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-Ne kavuştum, ne unuttum. Arada kaldım-

Durch die Klingel an der Haustür werde ich wach und ich öffne meine müden Augen. Ich strecke mich einmal und schaue aus dem Fenster. Es ist gerade dabei dunkel zu werden. Das heißt, dass ich nicht lange geschlafen haben.

Dieses Mal klopft es an der Tür und laut gähnend stehe ich auf. Ich laufe den Flur entlang und öffne dann die Tür. Vor mir steht wieder der Postbote, welcher seinen Kopf gesenkt hält. Seine Kappe bedeckt sein Gesicht.

Überrascht blicke ich ihn an, da ich jetzt nicht mit ihm gerechnet habe. Zudem habe ich echt lange keine weiße Rose und eine kleine Notiz dazu mehr bekommen. Vielleicht lag es auch daran, dass Ayaz bei mir war und ich somit nicht mehr alleine war.

Der Postbote, welcher noch immer auf den Boden blickt streckt seine Hand, welche hinter seinem Rücken versteckt ist, aus und reicht mir die Rose. Dieses Mal so und nicht wieder in einem Paket.

Ich ziehe meine Augenbrauen zusammen und nehme die Rose entgegen. Ich rieche an ihr und auch diese Rose riecht verdammt schön und frisch.

Erneut streckt der Bote seine Hand aus und drückt mir die Notiz in die Hand. Glücklich darüber, welche schönen Worte dieses Mal drauf stehen könnten, falte ich die Notiz auf.

Jetzt gehörst du mir! -Cüneyt

Erschrocken japse ich nach Luft und erhebe mit rasenden Herzen den Kopf an. Auch der Bote hebt seinen Kopf an und ich schaue geradewegs in die braunen Augen von Cüneyt.

Mein Brustkorb zieht sich zusammen und sofort steigen die Tränen in mir auf. Nein, das kann nicht wahr sein. Nein!

Mein Herz rutscht mir in die Hose und meine Atmung wird so flach, dass ich das Gefühl kriege nicht richtig atmen zu können. Mein Kopf pocht vor Schmerzen und mein Brustkorb zieht sich zusammen.

Panik und Angst breitet sich in mir aus und mein ganzer Körper fängt an zu zittern. Wie versteinert und mit großen Augen stehe ich mit wackeligen Beinen vor ihm und kann nichts machen.

„Hayat." haucht er abwesend und reißt mich somit aus meiner Schockstarre. Sofort trete ich einen Schritt zurück und will die Haustür zuschlagen, aber Cüneyt ist schneller und legt seinen Fuß zwischen die Tür.

Mit seiner flachen Hand drückt er die Tür wieder auf und ich schüttele langsam den Kopf. „Cüneyt." flehe ich ihn an, aber sein aufgesetztes Grinsen wird immer breiter.

Er tritt einen Schritt in die Wohnung. „Du hörst mir jetzt ganz genau zu. Hast du mich verstanden?" Ich schüttele hastig den Kopf.

„Lass mich in Ruhe." schmunzelnd schüttelt er den Kopf und schaut mich breit lächelnd an. „Aber süße, du hast doch keine andere Wahl."

Ich drücke meine flachen Hände an seine Brust und schubse ihn aus der Wohnung. „Lass mich in Ruhe!" kreische ich aus Angst und knalle schnell die Tür vor seiner Nase zu.

Panisch atme ich schnell ein und aus und wedele mir Luft zu. Ich will ins Wohnzimmer laufen, nach meinem Handy greifen, um Cesur anzurufen, aber seine hinterhältige Stimme ertönt laut hinter der Tür, die mich ungewollt zum innehalten bringt.

„Willst du Alara retten?" irritiert und auch leicht ängstlich starre ich auf die Holztür, die uns voneinander trennt. Die mich vor ihm schützt. Vor seinen und Kemals bösen Spielchen.

„Ich weiß, dass du direkt hinter der Tür stehst. Öffne sie. Ich will dir nur ein Angebot machen." Soll ich die Tür öffnen? Kann ich Cüneyt vertrauen und das Risiko eingehen? Ich weiß es nicht. Ich bin gerade so unsicher wegen ihm, dass ich nicht klar denken kann.

H A Y A T - IIWo Geschichten leben. Entdecke jetzt