Timo Werner x Mason Mount

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Für Popcorn_star224

(PoV Timo)

Als es an meiner Wohnungstür klingelte, erhob ich mich träge von meinem kleinen, gemütlichen Sessel, welcher, neben einigen grünen Pflanzen, in meinem Wohnzimmer stand. Ich betätigte den Türöffner, der meinen Gast den Eintritt ins Hausinnere gewährte. Geduldig wartete ich angelehnt im Türrahmen zu meiner Wohnung und erblickte wenige Sekunden später Kai, der die Treppen nach oben joggte. ,,Hey, wie geht's dir?", fragte Kai sofort, als er bei mir angekommen war und mich in eine flüchtige Umarmung zog. Gleichgültig zuckte ich mit den Schultern, um ihm zu beweisen, dass ich selbst keine Ahnung hatte, wie ich mich momentan fühlte. ,,War schonmal besser.", erwiderte ich, wobei ich ein wages Lächeln zustande brachte. Kai seufzte und schob mich daraufhin nach drinnen, wo er seine Sneaker abstreifte und seine Jacke an einen freien Haken hing. Währenddessen trug ich mich antriebslos in die Küche, in der ich mir ein Glas Wasser einschenkte und mich an die, aus dunklem Stein gefertigte, Theke lehnte. ,,Möchtest du auch was trinken?", bat ich, der Vollständigkeit halber, ein guter Gastgeber zu sein, an. ,,Ich nehme mir selbst, Timo, danke.", winkte er ab und stützte sich, mir gegenüber, an der Kücheninsel ab. Verstanden nickte ich und blickte anschließend trübselig auf den laminierten Boden.

Eine Zeit lang, sagte weder Kai, noch ich ein Wort. Ich spürte, dass seine Augen konstant auf mir ruhten und er hoffte, dass ich mit Reden beginnen würde. Nach fünf Minuten wurde es ihm scheinbar zu viel. ,,Na los. Erzähl endlich, was dir auf dem Herzen liegt. Ich kann mir deine Depressivität nicht länger mit ansehen.", forderte mich mein Kumpel auf, Licht ins Dunkle zu bringen. Kurz überlegte ich, ob ich es ihm wirklich anvertrauen sollte und wenn ja, wie ich beginnen könnte. Doch mein Kopf schrie danach, dass ich meine massenhaften Gedanken mit jemandem teilen musste. Schließlich war ich mit mir einig, dass Kai der Mensch war, der sie zuerst erfahren sollte und mich darauf verlassen konnte, dass er diese gut bei sich aufbewahren würde. Also hob ich meinen Kopf an, um ihm zuverlässig in die Augen sehen zu können. ,,Ich weiß nicht, ob ich dem Ganzen hier noch länger standhalten kann... Damit meine ich die Erwartungen, die jeden Tag von mir gefordert werden, die Verpflichtungen, denen ich ständig nachgehen muss und dazu kommt noch der, mittlerweile alltägliche, Druck meines Umfelds, der Medien, des Vereins sowie der Fans hinzu. Als ich noch in Deutschland gespielt habe, hatte ich all das nicht. Zumindest nicht so intensiv, wie momentan. Und weißt du, Kai... Ich möchte meine wahre Freude am Leben wieder zurück, denn ich denke, ich bin den Ansprüchen hier in London nicht gewachsen, wie ich zu Beginn geglaubt habe. Versteh' mich nicht falsch. Ich mag es hier sehr und es ist bisher nicht alles schlecht gewesen, denn es gibt auch schöne Erinnerungen, die mit Chelsea und dem Team habe. Aber ich glaube, auf Dauer werde ich meinen Schein nicht länger aufrecht erhalten können und erst recht nicht glücklich werden..."

Nachdem ich mein Geständnis beendet hatte, nippte ich zaghaft an meinem Glas. Kai's Miene hatte sich während meiner Rede nicht verändert, sondern wirkte genauso nachdenklich, wie ursprünglich. Jedoch ließ ich ihn diese Sätze erst einmal sacken und erwarte nicht, dass er sofort eine Antwort fand. Seine Pupillen verirrten sich langsam auf den Boden, kurz darauf aber wieder zu mir. ,,Das heißt also, du möchtest wieder zurück nach Deutschland?" Kai seine Tonlage klang bedrückt, worin ein Hauch von Trauer mit schwamm. Es war vollkommen nachvollziehbar. In den letzten, fast anderthalb, Jahren, sind wir zu sehr guten Freunden zusammengewachsen und haben schon das ein oder andere durchgemacht. Da würde solch ein Geständnis auch für mich eine Klatsche ins Gesicht sein. ,,Es muss nicht unbedingt Deutschland sein, aber wenn ich die Möglichkeit dazu habe, werde ich diese natürlich gerne nutzen. Denn mein Ziel ist es nicht, Schutz zu suchen, indem ich dorthin zurückkehre, wo mir alles vertraut ist, sondern mein Ziel ist es, wieder fröhlich zu werden - so wie ich es vor einem Jahr war.", erzählte ich und schenkte Kai ein trauriges Lächeln. Doch dieser sah nahezu so kränklich aus, wie ich mich fühlte. Es tat weh, meinen besten Freund so sehen zu müssen. ,,Aber was ist mit Mason? Ich dachte...", setzte Kai an, brachte seinen Satz allerdings nicht zu Ende.

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