Zoé Pilar Perez

„Harry, ich habe dir doch gesagt, dass ich noch arbeiten muss und deshalb keine Zeit mehr habe!“, begrüßte ich ihn, als er wenige Stunden bei uns im Café auftauchte und sich an einen der kleinen Tische setzte.

„Ich arbeite auch, nur halt hier.“

Ich beobachtete, wie er einen Laptop aus seiner Tasche zog und ihn auf dem Tisch aufklappte, während ich meine Schürze zurecht rückte.

„Wie auch immer, kann ich dir irgendwas bringen?“, fragte ich irgendwann und sein Blick fuhr zu mir hoch, ehe er antwortete:

„Einen Kaffee bitte.“

„Mit Milch wahrscheinlich, richtig?“

Er nickte schmunzelnd und drückte noch einmal kurz meine Hand, bevor ich hinter den Tresen lief und begann seine Bestellung zuzubereiten.

Kurz darauf stellte ich auch schon die Kaffeetasse vor seiner Nase ab und er dankte mir kurz, ohne von seinem Laptop hochzuschauen, bis er noch fragte:

„Könnte ich vielleicht euer WLAN-Passwort haben?“

„Was?“

„Das WLAN-Passwort?“

Ich blickte ihn skeptisch an, beugte mich aber schließlich doch vor und tippte schnell die kurze Zahlenreihe an.

„Bitteschön.“

„Danke.“, gab Harry zurück und ich wollte mich wieder gerade hinstellen, doch Harry hielt mich an den Schultern fest und legte für einen kurzen Augenblick seine Lippen auf meinen Mundwinkel.

Anschließend ließ er mich los und ich blickte zaghaft zu den anderen Gästen, doch diese schienen sich nicht um uns zu scheren.

„Ist eigentlich dein Dad hier?“, fragte Harry nach einer Weile, in der ich ihm unschlüssig bei dem Eintippen von irgendwelchen Fakten über die Seilbahn, die wir letztens noch besucht hatten, in den Laptop beobachtete.

„Nein, aber er müsste jede Sekunde wieder kommen. Wieso?“

„Nur so.“, antwortete er und ich zog irritiert eine Augenbraue in die Höhe, doch mir blieb keine Zeit, weiter darauf einzugehen, da anschließend einer der Kunden fragend rief, ob er zahlen könnte.

Kurz darauf tauchte auch wirklich mein Vater auf und beinahe zeitgleich beobachtete ich, wie sich Harry eine Snapback auf den Kopf setzte und sich noch ein wenig konzentrierter als zuvor über seinen Laptop beugte.

„Hallo, Schatz. Alles in Ordnung?“, fragte mein Vater mich auch schon sobald er bei mir angekommen war und ich nickte zur Antwort, während ich meinen Notizblock zusammen mit meinem Kugelschreiber in die Tasche an meiner Schürze gleiten ließ.

Ich wendete meinen Blick von Harry ab und er glitt hinüber zu meinem Dad, der wiederrum seinen durch das Café schweifen ließ.

„Ein Tourist?“, fragte er, sobald seine Augen auf Harry lagen, und ich nickte.

„Ja, Harry“

„Harry? Harry Styles?“

„Ja, wieso interessiert dich das?“

„Wieso ist er hier?“, fragte er und überging somit meine Frage.

„Um etwas zu trinken und dabei zu arbeiten.“

„Arbeiten?“

„Er schreibt Reiseführer.“, antwortete ich und blickte wieder zu Harry – genau in dem Moment, als auch er seinen Kopf ein Stückchen drehte, sodass sein Blick auf meinen traf und meine Mundwinkel kurz zuckten, bevor ich begann mich still vor mich hin lächelnd auf den Boden zu konzentrieren.

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