Eberechi Eze x Michael Olise

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Für meine liebe miraynextdoor 🤍

11. Dezember 2023

Es war eine kalte Nacht.

Bereits seit den frühen Morgenstunden hatte sich ein dickes Wolkenbett über die britische Weltmetropole gelegt, hüllte sie in ein tiefes Grau. Bald hatte es angefangen zu regnen. Erst war es nur ein sanftes Sprühen gewesen, welches aus den, immer dichter werdenden, Wolken kam und die Erde besprenkelte. Dann aber hatte sich die sanfte Dusche in ein ungemütliches Eisbad von oben entwickelt, hatte jeden Menschen, der sich vor die Tür getraut hatte, eine ordentliche nasskalte Klatsche verpasst.

Mittlerweile bewegten sich nur noch vereinzelt Passanten über die Straßen von London. Seien es Kaufleute, die aus den monströsen Wolkenkratzern eilten und nach Hause zu ihren Familien wollten oder junge Männer und Frauen, die, trotz des tristen Wetters, hysterisch über die Gehwege schlenderten, auf der Suche nach einem lauten Nachtclub.

Währenddessen spiegelte sich das schmutzig-gelbe Licht der Laternen sowie die grellen Scheinwerfer der vorbeirauschenden Taxis und Doppeldeckerbusse in den breiten Pfützen. Manche Pfützen hatten sich schon so weit ausgedehnt, dass sie sich mit anderen zu kleinen Seen vereinten.

Zudem lag ein eisiges Klima in der Luft, welches die feierabendliche Stimmung oder den kurzen Spaziergang zum nächstbesten Club ein Stückchen vermieste. Kühler Wind heulte durch die düsteren und teilweise leergefegten Gassen. Er pfiff in hohen Tönen um jede Ecke, die er erreichen konnte, bescherte jedem, der sich nicht davor schützen konnte, mit einer dicken Gänsehaut und vielleicht sogar mit einem kurzen Schrecken.

Denn besonders bei Nacht war London alles andere, als ein friedliches Paradies. Befindest du dich zu dieser Zeit am falschen Ort, konnte eine traumhafte Nacht sofort in einem Albtraum enden.

Die schmalen Gassen und finsteren Parks luden praktisch zum Verirren ein. Sie waren kaum beleuchtet, lediglich der schwache Schein einer Laterne flackerte in der bedrohlichen Dunkelheit. Es glich einem lebensechten Thriller, in dem man gefangen war. Nur wenige Minuten in einem solchen Labyrinth aus schmalen Wegen und Sackgassen, konnten sich anfühlen wie mehrere Stunden. Selbst dem gebürtigsten Londoner und dem mutigsten Mann wären in diesem Wirrwarr aus Dunkelheit, Kälte und einem Hauch Angst, Schauer über die Wirbelsäulen gelaufen.

Umso besser, dass sich Micheal und Eberechi nicht in solch einem Wirrwarr, sondern in ihrem warmen und gemütlichen Appartement, im südlichen Teil Londons, befanden. Die Regentropfen trommelten laut gegen die massiven Fensterscheiben des Wohnzimmers, aus welchen die verschmierten Konturen der gegenüberliegenden Hochhäuser zu erahnen waren. Denn durch die tausend großen wie kleinen Regentropfen, die an den Scheiben wie Tränen an einem Gesicht hinunter rannten, war es kaum möglich, einen vernünftigen Blick auf das Lichtermeer der Stadt zu erhaschen.

Micheal hätte gerne behauptet, dass es ihn wenig kümmerte, welches Wetter und welche Uhrzeit aktuell herrschten, aber leider wurde er enttäuscht. Denn morgen war sein Geburtstag.

Er mochte diesen Tag nicht. Warum sollte er auch? An sich war es doch ein ganz normaler Tag wie gestern und heute und übermorgen. Es war ein Tag, an dem man gefeiert wird, weil man es geschafft hat, eine bestimmte Jahreszahl erreicht zu haben. Ein Tag, an dem plötzlich jeder bemerkt, dass es dich gibt. Ein Tag, an dem du jegliche Aufmerksamkeit und Anerkennung bekommst, aber dir am nächsten wieder die kalte Schulter gezeigt wird. Ein Tag, an dem alle nur so tun, als würden sie dich schätzen und mögen. Ein Tag, an dem jeder ein engelhaftes Lächeln auf den Lippen trägt, obwohl du genau weißt, dass sich hinter den meisten Fassaden teuflische Hintergedanken verbergen.

Also - warum sollte Michael diesen Tag mögen, wenn doch alles nur gefälscht war? Vermutlich, weil alle es von ihm erwarteten. Was wäre es bitte für eine Aktion, wenn er mit mieser Stimmung in seinen Geburtstag reinfeiern würde? Oder - noch schlimmer - seinen Freunden mitteilen würde, dass er keine Lust auf eine Party hatte?

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