Kai Havertz x Mason Mount

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(PoV Kai)

Mit verträumtem Blick beobachtete ich Mason, welcher vor dem großen Spiegel, in meinem Schlafzimmer, stand. Dabei verfolgten meine müden Augen, vom Bett aus, jede seiner Bewegungen haargenau. Skeptisch musterte er sein Aussehen, während er sich einmal von der rechten Seite, anschließend von der linken Seite begutachtete. Er zupfte unzufrieden an seinem schwarzen Hoodie, unter welchem sein weißes Shirt hervorlugte. Dazu trug er eine ebenfalls schwarze, zerrissene Jeans und weiße Nike Socken. An seinem Outfit mochte nichts Besonderes sein, aber ich musste gestehen, dass dieser lässige Look Mason unglaublich attraktiv machte. Obwohl - was dachte ich da? Mason sah in jedem Outfit umwerfend aus. Sei es seine Alltagskleidung, sein Trikot oder sogar, wenn er nur eine Boxershorts trug. Insbesondere mit seinem perfekt gebauten Körper und seiner leicht gebräunten, glatten Haut, von der man meistens leider nur einen Teil erblicken konnte, wie im Augenblick. Die dunkelblonden Haare standen in alle Richtungen ab, als ob er in eine Steckdose gefasst hatte. Aber nachdem er einige Male mit der Hand durch diese fuhr, lagen sie wieder ordnungsgemäß an Ort und Stelle. Er war einfach wunderschön. Auch sein Dreitagebart machte ihn unwiderstehlich, was ihn noch männlicher machte und mich verrückter.

Mir konnte keiner glauben, wie glücklich ich war, Mason meinen besten Freund nennen zu dürfen. Denn nicht jeder hatte einen solch wundervollen, gutaussehenden und dazu liebenswerten, charmanten Kumpel. Jedoch hatte ich neben dem freudestrahlenden Auge, auch ein weinendes. Denn in Mason sah ich vor meinem inneren Auge nicht mehr als einen besten Freund, mit dem man auf spontane Verabredungen ging oder in einem Pub den Tag ausklingen ließ. Stattdessen hatte er sich immer tiefer in mein Herz gegraben und sich dort eingenistet. Und so sehr ich auch versuchte, ihn wieder zu verscheuchen, gelang mir lediglich das Gegenteil. Kurz gesagt, liebte ich meinen besten Freund, was an sich nichts Verbotenes oder Dramatisches war, solange man es für sich behielt und kein Dritter im Spiel war. Allerdings stellte vor allem der letzte Punkt ein größeres Problem dar. Mason war nämlich in einer glücklichen Beziehung mit Declan, seinem Landsmann. Da würde ich bei Mason niemals eine Chance auf eine romantische Beziehung haben. Zudem kannten sich Declan und er seit Jahren, waren daher schon ewig ein Paar und unzertrennlich. Somit wollte ich nicht derjenige sein, der diese langjährige Beziehung sprengte und jeden Beteiligten ins Chaos stürzte. Denn ich durfte Mason erst vor wenigen Monaten kennenlernen und wollte daher auch mir mehr Zeit geben, seine vielfältigen Seiten zu begegnen. In der Hinsicht gab es für mich jedoch nur gute, womit die Sache feststand und mich niemand so schnell von einer anderen Auffassung überzeugen konnte. Was sollte man schon gegen seine eigenen Gefühle tun? Ihnen widersprechen und sie unterdrücken? Das würde nur nach hinten losgehen.

,,Kai, ich muss jetzt los.", erhob Mason die Stimme, drehte sich vor dem Spiegel zu mir um. Mit mittlerweile wachen Augen fixierte ich ihn aufmerksam und stellte fest, dass in seinem Ausdruck ein kleines entschuldigendes Lächeln gemalt war. Geräuschlos tapste er über den Boden, blickte dabei um sich, ob er nichts vergessen hatte. Leicht stützte ich mich auf meinen Handflächen ab. ,,Kannst du nicht noch kurz bleiben? Nur bis nach dem Frühstück.", bat ich ihn hoffnungsvoll, aber der Ältere seufzte traurig. Er kam einige Schritte in meine Richtung, bis er sich an die Seite meiner Matratze setzte und mich anlächelte. ,,Ein anderes Mal. Ich habe Dec geschrieben, dass ich in fünf Minuten losfahre.", erklärte er mir, woraufhin ich enttäuscht meinen Kopf senkte. Es tst weh, diese Abweisung zu bekommen, da ich gerne länger mit ihm Zeit verbracht hätte. Aber ich konnte es ihm nicht verübeln, denn Declan wartete sicherlich auf seinen Freund und würde sich sonst Sorgen machen, wenn er nicht zur vereinbarten Uhrzeit ankommen würde. ,,Wir sehen uns doch morgen beim Training wieder.", versuchte Mason mich aufzumuntern. ,,Das ist aber zu lange.", schwirrte die Antwort in meinem Kopf, die ich allerdings hinunter schluckte und erwiderte: ,,Ich weiß". Wenn ich die Möglichkeit dazu hätte, würde ich jeden Tag, rund um die Uhr, mit Mason verbringen. Ich liebte seine Anwesenheit. Diese gab mir ein beruhigendes, vertrauliches Gefühl, was ich so dringend gesucht hatte, seitdem ich in London war. Ohne Mason, fühlte ich mich in meinem monströsen Haus wie in einem leergefegten Stadion: einsam und unvollkommen. Deswegen mochte ich es nicht, allein durch die Flure und Zimmer meines Hauses zu wandern und dabei zu wissen, dass ich in keinem der Räume jemanden antreffen würde. Aber wenn Mason da war, gab es keine furchteinflösenden, grauen Zimmer, die mit einem viel zu großen Bett oder einer leeren Couch ausgestattet waren. Dann war es mein Zuhause, in dem gemütliche Nachmittage, mit Kakao oder Tee, Wärme im ganzen Haus verbreiteten und abends mein Bett beinahe zu klein wirken ließ. Mason übernachtete des öfteren bei mir, dabei hatte ich ihm von Beginn an angeboten, dass er bei mir unter der Decke schlafen konnte, was er ohne zu zögern angenommen hatte. Das einzige Problem war dabei gewesen, dass ich nicht gewusst hatte, dass er Dreiviertel vom gesamten Bett einnahm. Doch nichtmal das machte mir etwas aus, was andere vermutlich zur Weißglut treiben würde.

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