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-Bazen de bir özür seni seviyorum demektir-

Das Geschrei eines Kindes.

Mein Herz setzt aus, um danach wie verrückt zu rasen. Meine Knie fühlen sich so weich an, dass ich jeden Moment zu Boden stürzen könnte. Meine Atmung wird immer schneller, unregelmäßiger.

Ich drehe mich um. Ist es mein Baby? Kann es sein, dass Cüneyt es doch noch geschafft hat, mein Baby zu retten? Aber wieso würde er es dann vor mir verheimlichen?

Ohne auf Cüneyt, der noch immer zerstört auf dem Boden hockt, zu achten, laufe ich raus aus dem Zimmer. Ich muss zu meinem Baby!

Wie versteinert bleibe ich stehen und blicke mit Tränen in den Augen in das mir fremde Gesicht des Kindes. Mein Atem stockt und ich kriege keine Luft mehr. Mein Hals wie zugeschnürt.

Die heißen, brennenden Tränen laufen meine Wange entlang und ich weine stumm vor mich hin. Ich falle auf meine Knie, da ich mich selber nicht mehr halten kann. Die ganze Last, all meine Schmerzen sind zu schwer, um noch stehen bleiben zu können.

„Soysal oğlum. Bleib stehen." Ich schaue rauf und blicke in das Gesicht einer Blondine. Ist es diese Aleyna? Die Frau von Cüneyt? Die eine Vergewaltigung vorgetäuscht hat, damit Cesur in den Knast kommt?

Das kleine Kind bleibt vor mir stehen und legt seinen Kopf schief, während er mich mit großen Kulleraugen mustert. „Soysal!" schimpft die Frau und bleibt hinter dem Kind stehen.

Sie nimmt ihn auf die Arme und blickt mich mit zusammengezogenen Augenbrauen an. Ich wische meine Tränen schnell weg und stehe hastig auf, dabei packt mich ein Schwindelgefühl.

„Aleyna! Was hast du hier oben zu suchen?" Ich schaue zur Seite und blicke in das wutgeladene Gesicht von Cüneyt. Aleyna schluckt nur schwer und blickt wieder zu mir, ehe sie sich wieder an Cüneyt wendet.

„Soysal ist nicht ruhig geblieben. Er wollte zu dir und ist einfach hoch gerannt." Der kleine grinst seinen Vater verschmitzt an und verlockt mir somit ein Schmunzeln auf die Lippen.

Ob mein Sohn auch so frech gewesen wäre? Ob er auch nicht auf mich hören würde, nur um seinen Vater zu sehen? Meine Gedanken bringen mich noch um. Ich werde niemals meinen toten Sohn in den Armen halten können.

Ich schaue von dem kleinen Jungen weg und blinzele mehrmals auf, damit meine Tränen verschwinden. Ich darf jetzt nicht weinen. Ich muss stark bleiben. Denn das bringt mir meinen Sohn auch nicht wieder zurück.

„Geh du wieder runter. Ich bleibe etwas mit Soysal." Sie nickt nur und blickt dann wieder zu mir. Ihre Lippen aufeinander gepresst und ich erkenne die Feuchte in ihren Augen. Sie muss weinen? Ich sehe es doch. Aber warum?

Sie rappelt sich wieder und dreht sich schnell um. Sie läuft den Flur zurück und steigt dann die Treppen runter. Ein räuspern zieht mich aus meiner Starre und ich blicke wieder zu Cüneyt, welcher sich unsicher durch das Haar fährt.

Cüneyt bückt sich runter und nimmt den kleinen in die Arme. „Oğlum." („Mein Sohn.") grinst er den kleinen an, welcher laut kichert. Ich schlucke schwer. Cüneyt ist einfach Vater. Ich glaube es einfach nicht.

Wir haben früher immer über Kinder gesprochen. Er wollte schon immer vier Kinder haben. Wir haben uns immer gestritten, da ich nur drei haben wollte. Ich schüttele den Kopf. Ich sollte nicht an unsere Vergangenheit zurück denken.

Ich gehe einfach an ihm vorbei ins Zimmer und setze mich wieder auf das Bett. Auch Cüneyt folgt mir mit seinem Sohn und nimmt wieder auf dem Stuhl platz. Sein Sohn auf seinem Schoss, welcher mich noch immer mit seinen großen Augen anstarrt.

H A Y A T - IIWo Geschichten leben. Entdecke jetzt