Jadon Sancho x Jude Bellingham

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(PoV Jadon)

,,Wollen wir spazieren gehen, Jad?", schlug Jude vor und hob seinen Kopf von meiner nackten Brust, um meine Reaktion sehen zu können. Lustlos schüttelte ich den Kopf und starrte weiterhin an ihm vorbei, auf seinen, weihnachtlich geschmückten, Balkon. Leider lag kein Schnee hier in Dortmund, worauf ich allerdings sehr gehofft hatte, bevor ich zu Jude geflogen war. Denn Weihnachten ohne Schnee war für mich wie Geburtstag ohne Geschenke. Es zerstörte die komplette Weihnachtsstimmung auf die man das ganze Jahr gewartet hatte. Aber vielleicht hatten wir ja Glück und es würde bis Heiligabend doch noch die ein oder Schneeflocke vom Himmel fallen. Es würde meine Laune zumindest aufheitern. Zwar war ich froh darüber, dass ich Weihnachten bei meinem Freund in Dortmund verbringen konnte und momentan einfach mal entspannen konnte, aber meine Gedanken glitten zu oft zu den Dingen, die mich seit längerem belasteten. Damit meinte ich die aktuellen Umstände bei Manchester United. Ich wollte spielen, endlich mehr Einsatzzeit bekommen, mehr Chancen bekommen, mich zu beweisen und mein wahres Können zeigen. Dieses Talent, mit dem ich in Dortmund die ganze Welt verzaubert hatte und wo ich einst zu den besten Youngstern gezählt hatte. Es kam mir vor, als wäre es Jahre her gewesen, als ich nach England gewechselt war. Es war als stände ich bereits Jahrzehnte bei den Red Devils unter Vertrag, aber hätte erst vor kurzem mein Debüt gegeben. Die Vorfreude, welche ich auf meinen neuen Höhepunkt in meiner Karriere gehabt hatte, war längst verflogen und fühlte sich nicht mehr so an wie am ersten Tag. Diese Vorfreude war baldig zu Wehmut mutiert und an manchen Tagen, wenn ich an Jude oder meine alten Freunde zurückdachte, übermannte mich sogar Sehnsucht. Die Sehnsucht wieder Spaß am Fußballspielen zu haben, Tore zu erzielen, Assists für meine Teamkollegen aufzulegen, mit ihnen in der Kabine feiern, die Fans zufrieden und stolz nach einem Spiel singen hören, diese unbeschreibliche Gänsehaut spüren, wenn das ganze Stadion deinen Namen schreit. Diese Vorstellung war wie in einem Traum.

,,Honey? Jetzt schalte doch mal deine Gedanken ab. Das bringt dir nichts, wenn du nur an das denkst, was dir Bauchschmerzen bereitet oder du in deinen Fantasien schwelgst.", redete Jude flüsternd auf mich ein, woraufhin ich resigniert nickte. Jude kannte meine Sorgen und Probleme in und auswendig. Daher versuchte er jedes Mal, wenn wir uns trafen, mit allen Mitteln, mich von diesen loszubinden. Dafür war ich meinem Freund dankbar, doch wusste ich nicht, wie ich mich jemals bei ihm revanchieren konnte. ,,Wollen wir vielleicht auf einen Weihnachtsmarkt gehen? Wir können dort auch nur kurz vorbeischauen und wieder gehen, wenn du möchtest.", wollte Jude mich zum Bewegen anregen, damit wir nicht unseren ganzen Urlaub in seiner Wohnung verbrachten. Abermals verneinte ich tonlos seinen Vorschlag, was ihn seufzen ließ. Ich machte es ihm definitiv nicht einfacher, wenn ich nicht mit ihm sprach, was ich wollte. Aber im Augenblick wollte ich nunmal nichts Geringeres, als auf der Couch im Wohnzimmer zu liegen und mich in Judes Armen zu wissen. Jude blickte mich mitfühlend und innig an, während er begann, mit seinem Zeigefinger sanft meine Gesichtskonturen nachzufahren. Liebevoll strich er meine linke Schläfe hinab, zu meinem unrasierten Bart, nach oben zu meinen Nasenflügeln und anschließend wieder nach unten, wo er an meiner Oberlippe stoppte. Ich merkte, wie seine Augen meine suchten, diese aber nicht fanden, da ich wie in einem tranceartigen Zustand der, vom Wind zappelnden, Lichterkette auf Judes Balkon zussah. Daraufhin breitete sich ein Kitzeln auf meiner Lippe aus, da Jude ungehindert in seiner Zärtlichkeit fortfuhr, indem er hauchzart über diese strich.

Erst, als er erneut zum Sprechen ansetzte, hielt er in seiner Verwöhnung inne. ,,Wir können auch Erling oder Gio besuchen. Die beiden würden sich bestimmt freuen, dich nach den vielen Monaten wieder zu sehen." So lieb diese Empfehlung auch gemeint war, sie trieb mir abrupt Tränen in die Augen. Jude hatte damit direkt in meine sensible offene Wunde gestochen. Sofort wandte ich meinen Blick von den Geschehnissen draußen ab und vergrub mein Gesicht in seiner Halsbeuge. Fester drückte ich mich an Jude und stärkte meinen Griff um seinen ebenfalls nackten, warmen Oberkörper. Er ließ sich sogleich auf meine Umarmung ein und schlang gleichermaßen seine Arme um mich. Leichte Küsse verteilte er auf meine Locken, während er beruhigende Muster auf meinen Rücken zeichnete. Ich spannte mich an und versuchte, die aufkommenden Tränen zu unterdrücken. Ich wollte nicht schon wieder weinen, viel zu oft hatte ich das in der vergangen Zeit getan und Jude musste es jedes Mal neu über sich ergehen lassen. Meine Fingerkuppen krallte ich in seine unschuldige Haut. Eine Träne nach der anderen rollte über mein Gesicht, die teilweise an Judes Hals aufgefangen wurden und dort nasse Flecken hinterließen. ,,Jadon...", murmelte der Borusse bedrückt, was mich nahezu lautlos aufschluchzen ließ und damit meinen Körper zum Erbeben brachte. ,,Baby... Nicht weinen. Wir kriegen das gemeinsam hin, ja? Du musst da nicht alleine durch, ich bin bei dir. Das geht alles wieder vorbei, okay? Vertrau mir.", pflichtete Jude mir bei, ich bekam lediglich ein Nicken zustande. Jeder Muskel meines Körpers wurde von meinen erstickten Schluchzern erschüttert, dabei kniff ich meine Augen schmerzvoll zusammen.

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