Lisandro Martínez x Antony

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Anmerkung: Beinhaltet sexuelle Handlungen.

(PoV Antony)

Es war kurz nach einundzwanzig Uhr, als ich mein Grundstück betrat. Während ich die wenigen Treppenstufen zur Haustür erklomm, fischte ich meinen Schlüssel aus der Jackentasche. Für einen Moment ließ ich meinen Blick in den klaren Nachthimmel gleiten. Wie ein schwarzes Tuch hatte sich die Dunkelheit über Manchester gelegt. Der sichelförmige Mond prangte stolz zwischen Millionen von Sternen und spendete der Erde einen bläulich mystischen Schein. Ich hätte stundenlang hier stehen können. Die Stille war unbezahlbar, besonders nach dem anstrengenden Training, bei welchem das Wort „Ruhe" ein Fremdwort war. Noch jetzt dröhnten mir die Ohren von dem Gebrüll des Trainers und den nervigen Karaokeeinlagen der Jungs in der Umkleide. Daher war dieser Augenblick wie ein Segen für mich, weshalb ich einige Sekunden die Augen schloss. Nun bemerkte ich, wie erschöpft ich eigentlich war. Meine Muskeln zitterten leicht und ich spürte, wie mein Körper den Stress verarbeitete. Die Trainingstasche zerrte an meiner linken Schulter, schien bald ihren Weg auf den Boden zu finden, wenn ich diese nicht rechtzeitig rettete. Laut seufzte ich aus, schlug meine Augen auf und widmete mich dem Öffnen der Tür zu. Neblige Wölkchen verblassten vor meinem Gesicht, als ich erneut ausatmete. Mittlerweile wurde es frisch, was mir bis vor wenigen Minuten nichts ausgemacht hatte, da noch der Rest des Adrenalins vom Training durch meine Adern gerauscht war.

Im düsteren Korridor angekommen, fuhr mir ein eisiger Schauer über den Rücken. Mir fröstelte es. Ohne zuvor nach einem Lichtschalter gesucht zu haben, schmiss ich achtlos die Tasche vor die Wand, schlüpfte aus meinen Sneakern und streifte mir die dicke Jacke vom Leib. Mein Weg führte mich ins warme Wohnzimmer, in welchem ich mich in die weiche Decke auf dem Sofa kuscheln wollte. Einige Meter vor diesem, hielt ich allerdings abrupt in meinem Vorhaben inne. Durch die Finsternis konnte ich die meisten Objekte nur in Grautönen wahrnehmen, so auch die Gestalt, die tief in den Kissen auf meiner Couch schlummerte. Dennoch war es mir kein Rätsel, wessen Silhouette dies sein konnte. ,,Licha?" Meine Stimme klang rau und instabil, weshalb ich mich leise räusperte. Ich konnte ein müdes Brummen zwischen den Kissen registrieren und erkannte, wie sich die Decke schwach bewegte. Mit langsamen Schritten schleppte ich mich zur Couch, kniete mich vor dieser auf die Fliesen. ,,Hey", flüsterte ich zur Begrüßung. ,,ich dachte, du kommst erst im neuen Jahr nach Hause." Lisandros Augen waren halb geöffnet, ein Lächeln spiegelte sich auf seinen Lippen wider. ,,Freust du dich nicht?", krächzte der Argentinier. ,,Doch, natürlich freue ich mich. Ich habe dich vermisst.", meinte ich mit purer Aufrichtigkeit und hauchte ihm einen Kuss auf die Wange. Träge setzte sich Lisandro auf, schälte sich aus der Decke und warf diese beiseite. Auffordernd klopfte er auf seinen Schoß, streckte seine Arme in meine Richtung aus. Sogleich wusste ich seine Geste richtig zu interpretieren. Sehnsüchtig schmiss ich mich in seine Arme, die er fest um meinen Oberkörper schloss und mich so dicht an sich presste, dass kein Blatt Papier mehr zwischen uns passte.

,,Ich habe dich so vermisst, Lis.", nuschelte ich wiederholt gegen seine Halsbeuge, an welcher ich meine Nase versteckte. Haltsuchend krallte ich mich in den Stoff seines Pullovers, atmete seinen süßlichen, familiären Duft ein, der mir eine wohlige Gänsehaut bescherte. Durch mein dünnes Shirt spürte ich den gleichmäßigen Rhythmus seines Herzens pochen, an welchen sich meines anschloss. Mittlerweile war mir nicht mehr kalt. Je länger ich an Lisandros Brust lehnte, desto mehr taute mein Körper auf. ,,Ich habe dich auch vermisst, cariñito.", erwiderte Licha meine Worte, welche mich mit endloser Geborgenheit und inniger Wärme füllten. Ein weiches Lippenpaar wanderte zärtlich meinen Nacken entlang, schwebte über meine Halsschlagader, wo ein angenehmes Kribbeln erregt wurde - wie ich seine Berührungen vermisst hatte. In Katar hatte mich seine Abwesenheit nahezu um den Verstand gebracht. Mir hatte jede einzelne Körperfaser von Lisandro gefehlt: seine Umarmungen, seine Lippen, seine Stimme, sein Lächeln, seine ruhige Art, seine Präsenz. Auf all das, hatte ich über einen Monat verzichten müssen, und hätte, wenn er nicht vorzeitig nach Manchester zurückgekehrt wäre, noch länger durchhalten müssen. Doch nun war ich der glücklichste Mann in ganz England und niemand konnte mir diesen Moment nehmen. Seine Lippen flogen hinter mein Ohr, seinen heißen Atem spürte ich an meiner sensiblen Haut abprallen. Hauchdünne Küsse verteilte er um meine Ohrmuschel, liebkoste mein Ohrläppchen und fuhr die Konturen meiner Kieferpartie nach. Meine Lippen waren deutlich sein Ziel, weshalb ich mich ein Stückchen von ihm löste und mich in seinen Augen verlor. Diese reflektierten das helle Mondlicht, wodurch sie wie zwei der hellsten Sterne funkelten.

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