Hakim Ziyech x Alejandro Garnacho

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Für die bezaubernde miraynextdoor 🤍

29.11.2023

Nichts wie weg hier.

Das war das einzige, nach dem sich Alejandro sehnte.

Nichts wie weg von diesem Stadion. Von diesen Fans. Von dieser Stadt.

Er hasste es hier.

Er hasste dieses Stadion. Er hasste diese Fans. Er hasste diese Stadt.

Und das aufgrund eines dämlichen Remis gegen Galatasaray.

Dabei hätte der Abend so viel erfolgreicher verlaufen können. Bis zur 62. Minute war Alejandro zuversichtlich gewesen und hatte fest an den Sieg geglaubt. Sie hatten zu diesem Zeitpunkt 1:3 geführt, hatten alles dafür getan, mit drei Punkten im Gepäck zurück nach Manchester zu fliegen. Aber das Glück war an diesem Abend nicht auf Uniteds Seite gewesen.

Egal, wie viel Ballbesitz sie gehabt hatten, egal, wie viele Duelle sie gewonnen hatten und egal, wie viele Torchancen sie kreiert hatten - all das spielte jetzt nur noch eine bedeutungslose Nebenrolle.

Ebenso wie Alejandros Tor zum 0:1. Hätten sie gewonnen, hätte jeder Fan den Youngster bis in den Himmel gelobt. Jeder wäre stolz auf ihn gewesen und jeder hätte ihn für seine Leistung verehrt. Er wäre ausnahmslos der Held des Tages gewesen. Da war er sich sicher.

Aber so sicher er sich darin war, genauso sicher war er sich, dass ein gewisser marokkanischer Gegenspieler ihm diesen Titel gestohlen hatte. Es reichte ein Gedanke an diesen Typen, nur die kleinste Erinnerung an dessen widerwärtige Visage, und Alejandros Körperzellen füllten sich mit extremer Abscheu und unendlichem Zorn. Es war nur eine Frage der Zeit, bis diese Zellen endlich platzen und Alejandros Kontrolle übernehmen würden.

Da er aber nicht wollte, dass dies in der Gästekabine, vor der gesamten Mannschaft, inklusive ten Hag, geschah, stopfte er blindäugig seine sieben Sachen in den Rucksack und flüchtete aus diesem unerträglichen Raum. Sogar die Luft in diesem Stadion war ihm zu viel. Sie drückte so stark gegen die Wände seiner Lunge, dass er glaubte, jeden Moment ersticken zu müssen.

Also legte er einen Zahn zu, hetzte durch die belebten Gänge des Stadions. Sein Blick war stur zu Boden gerichtet, seine Hände hatte er in den Hosentaschen zu festen Fäusten geballt und aus seinen Kopfhörern jaulten irgendwelche spanischen Songtexte, auf die er sich nur mühevoll konzentrieren konnte.

Während er den Weg aus dem Rams Park suchte, entging ihm nicht, wie er an einigen gegnerischen Spielern vorbeieilte und dessen Aufmerksamkeit auf sich zog. Er wusste nicht genau, wer diese waren und erst recht wusste er nicht, was diese sagten, aber wenn er ehrlich war, war es ihm gleichgültig. Sollten sie doch über ihn schwafeln und spotten. Wenn er sie so sehr begeisterte, dann konnten sie gerne so viel über ihn reden, wie sie wollten.

Dennoch trieben ihn die tausend Stimmen, die nicht allein den Spielern gehörten, sondern auch Journalisten und Mitarbeitern des Stadions, in den Wahnsinn.

Zähneknirschend erhöhte er die Lautstärke seiner Musik.

Wann war er endlich draußen? Hatte dieses Stadion überhaupt einen Ausgang? War er vielleicht für immer hier drin gefangen?

Ehe Alejandro intensiver darüber nachdenken konnte, schlug ihm ein frischer Wind um die Nase. Kühle Nachtluft machte mit seinem glühend heißen Gesicht Bekanntschaft, wodurch ihm ein Schauer über den Rücken rollte.

Erleichtert atmete er die angestaute Luft aus, die ihn den ganzen Weg begleitet hatte. Das beklemmende Druckgefühl in seiner Brust verschwand, weshalb er nun sein Tempo etwas drosselte und sein Smartphone aus der Hosentasche fischte.

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