Pedri x Gavi/Ferran [2/2]

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26.08.2023

Wieso konnte nicht wieder alles so sein wie früher? Als Gavi für Pedri der wichtigste Mensch im Leben gewesen war, ihn mit seinem ganzen Herz verehrt hatte, und es niemanden gegeben hatte, der zwischen ihrer Beziehung stand. Als sie in guten wie in schlechten Zeiten füreinander da gewesen waren, sich gegenseitig unterstützt und aufeinander geachtet hatten. Als sie den jeweils anderen mit Liebe übertrumpfen wollten, sich täglich unendliche Küsse geschenkt hatten und ohne die Luft des anderen nicht leben konnten.

All das existierte nur noch in der Vergangenheit.

Pedri hatte selbst für den Untergang seiner Beziehung gesorgt, trug die Last der Konsequenzen auf seinen eigenen Schultern. Seit Tagen schmorte Pedri in seinem eigenen Mitleid, hatte keine Macht über seine Emotionswelt. Er lag nur noch im Bett, quälte sich höchstens zum Training oder zur Physiotherapie aus dem Haus. Weder von Gavi noch von Ferran hatte er einen Ton gehört. Lediglich seine anderen Teamkameraden hatten ihn gefragt, ob bei ihm alles in Ordnung sei. Da Pedri in diesen Momenten wenig Lust auf Gesellschaft hatte, bestätigte er ihre Fragen bloß mit einem knappen Kopfnicken.

Denn abgesehen von seinem blutenden Herz und der Verletzung an seinem Knie, die er sich zu seinem Pech noch zugezogen hatte, ging es ihm doch hervorragend, oder nicht?

Tränen bahnten sich ihren Weg über Pedris Gesicht. Sie lösten sich aus seinen Augenwinkeln, rollten quer über die blassen Wangen und verschmolzen letztlich mit dem Stoff seines Kissens. Sein Mund stand leicht offen, um den nötigen Sauerstoff aufzunehmen, da seine Nase durch das viele Weinen verstopft war. Doch ein Taschentuch zu holen, war ihm zu anstrengend. Dazu müsste er schließlich aus seinem geliebten Bett aufstehen, aber er war sich nicht sicher, ob seine Beine ihm das erlauben würden. Also blieb er liegen und weinte stumm weiter.

Am Nachmittag musste der Mittelfeldspieler dennoch sein schützendes Nest verlassen, da heute für ihn Krafttraining sowie Physio auf dem Programm standen. Seine Mannschaft würde er dort ebenfalls antreffen. Aufgrund des Spiels gegen Villarreal am morgigen Nachmittag, hatten sie Training zu bestreiten und letzte taktische Unklarheiten zu beseitigen.

Pünktlich traf Pedri am Trainingsgelände ein, begegnete dort bereits einigen Kollegen, welche er mit einem gekünstelten Lächeln grüßte. Sie hatten natürlich bemerkt, dass seit einigen Tagen mit Pedri etwas nicht stimmte, ebenso wie mit Gavi und Ferran. Das Trio war seit vielen Jahren eng befreundet gewesen, nur selten hatte man einen der drei ohne den anderen gesehen. Und als Gavi und Pedri ihre Beziehung vor dem Team publik gemacht hatten, waren die zwei kaum noch voneinander zu trennen gewesen. Ferran hatten sie dennoch nie im Stich gelassen. Daher war es ihnen nun ein Rätsel, weshalb sich die drei keines Blickes mehr würdigten.

,,Was macht deine Verletzung?", fragte Ronald, nachdem sie sich mit einem Handschlag begrüßt hatten. Neugierig wurde er auch von Frenkie und Marc gemustert, die seinen katastrophalen Zustand nicht allein der Verletzung zu vermuten schienen. Ansprechen würden sie ihn darauf allerdings nicht, sie wussten, dass sie ihm kein einziges Wort aus der Nase ziehen konnten. Dafür kannten sie Pedri zu gut.

,,Wird besser.", antwortete Pedri prägnant. Seine Stimme klang heiser und rau, weswegen er sich einmal stark räusperte.

Sie schenkten ihm einfühlsame Blicke, die er stur ignorierte. Er wollte kein Mitleid für etwas, das er sich selbst eingebrockt hatte.

Ronald schwang aufmunternd einen Arm um Pedris Schultern und drückte ihn sanft an seine Seite. Während sie gemeinsam in das Gebäude liefen, wisperte Ronald ihm ein leises ,,Das wird schon wieder." ans Ohr, lächelte warmherzig und klopfte ihm sanft auf den Nacken. Pedri erwiderte das Lächeln nur mit halbem Herz, bevor er sich aus Ronalds Griff löste und seinen Weg zur Kabine eigenständig fortsetzte.

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