Pedri x Gavi

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TW: Folgen einer Vergewaltigung.

I'm sorry for this.🙏🏼

(PoV Pedri)

,,Wo bleibt er denn nur?", fragte ich ungeduldig, meine Hände in den Taschen meiner Jacke versteckt, meinen Kumpel Ferran. Bereits seit einer viertel Stunde standen wir zwei vor dem Nachtclub, in welchem wir bis vor wenigen Minuten noch gefeiert hatten. Mein fester Freund Gavi hatte kurz auf Toilette gehen wollen, bevor wir uns auf den Weg nach Hause machten. Jedoch verlängerte sich dieses „kurz" von fünf Minuten auf zehn und von zehn Minuten auf fünfzehn. Normalerweise war Gavi niemand der trödelte, was mich umso stutziger stimmte. ,,Vielleicht wurde er vom Klo verschluckt.", witzelte Ferran, während sein Blick auf den Bildschirm seines Handys versunken war. ,,Haha. Er braucht sonst nie so lange.", erklärte ich und warf ein schnelles Auge auf die Uhr meines Smartphones. 01:57 Uhr. Geschrieben hatte er mir auch nicht. Wenn etwas passiert wäre, hätte er mir vermutlich schon längst eine Nachricht geschickt oder? Also versuchte ich mich etwas zu beruhigen, indem ich mich auf die kalten Stufen setzte, die zum Club führten. Ferran lehnte seelenruhig an einer, mit Graffiti besprühten, Wand und wartete darauf, dass ich endlich das Signal zum Aufbruch gab. Doch auch in den nächsten fünf Minuten musste ich ihn enttäuschen. In mir hingegen, machte sich ein flaues Gefühl im Magen breit. Mein Handy drehte ich in meinen Händen, nahm es von einer in die andere, während ich alle drei Sekunden darauf schaute, ob ein Zeichen von Gavi angekommen war. Aber es blieb aus. Je länger ich wartete, desto besorgter wurde ich und mein schlechtes Gewissen malte sich unzählige Szenarien aus, die passiert sein konnten. Mein rechtes Knie zitterte angespannt, meine Hände wurden schweißnass und ich begann, nervös auf meiner Unterlippe zu kauen.

,,Denkst du, ich sollte mal nachschauen?", wandte ich mich ratsuchend an meinen Kumpel. ,,Also wenn wir heute noch hier weg wollen, dann ja.", meinte Ferran, seine Verärgerung war deutlich aus seiner Stimme wahrzunehmen. Hitzig sprang ich auf und lief erneut in den stickigen, abgedunkelten Raum. Die Bässe der Musik dröhnten lautstark in meinen Ohren, sodass ich angespannt meinen Kiefer zusammenpresste und mir den Weg durch die Menschenmasse zu den WC-Räumen durchkämpfte. Als ich es endlich geschafft hatte, atmete ich zuerst tief durch, bevor ich die Tür zur Männertoilette öffnete. Hier war es wesentlich ruhiger, als draußen auf der Tanzfläche. Dennoch wehte mir ein unangenehmer Duft in diese Nase, nachdem ich den hell beleuchteten Raum betreten hatte. Hier sah es schlimm aus. Zwar hatte ich nicht erwartet, dass es genauso sauber und gepflegt war, wie bei mir Zuhause, aber dieser Anblick der Waschbecken, Pissoirs sowie Wände ekelte mich an. Für einen Moment musste ich überlegen, weshalb ich nochmal hier war, doch dann fiel es mir wieder ein. ,,Pablo?", fragte ich in die Stille hinein, da ich ihn oder jemand anderes nicht erschrecken wollte. Doch ich hatte das Gefühl, dass ich allein war. Gavi antwortete nicht auf meine Frage, weshalb ich abermals seinen Namen rief. Da auch ein zweites Mal eine Rückmeldung ausblieb, spähte ich in die erste, leicht geöffnete, Kabine. Dort war niemand, doch der Anblick der verstopften Toilette sowie dem Klopapier, welches überall verstreut lag, ließ mein Gesicht angewidert verzerren. Daher warf ich einen Blick in die zweite Kabine. Ein Würgereiz durchfuhr meinen Körper, als ich den Mageninhalt und den Urin eines Fremden erblickte. Was tat ich hier nur? Und wo zur Hölle war mein Freund? Er konnte doch nicht einfach vom Erdboden verschwunden sein. Vielleicht hatte er sich auch auf den Weg nach draußen gemacht, als ich mich durch die Menschen gequält hatte und hatte ihn dabei nicht gesehen.

Dennoch wollte ich sicher gehen, dass er wirklich nicht hier war, weshalb ich mich dazu überwand, auch die anderen Kabinen zu durchsuchen. Bei der letzten Tür erkannte ich, dass diese zu, aber nicht abgeschlossen war. Vorsichtig drückte ich die Klinke hinunter und lugte zurückhaltend ins Innere, um einen erneuten Würgereiz rechtzeitig verhindern zu können. Urplötzlich fiel mir jeglicher Ausdruck von meinem Gesicht und ich musste mir erst einen Überblick verschaffen, um zu realisieren, ob es wirklich wahr war, was ich sah. Mein Herz blieb für einige Sekunden lang stehen, ehe es in meine Hose rutschte und ich wieder zum Besinnen kam. ,,P-Pablo... Cariño...", stammelte ich, mein Mund war trocken wie Sand und meine Gedanken überschlugen sich, wodurch ich Mühe hatte, eine richtige Silbe zu bilden. Mein Freund hockte, neben der Toilette, auf dem gefliesten, weißen Boden. Er hatte seine Knie dicht an seinen Körper gezogen, seine Arme schützend um seine Beine geschlossen und starrte stumm an die gegenüberliegende Wand. Dabei war er allerdings komplett entblößt. Seine Kleidung lag, wie weggeworfen, um ihn herum, sein Smartphone ruhte mit zersplittertem Display neben einem kleinen Mülleimer. Wer zum Teufel hatte ihm das angetan? Die Kabinentür machte ich hinter mir zu, wobei das Geräusch Gavi aus seinem tranceartigen Zustand lockte. Seine Augen waren weit aufgerissen und glasig, aber er weinte nicht. Stattdessen spiegelte sich in diesen Augen pure Angst und Panik wieder. Sein Atem verlief schwer sowie unregelmäßig. Sofort kniete ich mich zu ihm, war dermaßen überfordert mit der Situation, dass mir Tränen in die Augen stiegen. ,,Cariño... Ich bin da... Keine Angst...", sagte ich, darauf bedacht, nicht ebenfalls panisch zu werden. Sanft legte ich eine Hand an seinen Arm, aber Gavi zuckte heftig zusammen, weshalb ich meine Hand wieder zurückzog. Nun übermannte mich doch die Verzweiflung und ich spürte heiße Tränen meinen Wangen hinunter rennen. Was sollte ich denn jetzt tun? Wie bekam ich Gavi schonend hier raus? Sollte ich die Security informieren? Oder Ferran? Ich hatte keine Ahnung.

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