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Lesenacht 3/4

-Bana lütfen yine o aşk dolu gözlerle bak-

Ich ziehe scharf die Luft ein, während mein Herz wieder angefangen hat wie wild zu klopfen. Wie verkrampft sitze ich auf dem Sofa zwischen Ayaz und  Yaman und kann mich nicht regen.

Cesur steht mit angespannten Körper an der Türschwelle und schaut mich mit diesen allbekannten leeren Augen an. Ich erkenne nichts, nichts außer Hass, was mir gilt.

Sein Körper ist vor Wut am zittern, dass erkenne ich sofort. Während mein Körper vor Nervosität zittert. Ich schlucke den fetten Kloß in meinem Hals herunter, da sich mein Hals so trocken anfühlt.

Mir wird warm um meinen ganzen Körper und ich habe das Gefühl unter seinen Blicken zu verbrennen. Die Übelkeit macht sich vor Nervosität bemerkbar und ich reiße mich echt zusammen, nicht hier und jetzt alles raus zu spucken.

Meine Augen füllen sich automatisch mit Tränen und ich blinzele mehrmals, um nicht zu weinen. Ich will aufstehen, auf ihn zu rennen, ihn umarmen und nicht mehr loslassen, aber meine Füße rühren sich nicht vom Fleck.

Der ganze Raum ist mit einer angespannten Luft umhüllt und keiner sagt was. Sie schauen uns nur an, wie wir stumm mit unseren Blicken kämpfen. Während ich versuche für uns zu kämpfen, kämpft er gegen mich.

Er nimmt seine Augen von meinen ab und schaut zu den anderen. Ich erkenne nichts mehr in seinen Augen. Nicht mal mehr diesen Hass gegenüber mir. Nichts.

Er hat wieder diese Mauer um sich aufgebaut und versteckt seine Gefühle vor uns. Er will nicht, dass wir sehen, was in ihm so abgeht. Wie er sich gerade fühlt.

Er schaut einfach nur leer zu den anderen und hebt seine Hand in die Höhe. „Das lag vor der Haustür." Eine Gänsehaut durchzuckt meinen ganzen Körper. Wie ich seine Stimme nur vermisst habe. Ich schließe kurz die Augen, um mir seine Stimme zu prägen. Ich will sie nicht vergessen.

„Was ist das?" fragt ihn Fatih. „Eine CD." Jeder schaut verblüfft auf die CD, während Cesur zum Rekorder geht und die CD einsteckt. Er greift nach der Fernbedienungen und schaltet den Fernseher ein.

Sofort erscheint das Gesicht von Alara auf dem Bildschirm. Jeder zieht scharf die Luft ein und regungslos blicken wir alle auf den Fernseher.

„Abi." lächelt sie schwach in die Kamera. „Und die anderen natürlich auch." Sie winkt leicht. „Mir geht es gut, wirklich. Macht euch um mich bitte keine Sorgen, ja?"

Ich spüre wie sich Ayaz neben mir anspannt und auch Cesur, welcher auf der Armlehne vom anderen Sofa sitzt. Seine Körperhaltung aufgebaut, als würde er jeden Moment irgendetwas zerschmettern wollen.

„Cüneyt Abi passt gut auf mich auf. Wir sind wieder vereint, wie bis vor kurzem auch. Und seid nicht sauer auf Cüneyt. Er trägt keine Schuld hierbei. Ich bin freiwillig zu ihm gegangen. Verzeiht mir bitte, aber das ist das Richtige."

Sie lächelt wieder so schwach in die Kamera und winkt leicht. „Ich liebe euch." Sofort springt Ayaz neben mir auf und läuft raus. Die Haustür knallt voller Wucht zusammen und wir alle zucken auf.

„Ayaz!" ruft Fatih und steht schnell auf. „Nicht." flüstere ich mit trockenem Hals und schüttele langsam den Kopf. „Er braucht jetzt seine Ruhe." Fatih nickt nur darauf.

„Verdammte Scheiße!" brüllt Cesur und läuft im Wohnzimmer auf und ab. „Cesur beruhig dich." steht Fatih auf, aber er brüllt nur laut auf.

„Wie, verdammt?" Seine Augen noch immer so leer, aber dieses Mal erkenne ich für paar Sekunden die Verzweiflung. „Sie ist freiwillig gegangen!"

Ich will was sagen, ihn beruhigen, aber ich weiß nicht, ob das richtig ist. Er schenkt mir nicht mal mehr Beachtung, als wäre ich gar nicht hier. Als wäre ich nur Luft für ihn und das bricht mir das Herz.

„Cüneyt hat sie bestimmt gezwungen das zu sagen, um dich zu provozieren. Als ob Alara freiwillig wieder zu ihm gehen würde." versucht nun Cemre ihn zu beruhigen, aber Cesur schüttelt hastig den Kopf und rauft an seinen Haaren.

„Nein!" brüllt er und wirft die Fernbedienung gegen die Wand hinter mir. Sofort zucke ich vor Schreck auf und schaue mit Tränen in den Augen zu ihm, aber noch immer blickt er nicht zu mir.

Er boxt voller Wucht gegen die Wand und verlässt dann das Wohnzimmer. Mit leicht geöffnetem Mund und Tränen schaue ich ihm hinterher, wie er einfach geht.

„Was ist mit deinem Bruder?" fragt mich Cemre, aber ich bin wie gelähmt, so dass ich mich nicht bewegen kann, dass ich nicht mal dazu fähig bin ihr zu antworten.

Verdammt! Cesur geht und ich sitze hier dumm rum. Ich kann mich nicht bewegen. Ich kann nichts tun. Einfach nichts.

„Er liebt Alara." nuschelt Fatih ihr leicht zu und es ist still. Noch immer schaue ich zur Tür in der Hoffnung das Cesur wieder kommt. Aber er kommt nicht.

Lauter Krach ertönt aus dem Garten, weswegen ich aufzucke und zu mich komme. Sofort drehe ich mich um und schaue aus dem Fenster raus in den Garten.

Cesur hat den Tisch auf der Terrasse umgeschmissen und tritt die Stühle weg. Wie vom Blitz getroffen springe ich schnell auf.

„Cesur." hauche ich geschockt und laufe raus aus dem Wohnzimmer. Ich laufe in die Küche und springe von dort aus raus in den Garten.

Cesur greift nach der Sitzbank und schmeißt auch diese um. Er brüllt laut auf, ist außer Kontrolle und verliert sich selber in Wut.

„Cesur." ich gehe näher auf ihn zu und greife nach seinem Arm. Er zuckt sofort auf und dreht sich um. Er blickt mir mit seinen schwarzen Augen in meine und entzieht seinen Arm aus meinem Griff.

„Fass mich nicht an!" brüllt er und tritt sofort einen Schritt zurück. Ich gehe trotzdem näher auf ihn zu und sehe wie sein ganzer Körper am zittern ist.

Seine Hände zu Fäusten geballt, so fest, dass seine Knochen schon weiß anlaufen. Seine Adern springen an seinen Armen heraus und ich sehe, wie wild sie pochen.

Er ist so geladen, dass ich etwas Angst kriege. Was wenn er nur noch schwarz vor Augen sieht und mir was antut? Ich schlage mir den Gedanken direkt aus meinem Kopf. Cesur würde mir niemals weh tun. Zumindest nicht körperlich.

Ich greife nach seinen Händen. Lege meine um seine Fäuste und versuche ihn zu beruhigen. Er soll seine Fäuste lösen, damit ich meine Hände mit seinen verschränken kann.

Aber es rührt sich nichts. Er beruhigt sich einfach nicht. Im Gegenteil, seine Arme, seine Hände zittern noch mehr aus Wut. So sehr, dass meine Arme anfangen mit zu zittern.

„Cesur." hauche ich sanft. Ich will das er sich wieder beruhigt. Es tötet mich ihn so zu sehen. Es tut weh, dass er gerade so sehr leidet und ich kann nichts daran ändern.

Er hasst mich. Er hasst mich wirklich. Sonst würde er niemals so reagieren. Er würde sich beruhigen, ich weiß es. Ich weiß, wie sein Körper auf mich reagiert. Aber nicht so!

„Ich bin hier. Beruhige dich." Und wie vom Blitz getroffen, reißt er seine Hände von meinen und schubst mich zurück. Ich taumele geschockt nach hinten.

„Verpiss dich." Aber ich schüttele hastig den Kopf. „Nein!" Ich bin schon einmal gegangen. Ein weiteres mal werde ich ihn nicht verlassen. „Mach mich nicht noch mehr wütend, Hayat."

Mein Körper umhüllt sich sofort mit einer Gänsehaut. Wie ich es vermisst habe, meinen Namen aus seinem Mund zu hören. Aus seinem Mund hört es sich viel schöner an.

Ich trete noch näher auf ihn zu. Er kneift seine Augen zusammen, knurrt wütend auf. Sein Körper zittert immer heftiger und ich erkenne das Feuer in seinen Augen.

„Verpiss dich!" brüllt er und erhebt seine Hand. Sofort kneife ich meine Augen feste zu und mache mich klein.

H A Y A T - IIWo Geschichten leben. Entdecke jetzt