Pedri x Gavi

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Für brandtneu🥰

Europa League Viertelfinale (14.04.2022)
FC Barcelona - Eintracht Frankfurt
2:3 (3:4)

(PoV Pedri)

Wutentbrannt pfefferte ich meine Jacke, die ich die letzte dreiviertel Stunde hatte tragen müssen, auf den Boden vor meinem Spind. Ich fasste es nicht. Wie konnten wir dieses Spiel verlieren? Wie war es möglich, dass wir gegen Frankfurt verloren hatten? Und dann auch noch Zuhause, in unserem Stadion. Einfach nur lächerlich. All die Vorbereitungen und Besprechungen auf dieses Spiel waren komplett für umsonst gewesen. Unser Plan war schlichtweg nicht aufgegangen. Ich war entsetzt und enttäuscht. Nicht allein auf die Mannschaft, sondern besonders auf mich. Bevor ich die zweite Hälfte überhaupt spielen konnte, wurde ich auf die Bank geschickt und musste mir ab diesem Zeitpunkt das Desaster mit ansehen. Da ich während des Spiels, nach einem Ausrutscher, ein unangenehmes Ziehen in meinem linken Oberschenkel wahrgenommen hatte, wollte Xavi kein Risiko eingehen und ließ mich draußen. Es machte mich wütend, dass ich dem Team nicht hatte weiterhelfen können und nur stumm das Chaos auf dem Rasen verfolgen konnte. Aber nun konnte ich sowieso nichts mehr an dieser Situation ändern und erst recht nichts an dem Ergebnis. Was hat uns dieser verdammter Elfer in der Nachspielzeit eigentlich gebracht? Nichts. Rein gar nichts. Zu dieser Zeit hatte es schon festgestanden, wer als Sieger vom Platz gehen würde. Was also hatten wir von diesem Strafstoß, wenn der Unparteiische sofort danach abgepfiffen hatte? Richtig - nichts.

Meinen rechten Schuh zog ich mir vom Fuß, der mit überheblicher Tatkraft neben meiner Jacke landete. Der zweite Schuh folgte sogleich, wobei dieser einige Meter weiter flog. ,,Pedro, es bringt nichts, wenn du jetzt randalierst.", hörte ich die Stimme meines Freundes Gavi, der meine Jacke vom Boden hob und meine Schuhe einsammelte. ,,Wir haben verloren, verdammt! Wie soll ich denn sonst reagieren?", motzte ich drauf los und blickte Gavi ins Gesicht. Nachdem er meine Sachen ordentlich verstaut hatte, kniete er sich vor mich. ,,Ja. Aber noch lange kein Grund die Umkleide auf den Kopf zu stellen.", redete er auf mich ein und legte seine Hände auf meine Knie. ,,Hast du mal gesehen, wie wir uns zum Affen gemacht haben? Hätte Eric diesen Elfmeter zu Beginn nicht verursacht, hätten wir vielleicht noch eine Chance gehabt.", versuchte ich Gavi zu erklären, der gerade zum Sprechen ansetzen wollte, aber von einer Stimme, wenige Plätze weiter, aufgehalten wurde. ,,Das habe ich gehört." Eric funkelte mich verbittert und mit knirschenden Zähnen an. Er stand mindestens genauso unter Spannung, wie ich. Die ohnehin schon grübelnde und stille Kabine, wurde noch ruhiger. ,,Mir doch egal.", murmelte ich zu mir selbst, wusste allerdings, dass Eric es gehört hatte. ,,Du denkst also, dass ich schuld an der Niederlage bin, ja?", löcherte er tiefgründiger nach und kam einige Schritte auf Gavi und mich zugelaufen. Nico, der eher der bescheidene Typ war und sich bis eben noch mit Riqui unterhalten hatte, fasste Eric an die Schulter, um ihn zu beruhigen. ,,Eric, er hatte es nicht so gemeint.", flüsterte Nico ihm ins Ohr, der sich davon jedoch nicht beirren ließ. Auch ich ignorierte Nico.

,,Na ja, im Prinzip schon. Wir hätten uns davon vielleicht nicht unterbringen lassen, wenn es den Elfmeter nicht gegeben hätte.", antwortete ich erhlich auf seine Frage und erkannte, wie eine Ader an seiner Schläfe zum Vorschein kam und heftig pulsierte. Gavi vor mir hatte mittlerweile nach meiner rechten Hand gegriffen und beobachtete mein Verhalten detailliert. ,,Was hättest du denn in dieser Situation getan?", wollte er, mit erhobenem Ton, von mir wissen und verschränkte seine Arme vor der Brust. Nun richtete ich mich ebenfalls auf, um ihm auf Augenhöhe begegnen zu können. Dabei löste ich mich von Gavis Hand, der sich mit mir erhoben hatte. ,,Ich hätte den Typ nicht sofort in den Arm genommen, sodass er umfällt.", erklärte ich mich, was Eric zornig schnauben ließ. ,,Na schön. Dann darfst du das nächste Mal gerne meine Position übernehmen, wenn du alles besser weißt und kannst.", knurrte er und schluckte daraufhin schwer, bevor er auf dem Absatz kehrt machte, Nico aus dem Weg stieß und in den Duschraum stapfte. Vermutlich hatte ich ihn mit meinem Urteil getroffen und verunsichert, aber er hatte doch meine Meinung hören wollen, oder nicht? Von allen Seiten fing ich mir geschockte Blicke ein. Meine Teamkollegen kannten diese Art nicht von mir, wussten nicht einmal, dass diese überhaupt existierte. Denn normalerweise war ich ein verständnisvoller Mensch, der andere aufmunterte und motivierte. Doch nun hatte ich das exakte Gegenteil bewiesen, was auch Gavi sprachlos werden ließ.

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