Zoé Pilar Perez

Summend säuberte ich einen der gerade wieder frei gewordenen Tische im Café, während mein Dad die Bestellungen von neuen Kunden aufnahm. Zugegeben hatte er die deutlich bessere Aufgabe heute, doch auch wenn ich putzen musste konnte meine Laune nicht besser werden. Vor Augen sah ich immer noch Harry, wie er unter mir auf dem Rasen lag und mit seinen langen Fingern durch meine Haare fuhr, während sich die vielen Sterne in seinen Augen spiegelten.

Ich wanderte zum nächsten Tisch und versuchte zu verhindern, dass mein Lächeln sich zu einem fetten Grinsen verwandelte, und putzte auch diesen, ehe ich wieder hinter die Theke lief und mich vor den Ventilator setzte.

Kaum war ich alleine legten sich meine Fingerspitzen auf meine Lippen und ich fing an wie bescheuert leise zu kichern. Ich lehnte mich gegen eine Wand und schloss meine Augen, während ich in Erinnerungen an die gestrige Nacht schwelgte, als ich auf einmal gefragt wurde:

„Alles in Ordnung bei dir?“

Ich sah auf und erblickte meinen Vater neben mir stehen, bevor ich schnell nickte.

„Du siehst müde aus.“

Mir war bewusst, dass tiefe Ringe unter meinen Augen prangen mussten, schließlich hatte ich letzte Nacht nur für sehr kurze Zeit geschlafen, genauer gesagt, bevor Harry gekommen war.

„Mir geht’s blendend, Dad.“, grinste ich, wobei meine Aussage nicht mal mehr gelogen war.

„Aber du benimmst dich eigenartig.“

Ich erwiderte nichts und er seufzte leise, während er mir einen letzten skeptischen Blick zuwarf und anschließend murmelte:

„An Tisch 7 wartet jemand auf dich.“

Bitte lass es Harry sein

Aufgeregt blickte ich meinen Vater an und riss mir schon mal die lächerliche Schürze vom Körper, ehe ich fragte:

„Hab‘ ich denn schon frei?“

„Geh ruhig, meine Kleine.“

„Danke!“

Ich drückte ihm einen kleinen Kuss auf die Wange, ehe ich mich an der Theke vorbeischlängelte und mir meinen Weg zu dem besagten Tisch 7 machte, wobei ich hoffte, dass es Harry sein würde, der dort sitzen würde.

Ein letztes Mal fuhr ich mir noch durch die Haare, ehe ich in Sichtweite für Tisch 7 kam.

Enttäuscht senkten sich meine Schultern, als ich dort allerdings nicht Harry, sondern Noemi entdeckte, und ich ließ mich stöhnend neben ihr auf einen Stuhl fallen.

„Hey, Zoé.“

„Hi.“

Sie zog mich in eine flüchtige Umarmung, ehe sie aufstand und meinte:

„Lass uns nach draußen gehen.“

„Meinetwegen.“, antwortete ich ihr gleichgültig und zusammen verließen wir das Café und spazierten anschließend im gemütlichen Tempo über die Promenade.

„Ich-Ich muss mit dir reden.“, stammelte Noemi irgendwann und faltete ihre Hände, während sie stehen blieb und sie sich komplett zu mir drehte.

„Was ist los?“

„Also, ich und Alessandro, wir…ich…“

„Hm? Wie läuft’s zwischen euch?“, unterbrach ich ihre Reihe von Wortpfetzen, doch sie schüttelte sofort hektisch den Kopf.

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