Leroy Sané x Jamal Musiala

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Für Steffi683110

(PoV Jamal)

,,Kannst du nicht bleiben?", bat ich Leroy, als er sich in meinem Bett aufsetzte und nach seinem Shirt griff. ,,Nein, du weißt doch, dass wir später noch Training haben.", erklärte er, während er sich seine restliche Kleidung überzog. Für den Bruchteil einer Sekunde hatte ich darüber nachgedacht, ob ich ihn in seinem Tun hindern sollte, aber ich wusste, dass er sowieso nicht bleiben würde. Daher versuchte ich erst gar nicht ihn aufzuhalten, als er, nachdem er mir einen flüchtigen Kuss auf den Haaransatz gehaucht hatte, aus meinem Schlafzimmer verschwand und meine kleine Wohnung verließ. Seufzend schälte ich mich aus meiner warmen Decke, welche ich mir bis eben noch mit Leroy geteilt hatte. Ich fühlte mich wohl, wenn der Deutsche neben mir lag und seine Arme um mich geschlossen hatte. Dann wusste ich, dass ich beschützt war und mir keine Menschenseele etwas zufügen konnte. Er war unglaublich liebevoll und zärtlich in meiner Gegenwart, fürsorglich und sensibel. So, wie die meisten Menschen ihn nicht kannten. Wenn wir allerdings unter Menschen waren, waren all die positiven Eigenschaften wie weggefegt und er ging mit mir um, als wäre ich ein Fremder, mit dem man gelegentlich ein paar Sätze tauschen konnte. An manchen Tagen ignorierte er mich sogar gänzlich, was ich wohl oder übel hinnehmen musste. Zwar hatte ich ihn in diesen Momenten schon des Öfteren darauf ansprechen wollen, warum er mir die kalte Schulter zeigte, aber ich wusste, dass es zwecklos war. Er war schlichtweg dagegen, dass die Mannschaft oder erst recht die Öffentlichkeit Verdacht von uns schöpfen konnte.

Wir waren weder in einer Beziehung, noch hatten wir uns gegenseitig unsere Liebe gestanden. Ebenso wenig wusste ich, ob Leroy es wirklich ernst mit mir meinte und ob er Gefühle für mich hatte. Das Einzige, in dem ich mir sicher sein konnte war, dass ich Leroy liebte. Warum musste mein Herz überhaupt für Leroy schlagen? Ich hatte Zweifel daran, dass er jemals das Selbe für mich fühlen würde. Zumal er fast zehn Jahre älter als ich war und nur seine liebevolle Seite zeigte, wenn wir alleine waren. All das waren Indizien dafür, dass ich nur eine schnelle Nummer war, mit der er sein Vergnügen haben und sein Verlangen stillen konnte. Denn wenn er tatsächlich Gefühle für mich hätte, hätte er mir das längst sagen können und würde mich in der Öffentlichkeit nicht ignorieren, als wäre ich ein Hauch von Nichts. Träge schleppte ich mich zum Badezimmer, in welchem ich lustlos meine Zähne putzte und anschließend in meinen Trainingsanzug schlüpfte. Da ich nicht mehr viel Zeit hatte, bis das Training begann, stärkte ich mich lediglich durch einen Müsliriegel und einer Tasse Tee. Bis zum Mittag, welches ich auf dem Trainingsgelände bekommen würde, würde dies reichen. Somit verließ ich meine Wohnung und galoppierte hinunter in die Tiefgarage, in welcher ich in meinen Wagen sprang und den Weg zum Trainingsplatz einschlug.

Dort angekommen, begab ich mich zu den Umkleiden, wo ich noch meine Fußballschuhe anziehen musste. Dabei verirrte sich mein Blick einige Plätze weiter zu Leroy, welcher sich ausgiebig mit Joshua, Serge und Leon amüsierte. Ich schluckte meine aufkommende Trauer nach unten, da ich spürte, wie sich allmählich die Tränen in meinen Augen sammelten. Das Brennen darin versuchte ich so gut es ging auszublenden, ebenso wie das unangenehme Ziehen in meinem Brustkorb. Es tat weh, von jemandem ignoriert zu werden, den man liebte. Die andere Person hatte keine Ahnung, was für Schmerzen sie in einem auslöste. Vielleicht sollte ich einfach das Selbe tun. Ich sollte ihm auch die kalte Schulter und keinerlei Gefühle mehr in seiner Anwesenheit zeigen. Am besten wäre es, wenn ich ihm, wenn er das nächste Mal an meiner Tür klingelte, diese weder öffnete noch mit ihm ein Gespräch aufbaute. Er sollte spüren, dass er nicht mit mir spielen konnte oder nur mit mir redete, wann es ihm passte. Schließlich war ich kein Spielzeug, womit man sich an dem einen Tag noch vergnügen konnte, mich aber am nächsten reglos in der Ecke liegen ließ. Ich musste Leroy zeigen, dass er damit bei mir keinen Erfolg mehr hatte und er sich jemand anderen suchen sollte, mit dem er seinen Spaß treiben konnte. Mit diesem Gedanken atmete ich einmal tief durch, straffte meine Schultern und blendete meine vier Teamkameraden aus. Gemeinsam mit meiner Trinkflasche marschierte ich auf den Rasen und gesellte mich zu den jüngeren Spielern meiner Mannschaft.

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