Jadon Sancho x Reiss Nelson

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(PoV Reiss)

Erschöpft stieg ich aus dem Taxi aus und drückte dem Fahrer, welcher mich hier her gefahren hat, noch sein Geld in die Hand. Danach machte ich mich auf den Weg zu dem Haus von meinem Freund, Jadon.

Beim letzten Training, hatte ich mir eine leichte Verletzung zugezogen, wodurch ich natürlich nicht spielen konnte und ich somit nach Dortmund zu Jadon geflogen war, um ihn zu besuchen. Ich wusste nicht wirklich, was mich erwarten wird, wenn ich bei ihm klingelte und in sein Haus trat.

Denn schon seit längerem, hatte ich das Gefühl, dass wir uns immer weiter voneinander entfernten. Er ist abweisender gegenüber mir geworden. Warum, wusste ich nicht. Wir schrieben nicht mehr oft miteinander, geschweige denn telefonierten. Früher taten wir dies jeden Tag, eigentlich, jede freie Minute. Aber seit circa einem Monat war das anders. Und immer wieder fragte ich mich, warum Jadon mich ignorierte, wenn ich ihn anschrieb oder versuchte ihn anzurufen. Vielleicht machte ich alles nur dramatischer, als es war und Jadon empfand gar nicht so, wie ich. Dennoch, ich wollte ihn sehen und sicher gehen, dass sich an unserer Beziehung nichts geändert hat. Denn ich liebte diesen Mann über alles und würde nicht ohne ihn auskommen.

Angespannt drückte ich die Klingel und wartete darauf, dass Jadon die Tür öffnete. Nichts passierte. Erneut klingelte ich. Gefühlte Stunden später, ging dann auch mal die große, weiße Haustür auf und ein oberkörperfreier, mit Jogginghose gekleideter Jadon stand vor mir. Ich hatte ihn zwar schon mehrmals ohne Kleidung gesehen, trotzdem starrte ich auf seinen Körper, als hätte ich Hungersnot.
,,Ähhm, Reiss? Was tust du hier? Solltest du nicht in London sein?“, fragte er verwirrt. Mein Blick schweifte in sein wunderschönes Gesicht und musste kurz überlegen, was ich antworten sollte.

,,Äh, jaa.. ähm... tut mir leid, dass ich dir nicht geschrieben habe, Jadon. Ich hab mir im Training eine Zerrung zugezogen und hab für ein paar Tage frei u-und da dachte ich, ich könnte dich besuchen. Wir haben uns schon lange nicht mehr gesehen und ich vermisse dich langsam ziemlich. I-ich dachte, vielleicht freust du dich ja?“, wollte ich zum Schluss wissen und wartete auf seine Antwort.
,,Reiss, ich will jetzt nicht unhöflich rüberkommen, aber ich habe nachher noch Training und wollte mich eigentlich jetzt noch ausruhen. Also...“, antwortete er mit kühlem Unterton in der Stimme.
,,Oh. O-o-kay. Kann ich vielleicht trotzdem kurz reinkommen?“, versuchte ich nochmals mein Glück und kämpfte mit den Tränen, da ich nicht erwartet hätte, dass er sich so wenig über meinen Besuch freut. Ehrlich gesagt, war ich verletzt über seine Worte, obwohl er nur seine Ruhe haben wollte. Aber ich war doch sein Freund...

,,Mh, dann komm rein.“, seufzte er nur genervt. Dankend trat ich in sein Haus und lief in sein riesiges Wohnzimmer. Ich setzte mich auf seine luxuriöse Couch, woraufhin Jadon zu mir lief und ein Meter, mit verschränkten Armen, vor mir stehen blieb.
,,Du freust dich nicht, oder?“, stellte ich die, mehr als offensichtliche, Frage.
,,Ich habe dich nicht erwartet, das ist alles.“, sagte er monoton und verdrehte ungeduldig die Augen. Also wenn das so weiter ging, würde ich wohl in kürze meine Tränen nicht mehr halten können. So kannte ich Jadon nicht.
,,Ich dachte wir könnten mal wieder e-etwas zusammen machen, w-weißt du? Kuscheln, shoppen gehen oder so... uns küssen.“, die letzten zwei Worte flüsterte ich schon fast.

,,Ich hab keine Zeit, Reiss. Zur Zeit habe ich andere Dinge, Wichtigere, zu tun. Im Gegensatz zu dir, muss ich Spiele absolvieren und zum Training, zu Interviews und Konferenzen. Ich habe nicht mein ganzes Leben frei, so wie du jetzt. Und irgendwann brauche und will ich auch meine Ruhe mal haben. Außerdem gehe ich heute Abend noch mit den Jungs raus, feiern. Davor muss ich mich noch duschen, mir Essen machen und eigentlich einkaufen gehen. Wie gesagt, ich hab keine Zeit für dich.“

Mein Atem blieb für einen Moment aus und ich wusste nicht, was ich von mir geben sollte. Das, was er mir gerade gestanden hatte, brach mir mein Herz und langsam konnte ich nicht mehr die aufkommenden Tränen zurückhalten. Noch nie hatte mir der Jüngere so etwas an den Kopf geworfen.

,,Aber ich wollte dich doch nur überraschen, Jadon. Warum bist du so scheiße zu mir? Warum machen wir nichts mehr zusammen? Immer wieder ignorierst du mich und ich weiß nicht, wieso du das tust! Warum unternimmst du lieber was mit deinem Team, obwohl du sie jeden Tag siehst und nicht mal was mit mir, obwohl wir uns nur zu Länderspielen oder in Pausen sehen. Wir lieben uns doch. Oder Jadon?“, wollte ich schon fast flehentlich von ihm hören. Jadon schaute zur Seite, als ich ihm in seine Augen sah. Er setzte zum sprechen an, jedoch kam kein Wort über seine Lippen. Schließlich drehte er sich ganz von mir weg und sprintete die Treppen hoch, in den zweiten Stock.

Jetzt war der Moment, in dem ich meine Emotionen nicht mehr unterdrücken konnte und sie einfach raus ließ. Verzweifelt senkte ich mich  in die weichen Kissen, die auf seinem Sofa lagen, zog meine Beine an meine Brust und bettete meinen Kopf auf meine Knie. Ich schluchzte einfach laut vor mich hin, wobei ich nicht merkte, wie Jadon sein Grundstück verließ und mich allein zurück ließ.

Was war sein Problem? Er kann mir doch sagen was los war. Oder war ich das Problem? Verdammt! Die ganze Situation machte mich wahnsinnig!

Anscheinend war ich irgendwann eingeschlafen, da ich von der Haustür geweckt wurde, die ins Schloss fiel. Verschlafen setzte ich mich auf und gähnte einmal kurz. Es war dunkel im Raum, nur der Mond schien ins Wohnzimmer und ließ den Raum somit in schwaches blau erscheinen. Ich hörte, wie der Dortmunder an mir vorbei und in sein Schlafzimmer verschwand. Kurz darauf, stieg ich von meinem Platz auf und schlich ebenfalls die Treppe hoch.

Vor seinem Schlafzimmer angekommen, wartete ich noch einige Sekunden, um mich zu sammeln und drückte letztendlich die Türklinke runter. Mein Freund lag in seinem Bett und hatte die Decke bis zu seinen Ohren über sich gezogen. Es kam kein Mucks von ihm, als ich den Raum betrat und an sein Bett schritt.
,,Jadon?“, fragte ich mit leiser, kraziger Stimme. Er bewegte sich, nach, wie vor, nicht.
,,Alles okay, Jad?“, hakte ich weiter.
,,Geh.“, war das einzige, was er antwortete, aber natürlich tat ich ihm den Gefallen nicht. Stattdessen legte ich mich direkt neben den Borusse und befreite zaghaft seinen Kopf von der Decke.

Eine ganze Weile war es still, in welcher ich ihm sanft durch seine Locken fuhr, doch dann begann Jadon zu reden.
,,Es tut mir leid, Reiss. Es tut mir leid, dass ich mich die ganzen Wochen nicht bei dir gemeldet habe. Das, was ich vorhin gesagt habe.. ich meinte das nicht so. Ich brauche dich Reiss, du bist das Wichtigste in meinem Leben und ich liebe dich mehr, als alles andere auf dieser Welt. Du bist einfach der wundervollste, lustigste, liebenswerteste und süßeste Mensch und ich will dich nicht deswegen verlieren. Du glaubst nicht, wie sehr ich dich vermisst habe. Ich könnte dich niemals gehen lassen, dafür bist du mir viel zu wichtig.“, bei diesen Worten, stieg erneut das Wasser in meinen Augen an.

Das war das Süßeste, was ich seit langem von ihm gehört hatte. Dennoch wollte ich nicht sofort nachgeben.
,,Aber, warum hast du es dann gemacht, Jadon?“, fragte ich sanft und wollte endlich wissen, was der Grund für unsere halb kaputte Beziehung war.

,,Ich weiß nicht ganz wie ich es sagen soll... es ist nur so, dass es nicht gut ist wenn man Fußballprofi ist und auf das gleiche Geschlecht steht. Wenn unsere Beziehung an die Öffentlichkeit gelangt, dann werden wir nie wieder so akzeptiert, wie bisher. Wir würden Hate bekommen, unsere Teams würden uns nicht mehr spielen lassen, wir würden alles verlieren und das schlimmste, ich würde sogar dich verlieren. Das will ich nicht. Ich möchte nicht, dass du wegen mir deine ganze Karriere auf's Spiel setzt oder wir uns nie wieder sehen. Du hast jemanden verdient, der bei dir ist und dich beschützt.“, leise fing er an zu weinen und wischte sich die Tränen aus seinem Gesicht.

,,Hey, hör auf so zu denken, Baby. Ich liebe dich über alles und ich möchte nur dich, niemanden anders. Du bist der Mensch, den ich immer lieben werde und auch wenn wir uns nicht jeden Tag sehen, wie viele andere in einer Beziehung, denke ich jeden Tag an dich und werde dich niemals ersetzten. Ich bin so froh, dass ich dich habe, Jadon. Ich liebe dich.“, flüsterte ich ihm ehrlich zu und strich ihm leicht über seine Wangen.

,,Ich liebe dich auch, Reiss. So sehr. Bleib bitte für immer bei mir.“, murmelte Jadon leise.
,,Das werde ich. Alles wird wieder gut. Das verspreche ich dir, Jad.“
Und damit legte ich, nach langer Zeit, meine Lippen wieder auf seine.

Mein erster Os in diesem Buch.✨

Vielen Dank, dass du ihn dir durchgelesen hast, lisadasilvasantos10❤️.

Über Feedback oder ähnliches, würde ich mich freuen.✨

Celina

Fußball Oneshots (BxB)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt