Mats Hummels x Giovanni Reyna

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Anmerkung: Mögliche Triggerwarnung - Achluophobie (Angst im Dunkeln), Gewalt

Für HadesMaedchen

(PoV Gio)

,,Das ist doch nicht deine Schuld, Gio.", kam es von Jadon, welcher neben mir die Katakomben entlang lief. Laufen war dabei vermutlich die falsche Ausdrucksweise, denn ich stürmte beinahe durch den Gang ins Innere des Signal Iduna Parks und war dabei fokussiert, möglichst zügig den Weg in die Kabine zu finden. Jadon rannte mir nach, doch als ich die Kabinentür aufriss und sie im nächsten Moment hinter mir zuschlug, gab er es auf. Mit meinem rechten Fuß, streifte ich meinen linken Schuh ab, anschließend mit meinem Linken den rechten Schuh. Wütend auf mich selbst, pfefferte ich sie quer durch den Raum. Dieser war von Leere erfüllt, da noch keiner meiner Kollegen vor mir hier eingetroffen war. Dadurch konnte ich meinen Emotionen freien Lauf lassen und plumste auf meinen Platz, nur um danach mein Gesicht in meinen Handflächen zu verbergen und trotz dessen meine Augen krampfhaft zusammen kniff. Währenddem füllten sich meine Augen mit Tränenwasser und als ich spürte, wie es allmählich hervorquoll, öffnete ich meine Augen einen Spalt breit, woraufhin Tränen über meine Wangen in meine Hände tropften.

Leises ersticktes Schluchzen entwich meiner Kehle und ich murmelte mich zu einer kleinen, einsamen Kugel, so dass mein Rücken zu einem Katzenbuckel wuchs. Bis vor zehn, fünfzehn Minuten war die Welt noch heile gewesen. Jedoch wäre es für mich besser gewesen, man hätte mich vor der 89. Minute auswechseln lassen, denn es war ausgerechnet mein Fehler, der das Team und mich ins Chaos gestürzt hatte. Eine Minute vor regulärem Spielende, wurde uns ein Strafstoß gepfiffen, womit wir die Chance gehabt hätten, in späte Führung zu gehen. Es gab kurze Diskussionen zwischen Erling und Jadon. Aber wie heißt es so schön? Wenn sich zwei streiten, freut sich der Dritte. Beide entschieden sich letztendlich dafür, dass ich mein Können unter Beweis stellen solle und uns den sicheren Sieg gewähren würde. Ich musste einmal hart schlucken und wurde sofort nervös und angespannt, aber ich atmete tief durch und konnte die Mannschaft und die Fans nicht enttäuschen, wodurch ich mir das Leder schnappte, auf den weißen Punkt zurechtlegte und mit ratterndem Kopf überlegte, in welche Ecke ich den Ball versenken sollte. Ich tendierte zu links unten und als die Pfeife des Schiedsrichters schrillte, nahm ich Anlauf und trat gegen den Ball. Dabei schoss ich allerdings so fest, dass ich vergaß die Kontrolle zu behalten und sah nur noch, wie die Kugel am linken Pfosten vorbeiflog und in die leeren Ränge verschwand. Das gegnerische Team johlte und atmete erleichtert aus. Ich hingegen fiel in die Hocke und starrte den grünen Rasen an, in der Hoffnung, er würde mir eine zweite Chance geben.

Wir hätten diese drei Punkte mehr als jeder andere Verein gebrauchen können. Ich hatte mir dieses Unentschieden zuzuschreiben und konnte vermutlich auf jeglichen Einsatz in den kommenden Spielen verzichten. Nichtmal das Tor von elf Metern Entfernung traf ich! Das passierte nur den wenigsten Spielern auf dieser Welt, und ich war einer von diesen. Einige laute Schluchzer hallten durch den kleinen Raum, bevor die Tür erneut aufgerissen wurde und ich einen unauffälligen Seitenblick wagte. Emre marschierte gemeinsam mit Mats im Schlepptau an mir vorbei, jedoch nicht ohne, dass Emre mir zuversichtlich auf den Hinterkopf klopfte. Stattdessen blieb Mats vor mir stehen, hockte sich vor mich hin und legte seine Hände auf meine Knie. Mir kullerten weiterhin die Tränen aus den Augen, welche ich versuchte hinter meinen Händen zu verstecken. ,,Gio, Liebling..." Seine sanfte, liebenswerte Stimme veranlagte mich dazu, stärker zu weinen und wieder einmal fragte ich mich, wie ich Mats nur verdient hatte. Selbst in Situationen, wo ich der größte Vollidiot war oder nichts auf die Reihe stellte, war er an meiner Seite und tröstete mich. Ich wusste dies stets zu schätzen, doch wusste ich nicht, wie ich ihm all diese Dinge wieder zurückgeben konnte. ,,D-du kannst mich ruhig anschreien... Ich hab es verdient...", krächzte ich aufgelöst und lugte durch meine Finger hindurch, worauf ich tatsächlich wartete, dass er meinen Worten folgte.

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