Ansu Fati x Alejandro Balde

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2024, Januar

Jede Woche war dieselbe.

Jeder Tag war derselbe.

Jeder Morgen, jeder Mittag, jeder Abend war derselbe.

Alejandro stand morgens auf, frühstückte, ging zum Training, aß dort zu Mittag, absolvierte die zweite Trainingseinheit, fuhr nachmittags wieder nach Hause, legte sich in sein Bett und schlief spät abends ein.

Und das jeden Tag.

Jeden verdammten Tag und nichts daran änderte sich.

Es war Routine. Ja, wie ein Uhrwerk. Fast schon ein Teufelskreis, in dem er gefangen war und keinen Ausweg fand.

Er wollte einen Ausweg finden. Jeden einzelnen Tag suchte er nach einem. Doch er wurde jeden einzelnen Tag auf ein Neues enttäuscht.

Es fühlte sich an, als wäre er in einem dunklen Raum eingesperrt, mit nichts weiter als einem Schlüssel zu einer Tür, die überhaupt nicht existierte. Denn dieser Raum besaß weder Fenster noch Türen. Er bestand nur aus vier Wänden, einer Decke und einem Boden.

Und mittendrin: Alejandro.

Allein.

Mit einem Schlüssel.

Ohne ein Fenster. Ohne eine Tür. Ohne ein Schloss. Ohne einem Ausweg.

Nur Alejandro.

Er wollte weinen, schluchzen und schreien.

Er wollte sich all den Schmerz, all die Verzweiflung und all die Sehnsucht aus dem Leib schreien.

Doch sobald er an genau diesem Punkt angelangt war, verspürte er nichts weiter, als endlose Leere.

Leere, die ihn, wie ein Parasit, von Innen auffraß und zerstörte.

Jeden Tag wurde dieser Parasit stärker. Alejandro hingegen wurde mit jedem Tag schwächer.

Er wollte diesen lästigen Parasiten endlich loswerden, ihn endlich töten und endlich wieder seine Lebensfreude und sein Glück zurückgewinnen.

Er wollte endlich aus diesem unheimlichen, dunklen Raum ausbrechen und die warmen, hellen Strahlen der Sonne auf seiner Haut spüren.

Aber er schaffte es nicht.

Er schaffte es nicht, diesen Parasiten zu töten und er schaffte es nicht, aus diesem Raum auszubrechen.

Er schaffte es einfach nicht.

Dabei war es gar nicht so schwer.

Denn seine Rettung - seine Tür zur Lebensfreude und sein Heilmittel zur Stärke - könnte all den Schmerz, all die Verzweiflung und all die Sehnsucht binnen weniger Sekunden vernichten.

Alejandro könnte wieder glücklich sein, wieder Späße machen und wieder aufrichtig lachen.

Nur seine Rettung war nicht hier - zumindest nicht mehr. Sie hatte ihn vor einem halben Jahr verlassen. Sie hatte ihn allein in einer viel zu großen Stadt zurückgelassen. In einer Stadt, in der sie sich kennengelernt und gemeinsam Höhen und Tiefen bewältigt hatten. In einer Stadt, die eigentlich so romantisch und heimisch sein konnte. In einer Stadt, in der sie gedacht hatten, dass sie gemeinsam ihre Träume verwirklichen konnten und alt werden würden. In einer Stadt, in der ihre Herzen begonnen hatten zu schlagen und in der sie zerbrochen waren.

Barcelona.

Die Stadt in der sich Alejandro lange nicht mehr Zuhause fühlte. Und das aufgrund einer Person.

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