Jack Grealish x Phil Foden

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TW: Selbstzweifel & Suizid.

(PoV Jack)

Nachdem ich meinen Wagen in Phils Einfahrt geparkt hatte, stieg er sowie ich, aus diesem. Wir waren soeben von unserem Auswärtsspiel in Leeds zurück gekommen und hatten noch nach Hause fahren müssen. Phil und ich hatten bereits vor dem Spiel geklärt, dass ich anschließend bei ihm übernachten würde. Völlig erschöpft standen wir nun vor seiner Haustür, während Phil seine Schlüssel aus seinem Rucksack angelte und nach wenigen Sekunden mir den Einlass in seinen dunklen Flur gewährte. Gähnend betätigte er den Lichtschalter, woraufhin wir unser Gepäck ordentlich an der Wand verstauten. Auswärtsspiele waren jedes Mal aufs Neue anstrengend, besonders dann, wenn man erst spät abends zu Hause ankam, aber man noch die ewig dauernde Busfahrt auf sich nehmen musste. An solchen Tagen war ich umso glücklicher, wenn ich es vor Mitternacht in die Federn schaffte und alles Erlebte der Vergangenheit überlassen konnte. Wobei auch dies nicht immer vollständig funktionierte. An manchen Tagen passierte so viel, dass ich, obwohl ich hundemüde war, nachts kein Auge zu bekam. Oftmals musste dabei nicht einmal viel geschehen sein, denn dann reichten auch kleine Momente aus, die mich wach hielten. Heute war beispielsweise solch ein Tag. Nach einigen Pflichtspielen ohne Startelfeinsatz, hatte mich Pep mal wieder von Beginn an durchspielen lassen. Natürlich war ich glücklich über unseren Sieg und der präzisen Leistung, welche die Mannschaft erbracht hatte, aber mein schlechtes Gewissen sagte mir, dass ich auch am heutigen Spieltag nicht gut genug gewesen war. Neunzig Minuten hatte ich Zeit gehabt, um endlich wieder ein Tor auf meine Liste schreiben zu können, doch neunzig Minuten lang hatte ich es nicht geschafft, mich in Szene zu setzen. Wenn die Kameras mal auf mich gerichtet waren, dann nur, als ich von den Fans unserer Gastgeber mit Papierkugeln abgeworfen wurde.

Klar, ich hatte diese Aktionen mit Humor genommen und sogar darüber geschmunzelt, was die meisten ebenfalls belächelt hatten. Auch meine Mitspieler waren erstaunt darüber, wie gut ich diese Attacken verdauen konnte, was ich lediglich mit einem gleichgültigen Schulterzucken kommentiert hatte. Dabei ahnte allerdings niemand, wie sehr mich all diese Vorfälle wirklich kränkten. Nicht einmal mein Freund wusste, was sich in mir abspielte, da ich ihm jeden Tag meine maskierte Seite vortäuschte. Phil hatte bis dato kein Verdacht geschöpft, dass es mir nicht mehr so gut ging, wie noch am Anfang der Saison. Von Woche zu Woche spürte ich, wie mit jedem Spiel, dass ich absolvieren musste, mein Selbstvertrauen verblasste und nichts anderes als Druck, Schuldgefühle und Angst hinterließ. Diese Mischung ließ mich wertlos und unerwünscht fühlen. Es war wie ein Teufelskreis, aus dem ich nicht mehr fliehen konnte. Wenn ich an dem Abend vor einem Spiel versuchte, mich zu motivieren und mir Mut zu zusprechen, klopften spätestens am Tag darauf wieder die negativen Attribute an meiner Haustür. Dann war der letzte Stolz, den ich bis dahin besessen hatte, wie weggefegt und ich versauerte in meinem eigenen Leid. Immer mit dem Hintergedanken, dass niemand etwas von meiner Gefühlswelt mitbekommen sollte, weshalb ich nach außen hin stets der lebenslustige und muntere Jack Grealish war.

,,Babe? Willst du nicht allmählich mal aus dem kalten Flur kommen?" Phils liebenswerte und ruhige Stimme brachte mich zurück in die Gegenwart, wodurch ich fürs Erste meine Gedanken abschalten konnte. ,,Ja, ich habe nur kurz nachgedacht, wo ich meine Kopfhörer hingepackt habe.", erwiderte ich, während ich demonstrativ mein Umfeld beäugte. Phil verzog rätselhaft sein Gesicht, woraufhin er einen Blick in seine Tasche warf, dort aber nicht fündig wurde, da ich bereits vor meiner Frage wusste, wo ich diese aufbewahrte. ,,Ich weiß es nicht. Vielleicht hast du sie in der Umkleide oder im Bus liegen gelassen.", meinte Phil, wobei er mich etwas niedergeschlagen musterte. ,,Ach, halb so wild. Die werden sich bestimmt irgendwann wiederfinden.", winkte ich ab und lächelte aufmunternd, was Phil mit einem Nicken erwiderte. Gemeinsam liefen wir in die Küche, in welcher Phil eine Müslischale aus dem Wandschrank kramte. ,,Da hat wohl noch jemand Hunger?", schmunzelte ich und legte meine Arme von hinten um seinen Bauch. Meinen Oberkörper kuschelte ich leicht an seinen Rücken, während ich meine Nase an seiner Schulter versteckte. Meine Augen waren geschlossen, tief atmete ich seinen familiären sowie vertrauten Duft ein, der ein Kitzeln in meiner Magengrube auslöste. Instinktiv drückte ich mich näher an den Kleineren, der sich weiterhin seinen nächtlichen Snack zubereitete. ,,Möchtest du auch was, Jack?", hakte Phil leise nach, was ich mit einem verneinenden Brummen ablehnte. Stattdessen begann ich, hauchzarte Küsse auf seinem Hals zu verteilen, während er einen Apfel klein schnibbelte. Langsam wanderten meine Lippen zu seiner Wange und ich kam somit seinen Lippen deutlich näher. Irgendwann drehte sich Phil zu mir um und erwiderte meine Zärtlichkeiten mit einem gefühlvollen Kuss. Sachte bewegten sich unsere Münder gegeneinander, ich hätte Stunden hier verbringen und nur Phil küssen können. ,,Ich liebe dich, Jack.", wisperte er an meine Lippen, nachdem wir uns gelöst hatten. ,,Ich dich auch, Phil.", meinte ich erhlich und öffnete langsam meine Augen. Phil hauchte mir noch einen schnellen Kuss auf den Mundwinkel, bevor er sich sein Müsli schnappte und sich auf einen der Barhocker an der marmorierten Theke setzte.

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