmerzen und seine ganze Wut, Trauer widerspiegelt.

Er hasst mich.

„Ich habe dich gebraucht, Cesur!" zischt er laut und eine Träne rollt meine Wange entlang. Ich will einen Schritt auf ihn zu gehen, aber meine Füße kleben wortwörtlich auf dem Boden. Ich kann mich nicht vom Fleck rühren.

Meine Beine fühlen sich so schwer an.

„Ich habe dich gebraucht, als Kemal mich bedroht hat. Wo warst du, Cesur?" Auch mir läuft eine Träne die Wange entlang, aber ich kann nichts sagen.

Ich kann mich nicht einmal bei ihm entschuldigen.

„Ich dachte du bist immer für mich da? Du Egoist! Du hast nur an dich gedacht, als ich es am schwierigsten hatte. Als ich am leiden war!" Ich schüttele hastig den Kopf.

Das stimmt nicht! Ich habe nicht nur an mich gedacht.

„Cüneyt." Er brüllt auf, weswegen ich direkt wieder verstumme. „Ich hasse dich, Cesur!" Er kommt auf mich zu und packt mich am Kragen. Er drückt feste zu. „Hörst du? Ich hasse dich!"

Ich schüttele immer wieder hastig den Kopf. Ich fühle mich so schwach, dass ich mich nicht einmal von ihm lösen kann. Ich lasse diesen Druck einfach zu.

„Und jetzt wo ich weg bin, geht es dir, euch, richtig gut, oder? Fernsehabende, Ausflüge ohne Ende. Ohne mich! Wo waren diese Tage, als ich noch da war?" Mit einem heftigen Stoß drückt er mich von sich nach hinten.

Ich taumele zurück, kann mein Gleichgewicht aber noch halten und rette mich selber vor einem Sturz.

„Das werde ich dir niemals verzeihen, Bruder!" Enttäuscht schüttelt er den Kopf und läuft einige Schritte rückwärts zurück. „Cüneyt warte!" laufe ich auf ihn zu, aber mit einem Mal verschwindet er wie vom nichts.

„Cüneyt!" brülle ich mir die Seele aus dem Leib und wache ruckartig auf. Schweratmend setze ich mich im Bett aufrecht hin und fasse mir an die pochende Brust. Mein Herz rast wie verrückt.

Es war nur ein Alptraum!

Aber wieso hat es sich so echt angefühlt?

Gierig schnappe ich hastig nach Luft und habe das Gefühl nicht richtig atmen zu können. Mein ganzer Körper ist von Schweiß bedeckt und mein Gesicht voller Tränen.

„Cesur?" Ich kann mich nicht regen. Mein ganzer Körper ist so verspannt, am zittern. „Cesur?" Ich spüre Hayats sanfte Hand auf meiner Schulter und ich schrecke bei ihrer Berührung zusammen.

Ich schlage ihre Hand von mir weg.

„Hey, es war nur ein Traum." haucht sie sanft, aber ich kann nur hastig meinen Kopf schütteln. Es war so echt. Es hat sich so verdammt echt angefühlt!

Ich schlage die Decke von mir. „Ich brauche frische Luft." stehe ich hastig auf und laufe auf die Balkontür zu. Ich reiße diese auf und springe wortwörtlich raus.

H A Y A T - IIWo Geschichten leben. Entdecke jetzt