Vinícius Júnior x Rodrygo [2/2]

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Kann es sein, dass bei manchen der erste Teil dieser Geschichte nicht angezeigt wurde? Oder bestand einfach nicht so viel Interesse? Weil irgendwie hat der viel weniger Reads, als alle anderen Oneshots... 🙈

Jedenfalls, hier eine kleine Fortsetzung für dich, miraynextdoor 🤍

Anmerkung: Nehmen wir mal an, Real Madrid gewinnt die Champions League 23/24.

01.06.2024

Vinicius hatte nicht einmal die Schwelle zur Umkleidekabine passiert, da trommelten schon die lauten Bässe der Musikbox in seine Ohren. Normalerweise war er derjenige, der sich um die Stimmung nach gewonnen Spielen - vor allem nach einem solchen Spiel wie heute - kümmerte. Schon im Vorfeld erstellte er Playlists mit überwiegend spanischen und brasilianischen Partysongs, die seine Teamkollegen am Ende des Tages über sich ergehen lassen mussten. Bisher hatte sich nie jemand darüber beschwert gehabt - ganz im Gegenteil. Die meisten verdonnerten ihn regelrecht dazu. Jedoch waren es heute nicht Vinicius' Lieder, die in den Gängen des Wembley Stadions widerhallten, sondern irgendwelche lahmen Pop-Songs von dem Smartphone eines Mitspielers. Scheinbar störte dieser Umsturz aber keinem, denn sobald er die Tür öffnete, sprang ihm das Chaos förmlich entgegen.

Er erkannte David, Mili und Jude, die auf dem großen, zentralen Tisch tobten und tanzten, welcher ursprünglich als Ablage für Snacks und Trinkflaschen diente. Um diesen hüpften einige Jungs sowie Angehörige des Trainerstabs mit offenen Wasser- und Bierflaschen umher, wodurch der Boden von riesigen Pfützen übersät wurde.

Vinicius würde es zwar nur widerwillig zugeben, aber dieser Anblick vermieste ihm die Freude über den Sieg und die Euphorie, welche sich von Abpfiff des Spiels bis zum Ende der Zeremonie hinweggezogen hatte. Wie durch ein Fingerschnippen, war diese verpufft. Es war lächerlich, denn eigentlich gab es keinen Grund dafür.

Doch, es gab einen Grund für seinen plötzlichen Stimmungswandel.

Hätte sich Vinicius vor einem Jahr an dieser Stelle befunden, hätte er jetzt vermutlich ausgiebig mit seiner Mannschaft gefeiert. Er hätte gemeinsam mit Eduardo, Aurelien, Federico, Eder und Rodrygo seine restlichen Kollegen mit Karaoke-Gesängen und Bierduschen auf die Palme getrieben. Er hätte seine Social-Media-Kanäle mit Bildern und Videos zugemüllt und die Fans an ihrer Party teilhaben lassen. Er hätte, nachdem der Bus die Mannschaft zurück ins Hotel gefahren hätte, mit seinen Freunden den nächstbesten Club aufgesucht und die restliche Nacht in diesem verbracht. Er hätte jetzt keine schlechte Laune gehabt, keine Sorgen und kein schweres Herz in seiner Brust, welches mittlerweile nur noch halb so schnell schlug, wie vor einem dreiviertel Jahr.

All dies waren nur leere Vorstellungen. Es gab niemanden mehr, mit dem er sein Team ärgern konnte. Es gab niemanden mehr, mit dem er Gruppenfotos und Live-Videos teilen konnte. Es gab niemanden mehr, mit dem er feiern gehen und die Nacht verbringen konnte. Kein Eduardo. Kein Aurelien. Kein Federico. Kein Eder. Und schon gar kein Rodrygo.

Sie alle waren mittlerweile nicht viel mehr, als Mannschaftskameraden, mit denen er eine gute Leistung auf dem Spielfeld kreieren musste. Sie waren keine Freunde mehr. Vinicius hatte nie den wahren Grund für ihre Distanzierung erfahren dürfen, denn immer, wenn er mit Edu, Aurelien, Fede oder Mili abseits des Fußballs reden wollte, blockten sie ihn gnadenlos ab. Über Jude, welchen er noch vor wenigen Monaten als seinen besten Kumpel betitelt hätte, brauchte er gar nicht erst nachdenken. Der Engländer hatte Vinicius ab der Minute, als er aus der Toilettenkabine stolziert war und Vinicius allein gelassen hatte, höchstens mit abschätzigen Blicken gewürdigt.

Rodrygo hatte es Jude gleichgetan. Es war keine Überraschung gewesen, dass Rodrygo nichts mehr mit ihm zu tun haben wollte und jeder seine eigenen Wege gehen musste. Vinicius hatte nichts anderes erwartet gehabt.

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